Zum Hauptinhalt springen

Bellevue Group erleidet Millionenverlust

Die Bellevue Group hat ein in mehrfacher Hinsicht schwieriges Jahr 2016 hinter sich: Der Ertragsrückgang bei der Küsnachter Finanzgruppe setzte sich fort, und bei der Bank am Bellevue steht ein massiver Stellenabbau bevor.

Dunkle Wolken über der Küsnachter Finanzgruppe: Die Bellevue Group wirtschaftete im Vergleich zum Vorjahr mit einem tieferen operativen Gewinn.
Dunkle Wolken über der Küsnachter Finanzgruppe: Die Bellevue Group wirtschaftete im Vergleich zum Vorjahr mit einem tieferen operativen Gewinn.

Die Bellevue Group weist für 2016 unter dem Strich einen Verlust von 1,3 Mio. Franken aus. Doch die roten Zahlen sind nur das eine. Sorgen macht dem CEO André Rüegg auch die dem Verlust zugrunde liegende schwindende Ertragskraft der im Asset Management und der klassischen Vermögensverwaltung tätigen Gruppe. In der Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger (Asset Management) schrumpfte das operative Ergebnis um 14 Prozent auf 21,4 Mio. Franken (siehe auch Kasten).

Globale Marktkorrekturen

Als Hauptgrund für den Margenschwund nannte Rüegg gestern in Zürich die globalen Marktkorrekturen, die insbesondere im Biotech- und dem Healthcare-Bereich spürbar waren, in denen die Bellevue Group mit ihren Beteiligungsvehikel investiert ist. Immerhin konnte die Gruppe den Anteil wiederkehrender und damit nachhaltiger Erträge aus Anlagen im vergangenen Jahr auf 81 Prozent erhöhen (Ende 2015: 71%). Trotz eines operativen Steigerungslaufs im zweiten Halbjahr konnte die Bellevue Group die tiefe Delle aus dem ersten Semester aber nicht wettmachen.

Vergangene Woche zog die Chefetage der börsenkotierten Küsnachter Finanzboutique die Notbremse: Das Brokerage- (Wertpapierhandel) und das Firmenfinanzierungsgeschäft bei der Tochter Bank am Bellevue werden bis Mitte Jahr eingestellt (ZSZ vom 22. Februar). Man könne diese Geschäft nicht mehr wirtschaftlich betreiben, hiess es.

Bis zu 25 Angestellte der Bank am Bellevue in Küsnacht — von insgesamt 38 Beschäftigten — verlieren ihren Job. Derzeit läuft die interne Konsultationsphase. Bis Ende März sollen laut Rüegg die definitiven Personalentscheidungen feststehen. Die Restrukturierungskosten schlagen mit 3 bis 5 Mio. Franken zu Buche. Sie werden vollumfänglich der Rechnung des laufenden Jahres belastet. Insgesamt zählt die Bellevue Group rund 100 Mitarbeitende.

Auf gesunde Beine stellen

André Rüegg will die stark redimensionierte Bank am Bellevue so schnell wie möglich wieder auf gesunde Beine stellen. Dazu wird der Chef in der nächsten Zeit einen Grossteil seiner Managementkapazitäten dem Thema widmen: «Ich nehme die Herausforderung an, die Bank wieder in die Profitabilität zu führen».

Erreicht werden soll dieses Ziel mit einem neuen Geschäftsprofil «und dem klaren Fokus» auf klassische Vermögensverwaltungsthemen und umfassende Dienstleistungen für unternehmerische Privatkunden. Mut macht Rüegg die Tatsache, dass es der Bellevue Group im vergangenen Jahr erstmals seit vielen Jahren gelungen ist, neben akquisitionsbedingtem Neugeld von 2,48 Mrd. Franken — dank der Übernahme der StarCapital AG — auch organisches Neugeld in der Höhe von 341 Mio. Franken anzuziehen. Insgesamt sind die Kundenvermögen 2016 um 48 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 7,9 Mrd. Franken gestiegen. Rüegg sieht in diesem Bereich auch in Zukunft die Basis für weiteres Wachstum. Neu peilt die Bellevue Group nach Angaben ihres Konzernleiters die Marke von 10 Mrd. Franken verwalteten Vermögen an.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch