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Balkone sorgen für einen Streit unter Nachbarn

Die Sanierung eines Hauses in Küsnacht ist blockiert, weil der Nachbar sich an den geplanten Balkonen stört. Bisher blieb er erfolglos: Schon zwei Gerichte haben seine Beschwerde abgelehnt.

Ein geplanter Balkonersatz führte in Küsnacht zum Nachbarschaftsstreit.
Ein geplanter Balkonersatz führte in Küsnacht zum Nachbarschaftsstreit.
Symbolbild, Keystone

Die Goldküste: genug Platz zum Bauen, Diskretion — ein Paradies für Bauherren. Wären da nur nicht die Nachbarn. Ein aktueller Fall aus Küsnacht zeigt, wie ein Sanierungsprojekt über Jahre blockiert werden kann.

Renoviert werden sollen in diesem Fall in einem dreistöckigen Bau die Küchen sowie die Badezimmer. Zudem ist für die bisherigen Balkone ein Ersatz vorgesehen. Ersteres ist offenbar kein Problem, doch zwischen dem Hausbesitzer und dessen Nachbarn ist ein Streit entbrannt über die Frage, ob der «Balkonturm» gebaut werden darf.

Nachdem die Küsnachter Baukommission die Sanierung im Jahr 2015 bewilligt hatte, zog der Nachbar vor Gericht. Das Baurekursgericht gab dem Bauherrn recht, nun hat sich auch das Zürcher Verwaltungsgericht, die zweite Instanz, zu dieser Frage geäussert. Das Streitobjekt sind drei Balkone, welche die bisherigen am über hundertjährigen Haus ersetzen sollen. 3,9 Meter lang und 2,1 Meter breit sollen die Balkone werden. Das gefällt dem Nachbarn nicht, dessen angrenzendes Haus «rückwärtig deutlich tiefer liegt», wie es im tlichten Urteil heisst. Die Häuser sind versetzt gebaut. Das zu sanierende Gebäude ragt 4,8 Meter weiter nach hinten als das Nachbarhaus.

Nicht viel Verständnis

Die Balkone sollen in einem Abstand von 2,5 Metern zur seitlichen Fassade des Nachbarhauses erstellt werden. Dem Beschwerdeführer ist das zu wenig. Er sieht die seitliche Abstandspflicht verletzt.

Bei der geschlossenen Bauweise, also Häuser, die ohne Abstand aneinandergebaut sind, werte der Gesetzgeber den Nachbarschutz geringer zugunsten der baulichen Verdichtung. Eine seitliche Abstandspflicht scheine in diese Fällen nicht geboten. Und gemäss den Richtern existiert bei nicht geschlossenen Balkonen, in diesem Fall eine Metallkonstruktion, gar keine Abstandspflicht.

Die Verwaltungsrichter zeigen nicht viel Verständnis für die Beschwerde des Nachbarn. Zwar räumen sie ein, dass «mit einer gewissen Zunahme des Wohnlärms» zu rechnen sei. Schliesslich würden die neuen Balkone ja grösser ausfallen als die bisherigen. Doch gelte es auch zu bedenken, dass die Bauherrschaft ein grosses Interesse daran habe, im rückwärtigen Bereich des Wohnhauses über grössere Balkone zu verfügen. Die Balkone lägen immerhin auf der der Strasse abgewandten Seite des Hauses. Nicht zuletzt verfüge das Haus des Beschwerdeführers selbst über zwei relativ grosse Balkone im rückwärtigen Bereich.

Weiterzug noch offen

Die Verwaltungsrichter fordern also mehr Verständnis für die Wünsche des Nachbarn. Sie weisen die Beschwerde ab, der Beschwerdeführer muss die Kosten von 2170 Franken übernehmen. Zudem muss er seinem Nachbarn eine Parteientschädigung von 2000 Franken überweisen. Ob das Haus nun saniert werden kann? Fraglich, noch kann der Beschwerdeführer den Fall ans Bundesgericht weiterziehen.

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