Stäfa

Bessere Finanzlage macht Bushof wieder zum Thema

Der vor fast sechs Jahren an der Urne abgelehnte Bushof Stäfa kommt wieder ans politische Tageslicht. Der Gemeinderat nimmt das Projekt in den Finanzplan auf. Das Comeback lösen eine Parteianfrage und sich erholende Gemeindefinanzen aus.

Der Vorplatz am Bahnhof Stäfa hinkt den Umsteigeansprüchen im modernen Pendlerverkehr weit hinterher.

Der Vorplatz am Bahnhof Stäfa hinkt den Umsteigeansprüchen im modernen Pendlerverkehr weit hinterher. Bild: Patrick Gutenberg

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Stäfa ist nach Meilen am rechten Seeufer zweitwichtigste Drehscheibe für Pendler. Beinahe 5000 Menschen steigen hier werktags aus einem Bus, fast 7000 in die S-Bahn. Aber die Infrastruktur am Bahnhof hinkt den Ansprüchen Jahrzehnte nach. Nicht zuletzt, weil im März 2012 ein Projektierungskredit für einen Bushof in der Höhe von 1,18 Millionen Franken abgelehnt wurde. Kritiker stiessen sich an den hohen Baukosten von vermuteten 12 bis 15 Millionen. Sie hofften auf ein billigeres Projekt.

Weil kurz darauf die Finanzlage in Stäfa aus dem Lot geriet und eine strikte Ausgabenbremse verhängt wurde, verfiel der Bushof in einen Dornröschenschlaf. Jetzt hat Ueli Lott den Bushof wachgeküsst. Der Präsident der GLP Stäfa erkundigte sich mit einer Anfrage an den Gemeinderat nach dem Stand der Dinge.

«Voraussetzungen erfüllen»

Die an der Gemeindeversammlung verlesene Antwort liess aufhorchen: «Nach dem aktuellen Finanzplan wird das Projekt im nächsten Jahr wieder aufgenommen», sagte Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP).

Für Tiefbauvorsteherin Claudia Hollenstein (GLP) sei der Bushof nie völlig von der Agenda des Gemeinderats verschwunden. «Nur müssen für ein Projekt mit diesen finanziellen Dimensionen einige Voraussetzungen erfüllt werden, damit es in eine Realisierung gehen kann.» Diese seien mit einem Variantenstudium geschaffen worden. Der Gemeinderat habe alternative Pläne entworfen und anschliessend Gespräche mit allen interessierten Gruppierungen und Parteien geführt. «Heute bestehen konkrete Ideen, wo der Bushof platziert und wo der stufenlose Zugang zum Perron geschaffen werden soll», sagt Hollenstein. Mit dieser Vorarbeit würde nun der politische Prozess neu lanciert. «Ich erwarte eine Abstimmung an der Gemeindeversammlung oder Urne in der nächsten Legislatur», kündigt die Gemeinderätin an.

Ob es nach diesem Projektkredit auch für einen Baukredit in der Amtsperiode 2018–2022 reicht, lässt sie offen. Alles hänge von der Finanzierbarkeit ab und von der «Einsicht, dass ein Bushof samt stufenlosem Zugang zu den Perrons nicht unter 10 Millionen Franken zu haben ist».

«Auf Minimum beschränkt»

Diese Investition müsste die Gemeinde übernehmen, wenn sie wolle, dass am Bahnhof etwas passiert. «Auf die SBB zeigen und erwarten, dass diese für uns tätig werden, führt meines Erachtens nirgends hin», sagt Hollenstein.

Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) sind laut Direktor Werner Trachsel im Bild, dass der Gemeinderat das Thema Bushof neu aufnehmen will. «Für die Reisenden besteht damit endlich wieder Hoffnung, dass sich die Situation beim Umsteigen mittelfristig verbessert», sagt er. Dazu gehöre ein Bushof mit allen betrieblichen Anforderungen wie Zu- und Wegfahrten sowie Standplätzen für die Fahrzeuge heutiger und künftiger Buslinien. «Reisende wollen kurze Wege zwischen Bus und Bahn, es braucht PW-Parkplätze, einen Taxistand und einen treppenfreien Perronzugang für Fahrgäste mit Gepäck oder Kinderwagen und für Behinderte», zählt Trachsel die Ansprüche auf.

Er weiss auch, dass alles baulich auf ein Minimum beschränkt werden muss, damit ein Investitionskredit mehrheitsfähig ist. Denn die besten Pläne sind wertlos, wenn sie, wie 2012, vom Souverän wieder in den Dornröschenschlaf versetzt werden.

Erstellt: 11.12.2017, 21:03 Uhr

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