Küsnacht

Bellevue Group trennt sich von der Bank am Bellevue

Die Bellevue Group hat für ihr Bankengeschäft einen Abnehmer gefunden. Der Käufer aus Luxemburg übernimmt Mitarbeiter und Kundenstamm.

8,2 Millionen Franken Verlust im letzten Jahr: Bellevue-Group Chef André Rüegg zieht die Reissleine und verkauft die Bank am Bellevue.

8,2 Millionen Franken Verlust im letzten Jahr: Bellevue-Group Chef André Rüegg zieht die Reissleine und verkauft die Bank am Bellevue. Bild: Keystone

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Lange wurde darüber gemunkelt, jetzt herrscht Klarheit: Die Bellevue Group mit Sitz in Küsnacht trennt sich von ihrer Tochter Bank am Bellevue. Käuferin ist die luxemburgische Privatbankengruppe KBL, wie die Bellevue Group am Dienstag mitteilte. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2020 erwartet, sofern die Aufsichtsbehörden der Transaktion ihren Segen erteilen, wovon auszugehen ist.

Die neue Besitzerin übernimmt die 22 Mitarbeitenden und den Kundenstamm der Bank am Bellevue mit verwalteten Vermögen in Höhe von 1,7 Milliarden Franken. Insgesamt beschäftigt die Bellevue Group derzeit 120 Mitarbeitende, davon rund 75 am Hauptsitz in Küsnacht. Bei KBL amtet Jürg Zeltner, der ehemalige Wealth-Management-Chef der UBS, seit dem Frühsommer als CEO und Mitinhaber.

Neuaufbau blieb stecken

Als Grund für den Verkauf gibt die Bellevue Group an, dass der vor zwei Jahren lancierte Neuaufbau der Bank am Bellevue äusserst anspruchsvoll gewesen sei. Der Ausbau des Vermögensverwaltungsgeschäfts für unternehmerisch denkende Privatkunden habe sich in der aktuellen Marktlage als schwierig erwiesen. Bereits 2017 hatte die Bellevue Group das in der Bank angesiedelte Brokerage- und Corporate-Finance-Geschäft (Wertpapierhandel und Unternehmensfinanzierung) geschlossen und praktisch die ganze Belegschaft mit 25 Mitarbeitern entlassen.

Die Bank am Bellevue wies für 2018 einen Verlust von 8,2 Millionen Franken aus, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr.

Und statt den prognostizierten Fortschritten bei der Bank am Bellevue erfolgte im vergangenen Jahr ein Rückschritt: Die Bank wies für 2018 einen Verlust von 8,2 Millionen Franken aus, mehr als dreimal so viel wie im Vorjahr, und verlor zudem Kundenvermögen.

Fokus auf Gesundheit

Die Transaktion soll keine Auswirkungen auf die beiden verbleibenden Geschäftsbereiche der Bellevue Group, das Asset Management und die Privatmarkt-Anlagen, haben. Das Asset Management der börsenkotierten Finanzgruppe fokussiert auf Aktienanlagestrategien in Wachstumsmärkten im Bereich Gesundheit und auf weitere Spezialthemen wie eigentümergeführte Unternehmen.

Den Verkaufserlös - den Kaufpreis kommunizierten die Unternehmen nicht - sowie den Erlös aus der vor wenigen Wochen veräusserten Beteiligung an der Schweizer Börse will die Bellevue Group für das Wachstum ihrer beiden weitergeführten Aktivitäten nutzen. KBLund Bellevue Group wollen zudem gemeinsam Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im Asset Management-Bereich prüfen, wie etwa im globalen Gesundheitssektor, in dem die Küsnachter nach eigenen Angaben zu den internationalen Marktführern gehören.

Erstellt: 20.08.2019, 13:38 Uhr

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