Herrliberg

Anwohner ziehen Beschwerde wegen Fussballplatz weiter

Erneut muss sich ein Gericht mit dem Lärmpegel auf dem Herrliberger Sportplatz Langacker befassen. Zwei Anwohner wollen die Regeln verschärfen. Nachdem sie vor Gericht unterlegen sind, rufen sie nun die nächste Instanz an.

Die Fläche des Sportplatzes Langacker hat sich in den letzten dreissig Jahren mehr als verdoppelt. Der Lärm hat dadurch für die Anwohner zugenommen.

Die Fläche des Sportplatzes Langacker hat sich in den letzten dreissig Jahren mehr als verdoppelt. Der Lärm hat dadurch für die Anwohner zugenommen. Bild: Archivbild Moritz Hager

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Der Schlusspfiff in dieser Angelegenheit ertönt wohl noch lange nicht: Seit Jahren wehren sich einige Anwohner des Herrliberger Sportplatzes Langacker, weil ihnen das dortige Treiben zu laut ist. Zwar ist ihnen die Gemeinde entgegen gekommen und hat den Betrieb auf dem Platz eingeschränkt. Zwei Nachbarn reichte das aber nicht: Sie gelangten ans Baurekursgericht, wo sie ihre Lärmbeschwerde vorbrachten. Dieses lehnte diesen Sommer den Rekurs vollumfänglich ab.

Der Streit ist damit aber noch nicht beigelegt: Nun beschäftigt sich die nächste Instanz mit der Frage. Wie Gaudenz Schwitter (FDP), Präsident der Baukommission und Hochbauvorstand in Herrliberg, auf Anfrage bestätigt, haben die unterlegenen Anwohner den Entscheid des Baurekursgerichts an das Verwaltungsgericht weitergezogen. Zurzeit laufe für die Gemeinde die Frist, um eine Antwort auf die Beschwerde einzureichen, sagt er. Der Anwalt der Rekurrenten war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Pfeife bleibt abends stumm

Auch so sind Positionen der beiden Lager aber bekannt: Hier die Gemeinde, die im Dorf einen sinnvollen Fussballbetrieb ermöglichen will, dort zwei Anwohner, denen der Lärmpegel zu hoch ist.

Die Gemeinde Herrliberg hatte gehofft, das Problem mit einem Strauss von Massnahmen lösen zu können. Gemäss diesen hätten die Pfeifen der Schiedsrichter während der abendlichen Trainings zwischen 20 und 22 Uhr stumm bleiben müssen. Um die gleiche Zeit hätten wochentags keine Meisterschaftsspiele der 1. bis 3. Herrenmannschaft mehr ausgetragen werden dürfen, und sämtliche Spiele auf dem Trainingsfeld wären untersagt gewesen. Die Regeln sahen zudem sonntags zwischen 12.15 und 13.45 Uhr ein Spielverbot auf dem Kunstrasenplatz vor. Selbst einen Zuschauerbereich, der sich in der Nähe der Anwohner befindet, hätte die Gemeinde aufgehoben.

Das alles ist aber nicht geschehen, weil das Reglement aufgrund der hängigen Beschwerde nicht rechtskräftig ist. Der Fussballklub selber würde es mittragen. «Mit den Auflagen der Baukommission könnten wir leben», sagte Lars Haussmann, Präsident des FC Herrliberg, im Sommer gegenüber der ZSZ. Einschneidende Konsequenzen hätte es aber für den Verein, wenn der Betrieb noch stärker eingeschränkt würde.

Genau dies wollen die rekurrierenden Anwohner erreichen. Selbst das jährliche Grümpelturnier hätten sie gerne eingeschränkt. Das Betriebsreglement ist allerdings nur das eine, das sie beanstanden. Ihre Beschwerde ist viel grundsätzlicher Natur. Vor Baurekursgericht machten sie auch geltend, die Anlage verstosse generell gegen die Vorschriften bezüglich Blendwirkung durch Lichter und Lärm.

Kunstrasen auf dem Prüfstand

Dabei beriefen sie sich auf den schrittweisen Ausbau der 1968 gegründeten Anlage, welcher 2007 mit dem Einbau des Kunstrasens sein vorläufiges Ende gefunden hat. Die Argumentation der Anwohner: Der Ausbau, insbesondere der neue Kunstrasen, sei als eigenständige neue Anlage zu verstehen – und diese unterstehe strengeren Lärmgrenzwerten.

Das Baurekursgericht sah dies allerdings nicht so: Es taxierte den Herrliberger Sportplatz als bestehende Anlage und nicht als Neubau. Das Gericht räumte zwar ein, dass sich die Fläche der Fussballfelder in den letzten 30?Jahren mehr als verdoppelt hat. Es hielt auch fest, dass der Lärm zu gewissen Zeiten empfohlene Richtwerte überschreite. Die Gemeinde Herrliberg habe aber eine zulässige Abwägung zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohner und dem öffentlichen Interesse eines funktionierenden Fussballklubs vorgenommen. Einen absoluten Anspruch auf Ruhe gebe es nicht.

Nun muss sich das Verwaltungsgericht mit diesen Fragen beschäftigen. Hochbauvorstand Schwitter glaubt, dass bis im Frühjahr 2017 ein Entscheid vorliegen könnte. Es sei aber schwierig, eine Prognose abzugeben.

Zudem könnte das Verfahren dann noch eine weitere, letzte Runde nehmen: Beide Streitparteien haben die Möglichkeit, das Urteil des Verwaltungsgerichts ans Bundesgericht weiterzuziehen. Der Streit um den Lärm auf dem Fussballplatz ginge dann in die entscheidende Verlängerung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.11.2016, 18:12 Uhr

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