Männedorf

Boldern kann nun auf die Landreserven zugreifen

Der evangelische Verein Boldern besitzt oberhalb von Männedorf attraktives Bauland. Bereits seit zehn Jahren möchte er dieses zu Geld machen. Gegen die Erschliessung des Quartiers gab es jedoch erbitterten Widerstand. Nun scheint der Weg frei zu sein.

Viel Land mit Seesicht besitzt der Trägerverein Boldern oberhalb von Männedorf.

Viel Land mit Seesicht besitzt der Trägerverein Boldern oberhalb von Männedorf. Bild: Manuela Matt

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Es geht um viel Land und um viel Geld. Doch der evangelische Verein Boldern hat lange warten müssen, bis er aus seinem Grundstückbesitz Gewinn ziehen kann. Nun scheint er kurz vor dem Ziel. Denn die kantonale Baudirektion hat den Quartierplan Boldern festgesetzt. Gibt es keine Rekurse gegen diesen Beschluss, tritt er in Kraft. Damit würde ein Schlussstrich unter ein Kapitel gezogen, das einige Leute viel Nerven gekostet hat.

Angefangen hatte es vor zehn Jahren, als das damalige evangelische Tagungs- und Studienzentrum Boldern oberhalb von Männedorf damit liebäugelte, einen Teil seines Lands an Toplage zu verkaufen. Es besass rund 4,5 Hektaren Land. 1,7 Hektaren befanden sich in der Bauzone. Das Problem: Weil die Grundstücke nicht oder nur teilweise mit Wasser und Strom erschlossen waren, konnten sie weder verkauft noch überbaut werden. Um ein Gebiet baureif zu erschliessen, wird in Fällen wie diesem ein amtliches Quartierplanverfahren eingeleitet. Dies geschah auf Begehren des Tagungszentrums.

Überraschung für Anwohner

Bei den Nachbarn sorgte dies jedoch für Unmut. Denn der Quartierplan betraf auch die umliegenden Grundstücke. Die Anwohner sollten sich – so sah es das Gesetz vor – finanziell am Quartierplanverfahren beteiligen. Dabei hatten die meisten von ihnen keine Bauabsichten. Profitieren, sagten sie, würde nur Boldern. Es hagelte Rekurse, 17 insgesamt. Die Einsprachen wurden abgewiesen, das Verfahren zog sich aber über Jahre dahin. Es gab ein ständiges Hin und Her zwischen Boldern, einzelnen Anwohnern und den Behörden.

Verein geriet in Nöte

In der Zwischenzeit blieb das Land weiterhin eine Grünfläche. Dabei hätte Boldern das Geld, das sich damit erwirtschaften lässt, dringend nötig gehabt. Umso mehr, nachdem die evangelisch-reformierte Landeskirche 2011 Boldern den Studienbereich entzogen und die finanzielle Unterstützung gestrichen hatte. Der Trägerverein des Tagungs- und Seminarzentrums hatte dadurch mit einem Schlag seine Haupteinnahmequelle verloren. Er versucht sich seither neu zu positionieren. Eines seiner Standbeine ist weiterhin der Hotelbetrieb, hinzu soll ein ambulantes Traumazentrum für Flüchtlinge kommen.

Finanziell absichern will sich der Trägerverein aber vor allem mit dem Bau von Wohnungen. Wie dies im Detail geschehen soll, ist noch unklar. Der Vorstand hat aber eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die helfen soll, «Konzepte für eine sinnvolle Planung zu erarbeiten», wie es im Jahresbericht des Vereins heisst. Er hat dies bereits im vergangenen Jahr getan, als sich schon abzeichnete, dass sich das Land in absehbarer Zeit versilbern lässt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.09.2018, 13:53 Uhr

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