Natur

Biker fordern am Pfannenstiel offizielle und legale Trails

In den Wäldern am Pfannenstiel herrscht Dichtestress. Zu Konflikten kommt es insbesondere dort, wo vermehrt Biker unterwegs sind. Nicht selten bewegen sich diese auf illegalen Pfaden. Eine Verein setzt sich nun für legale Trails ein.

Die Zahl der illegalen Biketrails, wie hier in Zumikon, hat in den letzten Jahren zugenommen. Offizielle Trails gibt es am Pfannenstiel bislang keine.

Die Zahl der illegalen Biketrails, wie hier in Zumikon, hat in den letzten Jahren zugenommen. Offizielle Trails gibt es am Pfannenstiel bislang keine. Bild: Sabine Rock

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Wer am Pfannenstiel abseits der befestigten Waldwege mit dem Velo unterwegs ist, macht sich strafbar. Offizielle Biketrails gibt es im Bezirk Meilen keine. Biker aus den elf Gemeinden am rechten Seeufer und Egg haben sich nun im Verein Bike Trails Pfannenstiel zusammen getan, um das zu ändern. «In der Region gibt es gut 10'000 Mountainbiker, die ein Bedürfnis nach offiziellen, legalen Trails haben», sagt Vereinsgründer Hans-Peter Kienast.

Von Vorschriften lassen sich die Velofahrer ohnehin kaum abhalten: Die Zahl der illegalen Biketrails hat auch am Zürichsee in den letzten Jahren zugenommen. Interaktive Webseiten, wo Sportler ihre Ergebnisse und Routen vergleichen können, zeigen ein dichtes Netz von möglichen Abfahrten am Pfannenstiel – notabene auch abseits der offiziellen Waldwege.

Regionale Lösungen finden

Ein solch illegaler Trail führt seit 20 Jahren von der Hochwacht durch das Meilemer Tobel bis zum See. Immer wieder ist es dort in den letzten Jahren zu Konflikten zwischen den Bikern und anderen Waldnutzern wie Spaziergängern gekommen. Seit einiger Zeit stehen am Tobel Hinweistafeln mit der Aufforderung «Respekt statt Verbot». «Verbote bringen nichts», sagt Kienast, der selbst in Meilen wohnt.

Den Unmut der Waldbesitzer über Biker, die ungefragt durch ihr Territorium rasen, kann er nachvollziehen. Umso wichtiger sei es, alle Interessengruppen an einen Tisch zu holen. Er sieht hierbei die Gemeinden in der Pflicht. Diese müssten bei der Erarbeitung von regionalen Lösungen aktiv mitwirken. Mit dem neuen Verein sollen auch die bis dato nur lose organisierten Biker eine Stimme am Verhandlungstisch erhalten.

«Legale Trails sind nicht per se langweilig», sagt Kienast. Bei der Gestaltung der Velowege solle man aber die Sportler miteinbeziehen. «Ich bin überzeugt, dass ein attraktives Angebot die Biker von den illegalen Pfaden auf die offiziellen Trails führen würde.»

Bisher sei der Verein von Seiten der Gemeinden und der Zürcher Planungsgruppe Pfannenstiel auf eine offene Haltung gestossen. Einige der Vereinsmitglieder haben selbst ein politisches Amt inne.

Erstellt: 28.12.2018, 15:21 Uhr

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