Stäfa

Auf zwei Rädern nach Venedig

22 Schüler der ersten bis dritten Sekundarstufe der Stäfner Privatschule Clix planen eine Velotour nach Venedig. Um das dafür nötige Geld aufzutreiben, organisieren sie Standaktionen und waschen Geschirr ab.

Auf dem Frohberg in Stäfa bereiten sich die Schüler der Privatschule Clix jeweils am Mittwoch auf ihre Velotour nach Venedig vor.

Auf dem Frohberg in Stäfa bereiten sich die Schüler der Privatschule Clix jeweils am Mittwoch auf ihre Velotour nach Venedig vor. Bild: Michael Trost

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Einer nach dem anderen kommen die Schüler der Privatschule Clix auf ihren Velos in der Sportanlage Frohberg an. So beginnt der Morgensport jeden Mittwoch mit Velofahren oder Joggen. Schnell steigen sie ab und verschwinden in der warmen Sporthalle. Dort geht das Training weiter. Für das Zeitungsfoto müssen die jungen Velofahrer noch einmal in die Kälte. Abgehärtet müssen sie sein, schliesslich fahren sie Ende Mai acht Tage lang auf ihren Fahrrädern nach Venedig. «Wenn es dann anfängt zu regnen, müssen wir auch durchbeissen und weiterfahren», sagt der 14-jährige Niels Vetsch.

Die Idee einer Velotour entstand, nachdem die Schüler den Wettbewerb «bike2school» gewonnen hatten. Es geht darum, mit dem Velo zur Schule zu fahren und mit der Klasse Touren zu unternehmen. Wer am meisten Fahrrad fährt, gewinnt. Dank ihren 12300 gesammelten Kilometern erhielten die Schüler letztes Jahr eine Reise in den Europapark. «Natürlich wäre es schön, wenn wir noch mal gewinnen würden», sagt Vetschs Kollegin Alessia Eckardt und lacht. «Der Preis wäre ja eine zweite Reise in den Europapark.» Die 500 Kilometer lange Strecke nach Venedig wird den Kilometerzähler der Stäfner Privatschule auf jeden Fall in die Höhe schnellen lassen.

Über zwei Pässe

In der ersten Etappe fahren die 22 Schüler von Stäfa nach Landquart. Danach folgen «die zwei harten Tage», wie die 12-jährige Zoé Mayer es ausdrückt. Am ersten dieser Tage bewältigen sie die 1833 Höhenmeter auf den Flüelapass. «Dort übernachten wir zum zweiten Mal», sagt die Schülerin Joana Karavouli. Die Königsetappe folgt jedoch erst am Tag darauf: Ziel dieser Etappe ist Meran, durch den Nationalpark geht es über den Ofenpass nach Südtirol.

«Wenn es anfängt zu regnen, müssen wir durchbeissen und weiterfahren.»Niels Vetsch, Schüler der Privatschule Clix

Im Südtiroler Kurort wollen sie nach diesen zwei anstrengenden Tagen eine Pause einlegen und die Therme besuchen. «Der Ruhetag ist aber auch vorgesehen, um allfälligen Unvorhersehbarkeiten wie Unfällen oder Defekten vorzubeugen», erklärt Vetsch. Die nächsten drei Etappen führen die Gruppe an die Lagune von Venedig. Die Markusstadt besichtigen sie am letzten Tag, und in der Nacht geht es mit dem Bus nach Hause.

Die Reise selbst finanzieren

Um das Reisebudget zu stemmen, organisieren die Schüler Standaktionen und versuchen, Sponsoren sowie Gönner zu finden. Am Slow-up 2018 zum Beispiel haben die Zwölf - bis Fünfzehnjährigen bereits einen Waffelverkauf gemacht. «Auch treiben wir Geld mit kleinen Nebenjobs auf», sagt Karavouli. «So haben wir zum Beispiel Laub zusammengerecht oder Geschirr abgewaschen.» Die Schüler wollen den Unkostenbeitrag ihrer Eltern auf höchstens 400 Franken zu senken.

«Unser Ziel ist es, alles zu organisieren, wozu wir auch imstande sind», erklärt Zoé Meyer. Um die Hostels und die Rückreise zu buchen, müsste man volljährig sein. Deshalb seien sie noch immer auf die Lehrer angewiesen. «Wir suchen die Jugendherbergen, in denen wir übernachten, allerdings selber aus», fügt Alessia Eckardt an. In diesem Projekt treffen für einmal die Schüler die Entscheidungen und geben die Richtung vor, und diese steht fest: Es soll an die Adria gehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.03.2019, 16:40 Uhr

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