Männedorf

Aus dem Altersheim soll eine Aktiengesellschaft werden

In Männedorf soll der Allmendhof in eine Aktiengesellschaft überführt werden. Bei einer Auslagerung des Altersheims würde der Souverän nicht mehr über das Projekt für einen Neubau abstimmen.

Das Altersheim Allmendhof in Männedorf soll in eine Aktiengesellschaft überführt werden: Erst nach diesem Entscheid wird der Neubau des Heims zum Thema.

Das Altersheim Allmendhof in Männedorf soll in eine Aktiengesellschaft überführt werden: Erst nach diesem Entscheid wird der Neubau des Heims zum Thema. Bild: Archiv Sabine Rock

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Aus dem Allmendhof soll die Allmendhof AG werden – zumindest wenn es nach dem Gemeinderat Männedorf geht. Bei der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag steht die Umwandlung des Alters- und Pflegeheims in eine privatrechtliche gemeinnützige Aktiengesellschaft (AG) zur Debatte. Es handelt sich allerdings nur um eine vorberatende Gemeindeversammlung, deren Entscheid Empfehlungscharakter hat.

Endgültig über das Schicksal des Allmenhofs entschieden wird im Februar 2019 an der Urne. Hintergrund der Umwandlung sind vor allem das Geld, welches das Heim verschlingt. Während der Allmendhof zuletzt schwarze Zahlen präsentieren konnte, wies er zuvor mehrheitlich Defizite auf. Durch die Auslagerung soll die Gemeinde künftig finanziell entlastet werden. So steht im beleuchtenden Bericht zur Gemeindeversammlung: «Die Gemeinde leistet in Zukunft keine Beiträge mehr, die der Deckung von Verlusten dienen.» Nicht verwunderlich ist es daher, dass auch die Rechnungsprüfungskommission eine Annahme empfiehlt.

Kontrolle behalten

Für Gemeindepräsident André Thouvenin (FDP) ist der finanzielle Aspekt ein Grund für die Ausgliederung. Ihm geht es bei der Überführung des Allmendhofs in eine Aktiengesellschaft aber auch darum, dass diesem wieder mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. «Für den Gemeinderat ist das Alters- und Pflegeheim einer von vielen Töpfen: Beim Verwaltungsrat einer AG würde es sich um Fachleute mit den entsprechenden Kenntnissen handeln.» Doch warum soll der Allmendhof zur AG und nicht etwa zu einer Stiftung werden? «Gerade wenn der Allmendhof eine Aktiengesellschaft ist, erlaubt dies eine gewisse Kontrolle», betont Thouvenin. Der Gemeinderat könne den Verwaltungsrat so von einem auf den anderen Tag abwählen, was bei einer Stiftung mit dem Stiftungsrat nicht möglich wäre.

Damit die Kontrolle gewährleistet ist, sollen denn auch alle Aktien in Gemeindehand bleiben: Damit wäre die Gemeinde Männedorf weiterhin alleinige Eigentümerin des Heims. Zudem will der Gemeinderat den Leistungsauftrag für die Allmendhof AG festschreiben.

Unbestritten ist, dass das Heim, das 1943 errichtet wurde, veraltet ist und deswegen einem Neubau weichen muss. Doch wie sieht es mit dem Bauprojekt aus: Wer entscheidet darüber? Im beleuchtenden Bericht steht, dass die Gesellschaft das Alterszentrum in eigener Verantwortung betreiben und bauen werde. Tatsächlich würde bei einem Ja zur Allmendhof AG der Entscheid nicht länger an der Gemeindeversammlung beziehungsweise an der Urne gefällt. «Wenn die Aktiengesellschaft gegründet wird, entscheidet sie, was sie baut und wie sie es baut», bestätigt Thouvenin.

Bei der Gründung gehe es aber nicht darum, einen Entscheid an der Gemeindeversammlung oder an der Urne zu umgehen. Für ihn ist klar, dass man mit einem Ja zur Aktiengesellschaft bereits jetzt ja zu einem Neubau sage. «Die Stimmbürger könnten auch sonst nur Ja oder Nein zu einem Neubau sagen.»

Kapital von fast 15 Millionen

«Jetzt geht es darum, dass wir der AG Geld mit auf den Weg geben», sagt Thouvenin. Mit einem Kapital von 14,8 Millionen soll die Allmendhof AG bis ins Jahr 2020 ausgestattet werden. Bei 7 Millionen handelt es sich um flüssige Mittel, während das zu übertragende Grundstück, mit einem Wert von 6,2 Millionen Franken berechnet wird. Bei der restlichen Summe von 1,6 Millionen Franken handelt es sich um die Aktiven und Passiven des Allmendhofs inklusive Gebäude und Inventar.

Für den Neubau dürften allerdings noch weitere Mittel nötig werden. Diese könnten als Fremdkapital etwa von Banken, Versicherungen oder Pensionskassen aufgenommen werden, wie von Thouvenin zu erfahren war. Wann genau der Bau des neuen Alterszentrums in Angriff genommen werden wird, ist noch unklar. Allerdings dürfte dies noch einige Jahre dauern.

Gemeindeversammlung, Montag, 29. Oktober, 20 Uhr im Gemeindesaal Männedorf.

Erstellt: 23.10.2018, 16:21 Uhr

Entscheid zum Allmendhöfli

Beim zweiten Traktandum an der Gemeindeversammlung vom 29. Oktober handelt es sich um das Allmendhöfli. Die Gemeinde hat mit der Stiftung Seniorenwohnungen Männedorf, welche das Gebäude an der Appisbergstrasse 5 nutzt, einen Baurechtsvertrag abgeschlossen. Nun soll dieser Baurechtsvertrag angepasst werden. Grund dafür ist, dass die Schule, welche bis letztes Jahr noch einen Kindergarten im Haus betrieben hat, dieses nun nicht mehr nutzt. Die Passage im Baurechtsvertrag zum Kindergarten soll gestrichen werden. Anders als beim ersten Traktandum ist der Entscheid verbindlich. (phs)

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