Meilen

Bank Linth wagt in Meilen einen neuen Anlauf

Die Uzner Regionalbank kehrt wenige Jahre nach ihrem Rückzug an den Bezirkshauptort zurück. Die bessere Lage und veränderte Kundenansprüche sollen diesmal den Erfolg bringen.

Die Bank Linth – im Bild der zuständige Projekverantwortliche Roland Greber – eröffnet im Herbst in Meilen einen neuen Standort.

Die Bank Linth – im Bild der zuständige Projekverantwortliche Roland Greber – eröffnet im Herbst in Meilen einen neuen Standort. Bild: Sabine Rock

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Meilen ist für die Bank Linth kein unbekanntes Territorium. Bereits Ende 2008 hatte die Regionalbank mit Sitz in Uznach im Bezirkshauptort die eigene Flagge gehisst. Mit der Eröffnung eines neuen Standorts im Bezirk Meilen wollte die Bank Linth die Voraussetzungen schaffen, «um im sehr attraktiven und deshalb hart umkämpften Gebiet zusätzliche Marktanteile zu gewinnen».

Die Neueröffnung im Rahmen einer (zu) ambitionierten Wachstumsstrategie zielte auf vermögende Privatpersonen. Drei Jahre später zog die Bank der Meilemer Filiale aber wegen unbefriedigender Zahlen den Stecker und betreute ihre dortige Kundschaft fortan von Stäfa und Uetikon aus.

Gegen den Trend

Nun feiert die Bank Linth in Meilen ein Comeback und eröffnet hier voraussichtlich im September einen – wie schon beim ersten Mal – reinen Beratungsstandort, ohne Bancomat, in der Nähe des Bahnhofs und unweit vom ersten Stützpunkt entfernt. Der genaue Eröffnungstermin des 20. Standorts hängt vom Zeitpunkt der Baubewilligung ab. Damals wie heute hat es die grösste Regionalbank der Ostschweiz auf vermögende Kunden, Private und Firmen, an der Goldküste abgesehen.

Was aber hat die Bank Linth – unter veränderter Führung – zu diesem Sinneswandel bewogen? Die meisten Banken gehen derzeit den umgekehrten Weg und reduzieren die Zahl ihrer Geschäftsstellen, auch am Zürichsee. Das klassische Schaltergeschäft ist deutlich rückläufig. Immer mehr Kunden setzen auf elektronische Kanäle.

«Bis spätestens in drei Jahren soll die Gewinnschwelle erreicht sein»Roland Greber, Leiter Operations & Services, Bank Linth

Die Bank Linth habe ihre Strukturbereinigung bezüglich des Filialnetzes schon hinter sich, sagt Roland Greber, Leiter Operations & Services: Im März 2013 schloss die Bank vier Kassenschalter in Hombrechtikon, Gommiswald, Kempraten und Weesen. Für den Zuzug nach Meilen sei die Lage entscheidend gewesen. Während sich die Bank Linth beim ersten Versuch im ersten Stock eines Gebäudes eingemietet hatte, ohne nach aussen in Erscheinung zu treten, ist das Ladenlokal diesmal ebenerdig und die Marke sichtbar. Meilen und Umgebung bezeichnet Greber als Wachstumsgebiet, in dem viel gebaut werde, mit einer wachsenden Bevölkerung und steigenden Vermögen.

Lange Suche

Drei Jahre wartete die Bank Linth vergeblich auf ihre Chance, bis schliesslich der Reiseveranstalter Kuoni vor kurzem seine Lokalitäten an bester Passantenlage aufgab und den Weg frei machte. Dass der Atem in Meilen diesmal länger anhält, davon ist Greber überzeugt: «Wir waren mit unserem Konzept einfach zu früh, damals verlangte die Kundschaft noch nach Bargeld am Schalter».

Mit zwei bis drei Mitarbeitern will die Bank Linth diesmal starten, und spätestens in drei Jahren soll – gemessen an den Vorinvestitionen in den Standort – der Break-even, sprich die Gewinnschwelle, erreicht sein. «Wir fangen nicht bei Null an, sondern bringen einen Kundenstamm mit», sagt Greber. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.04.2019, 16:15 Uhr

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