Landwirtschaft

Bauern vom Zürichsee erhalten 16,7 Millionen aus Bern

In den Dörfern am Zürichsee gibt es rund 400 Bauernbetriebe. 363 davon erhalten Direktzahlungen des Bundes. Eine Übersicht.

Der Löwenanteil der Direktzahlungen des Bundes fliessen in die Viehwirtschaft.

Der Löwenanteil der Direktzahlungen des Bundes fliessen in die Viehwirtschaft. Bild: Archiv Urs Jaudas

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Jährlich fliessen gut 16,7 Millionen Franken Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe am Zürichsee. Dies zeigt eine Auswertung von Daten des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), welche ein Rechercheteam von Tamedia gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz erstmals erhalten hat. Das BLW führt eine Statistik über sämtliche Subventionsgelder, die in den letzten Jahren an über 50000 Bauernbetriebe in der Schweiz ausgezahlt worden sind. Die neusten verfügbaren Zahlen stammen aus dem Jahr 2017. Damals kamen 363 Höfe am Zürichsee in den Genuss von Zahlungen. Durchschnittlich erhielten sie 46099 Franken.

Bis zu einer Viertelmillion

Die Analyse dieser Zeitung zeigt im Detail, in welchen Gemeinden besonders viele Betriebe von den Zahlungen profitieren. Im Bezirk Horgen erhielten 215 Höfe 9,75 Millionen Franken. Am meisten unterstützte Bauernbetriebe zählte 2017 mit 62 Höfen Wädenswil – noch vor der Fusion mit Hütten und Schönenberg (heute zählt die fusionierte Grossgemeinde mehr als 130 Höfe).

Im Bezirk Meilen erhielten 148 Höfe 6,98 Millionen Franken. Die grösste Anzahl Bauernbetriebe findet sich mit 52 in der kleinen, aber landwirtschaftlich geprägten Gemeinde Hombrechtikon.

Die meisten der subventionierten Betriebe halten Rinder. Vertreten sind aber auch Schweine- und Schafzucht in grossem Stil sowie in kleinerem Umfang Höfe mit Pferden und Geflügel. Von Subventionen profitieren überdies Acker- und Obstbauern. Die Bandbreite der Zahlungen pro Hof erstreckt sich von wenigen Tausend Franken bis weit über 250000 Franken.

Am meisten Subventionen sind 2017 mit 3,07 Millionen in die Gemeinde Horgen geflossen (56 Betriebe). Am zweitmeisten nach Wädenswil (62 Betriebe / 2,43 Millionen), am drittmeisten in die rechtsufrige Gemeinde Hombrechtikon (52 / 1,99 Millionen). Es folgen Schönenberg mit 1,75 Millionen (39 Betriebe), Meilen mit 1,34 Millionen (20 Betriebe), Hütten mit 1,13 Millionen (30 Betriebe) und Küsnacht mit 1 Million (19 Betriebe). Weniger als eine Million flossen nach Richterswil (22 Betriebe / 940000 Franken), Herrliberg (15 Betriebe / 890000 Franken), Oetwil (12 / 710000), Stäfa (17 Betriebe / 490000 Franken) und Langnau (6 Betriebe / 440000 Franken).

Ganz am anderen Ende der Skala stehen Gemeinden, in denen niemand Subventionen erhält, etwa Zumikon oder Rüschlikon. Was nicht zwingend heisst, dass es in diesen Gemeinden keinen Landwirtschaftsbetrieb gibt. Es sind einfach solche, die keine Direktzahlungen aus Bern erhalten.

Erstellt: 01.07.2019, 21:18 Uhr

Die Region im Vergleich

Schweizweit investiert der Bund jährlich 2,8 Milliarden Franken in die Landwirtschaft. In den Kanton Zürich flossen 2017 rund 151 Millionen Franken an 2857 Betriebe, 16,7 Millionen an 363 Höfe am Zürichsee. Zu den 20 Spitzenreitern mit den meisten Direktzahlungen zählen zwei hiesige Höfe: Ein Betrieb in Meilen liegt mit 265000 Franken auf Platz 10, ein Horgner Hof mit 191000 Franken auf Platz 19. Beide sind auf Viehhaltung spezialisiert, hinzu kommen Grün- und Ackerflächen sowie Obstplantagen. Der Rekordhalter im Kanton befindet sich in Unterstammheim: Er erhält jährlich mehr als eine halbe Million. Durchschnittlich erhält ein Betrieb im Kanton Zürich 52877 Franken, am Zürichsee ist es etwas weniger (siehe Tabelle). 2017 mussten kantonsweit 450 Betriebe eine Kürzung der Subventionen verkraften, das sind 15,8 Prozent. Am Zürichsee beträgt die Quote 11,6 Prozent. (miw)

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