Meilen

Bei der Viehschau ging der Berg ins Dorf

Eigens für das 125-Jahr-Jubiläum ist die Viehzuchtgenossenschaft Meilen mit ihrer Viehschau an den ursprünglichen Standort zurückgekehrt. Die Schau der schönsten Kühe aus dem Bezirkshauptort fand mitten im Dorf statt.

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Am Samstagmittag herrscht im Festzelt an der Meilemer Jubiläumsviehschau eine ausnehmend gute Stimmung. Urban gekleidete Gäste lassen sich Feines vom Grill schmecken, derweil die urchig gekleidete Bauernzunft sich zuprostet. Ueli Dolder, Präsident der Viehzuchtgenossenschaft Meilen, sorgt dafür, dass der Ehrentisch mit Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP) zügig bedient wird. «Schliesslich hat uns die Gemeinde bei der Organisation der Viehschau tatkräftig unterstützt», hält er fest. Dolder findet auch kurz Zeit für einen präsidialen Streifzug durch die 125-jährige Geschichte der Genossenschaft. «Bis Ende der 1980er Jahre fand die Viehschau im Kern von Meilen, auf dem ehemaligen Parkplatz beim Gemeindehaus, statt.» Danach sei der Anlass auf den Pfannenstiel verlegt worden. Er fährt mit einem Exkurs in Meilens Siedlungsgeschichte fort, erwähnt, dass Meilen in vier Quartiere, in sogenannte Wachten, aufgeteilt sei. Die Landwirtschaft gehöre der Wacht Bergmeilen an. Die Viehschau werde zusammen mit dem Verein Bergwacht Meilen organisiert. Das Motto fürs Jubiläum laute deshalb: «Dä Bärg gaht its Dorf.»

Cora räumt ab

Wie es ausschaut, wenn der Berg ins Dorf kommt, ist auf dem Schulhausplatz West unterhalb des Dorfplatzes auszumachen. Rund 110 der 250 ins Meilemer Herdebruch eingetragenen Kühe haben sich in 17 Abteilungen aufgereiht. «Das sind aber viele Kühe», sagt ein Mädchen mit staunenden Augen zu seiner Mutter.

Nun ist es Zeit für die Prämierungen der Nutztiere aus den Ställen von sieben Milchbauern aus dem Gebiet der Bergwacht. An einer Viehschau gelten mehrere Schönheitskriterien. Der Begriff Becken oder Fundament meint die Hinterbeine. Sie müssen bei einer Kuh nicht endlos lang sein, dafür stabil. Der Rahmen beschreibt die generelle Masse, die nicht direkt mit der Fruchtbarkeit und Milchleistung zusammenhängen. Auch Euter und Zitzen werden beurteilt. Schön ist, was wirtschaftlich ist, und je prächtiger das Euter, desto besser die Milch.

Vor zahlreich erschienenem Publikum moderiert der Meilemer Kleinbauer und Gemeindeangestellte Patrik Wayandt die einzelnen Wettbewerbe. Frisch gebürstete und gestriegelte Kühe werden durch einen Kreis aus Stroh geführt. Zur Tat schreiten die beiden kantonalen Viehexperten Roman Auer und Erich Walder. Sie küren erst die Siegerinnen in den Schöneuter-Wettbewerben. Dabei werden Kühe der Erst-, Zweit- und Drittmelkkategorien vorgeführt, will heissen: Es sind junge Tiere, die noch nicht viele Kälber geboren haben. Alperose aus dem Stall von Hansueli Arnold gewinnt zum Auftakt, dann beginnt der Siegeszug der Prachtexemplare von Reto Alig, der auf dem Pfannenstiel den Hof Arbach führt. Seine Kühe Anais und Cora, die am Vormittag bereits eine Abteilungskonkurrenz gewonnen hat gehören ebenfalls zu den Besten. Kuh Anais wiederum gewinnt ihrer Mutter Melli den Mutter-Tochter-Preis: Bei diesem es gilt, ein möglichst ausgeglichenes Paar zu präsentieren.

Bauer aus Leidenschaft

Mit Enzian gewinnt auch ein Tier aus dem Stall von Jakob Schmid: Es wird mit dem Spezialpreis im Jubiläumswettbewerb ausgezeichnet. Zur Miss Meilen wird schliesslich wiederum Cora auserkoren. Sie verteidigt damit den bereits im Vorjahr gewonnenen Titel erfolgreich. Ihr Besitzer Alig ist sich das Siegen gewohnt. «Ich mache jetzt zum 14. Mal mit. Nicht gewonnen habe ich vielleicht drei, vier Mal.» Auf die Frage, ob er denn seinen Hof besonders gut betreibe, sagt er voller Überzeugung: «Den Beruf eines Milchbauers muss man mit viel Leidenschaft ausüben. Genauso mache ich das.»

Erstellt: 24.09.2017, 15:56 Uhr

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