Meilen

Anwohner wehren sich gegen Sanierung von Hafenanlage

Die in die Jahre gekommene Hafenanlage der Portierwerft in Meilen soll einem Neubau weichen. Nicht allen gefällt das. Gegen die Bauanzeige sind bei der Gemeinde zwei Einsprachen eingegangen.

Gegen das Konzessionsgesuch der Portier AG für die Hafenanlage in Obermeilen sind bei der Gemeinde zwei Einsprachen eingegangen.

Gegen das Konzessionsgesuch der Portier AG für die Hafenanlage in Obermeilen sind bei der Gemeinde zwei Einsprachen eingegangen. Bild: Sabine Rock

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An der Hafenanlage des Yachtunternehmens Portier in Obermeilen nagt der Zahn der Zeit. Das Unternehmen hat darum nicht nur um die Verlängerung der wasserrechtlichen Konzession für die Anlage bis 2046 ersucht, sondern im Zuge dessen gleich auch ein Neubauprojekt mit eingereicht.

Bis Mitte März lag das Vorhaben im Tiefbauamt der Gemeinde Meilen öffentlich auf. Wie Gemeindeschreiber Didier Mayenzet auf Anfrage bestätigt, sind während der 30-tägigen Frist zwei Einsprachen gegen das Vorhaben eingegangen. Welche Gründe die Rekurrenten ins Feld führen, darüber will sich der Gemeindeschreiber mit Verweis auf das laufende Rechtsverfahren jedoch nicht äussern.

«Lage nicht bedacht»

Die Portierwerft hat nicht nur rein optisch eine Verjüngungskur nötig. Auch die Konzeption der Anlage entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die heutigen Boote in der Tendenz breiter geworden sind, wie Jürg Weber, Verwaltungsratspräsident der Portier AG in einem früheren Gespräch mit dieser Zeitung erklärte. Die Manövrierfähigkeit innerhalb der Hafenanlage, wie sie sich heute präsentiere, sei dadurch eingeschränkt.Um den Bootsbesitzern mehr Raum beim Ab- und Anlegen zu verschaffen, sollen die Liegeplätze für die Boote darum neu schräg statt wie bisher rechtwinklig angeordnet werden. Die Anzahl der Schiffsliegeplätze wird dadurch von aktuell 68 auf 64 reduziert. Verschoben werden sollen auch die Tankstelle sowie die Fäkalienabsaugstation. Beides kommt neu auf der Betonmole, die parallel zum Ufer liegt, zu stehen.

Ebendies kritisiert eine Anwohnerin in ihrer Einsprache, die dieser Zeitung vorliegt. Die Lage der Abpumpanlage und der Tankstelle sei nicht genau bedacht. Sorgen bereitet der Rekurrentin dabei vor allem die Tatsache, dass die neu auf fünf Meter verbreiterte Betonmole künftig auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Die Fläche freizugeben berge nicht zu unterschätzende Gefahren, etwa infolge achtlos weggeworfener Zigaretten, schreibt die Anwohnerin.

«Gefährdete Schwimmer»

Nicht nur die Neukonzeptionierung der Anlage wird von der Rekurrentin beanstandet, auch deren Einfahrt stösst auf Kritik. Der heutige Hafen werde nur von wenigen Nutzern ordnungsgemäss angefahren, schreibt sie. «Die Meisten fahren von Osten kommend sehr flach in den Hafen ein.» Dies gefährde Schwimmer in Ufernähe. Mit der Neugestaltung der Hafeneinfahrt verschärfe sich diese Problematik, ist sich die Anwohnerin sicher. Gemäss dem Konzessiongesuch der Portier AG soll der Wellenbrecher an der Hafeneinfahrt abgeschrägt werden. Damit soll die Anlage besser vor starken Föhnstürmen geschützt sein.

Die Einfahrtsöffnung zeige neu gegen das Land, wodurch die Boote sehr nahe ans Ufer fahren müssen, um in den Hafen zu gelangen, argumentiert die Einsprecherin. «Dies wird alle Badenden am alten Schiffssteg Obermeilen, sowie die Schwimmer der angrenzenden Grundstücke gefährden.» Die Anwohnerin wünscht sich deshalb, die Einfahrt in die Mitte des Hafens zu legen.

Insgesamt führt die Einsprecherin in ihrem Schreiben an die Gemeinde Meilen dreizehn Sachverhalte auf, die aus ihrer Sicht für eine Rückweisung und Überarbeitung des Konzessionsgesuch nötig machen.

Kanton mit einbeziehen

Für die Gemeinde gelte es nun, die beiden vorhandenen Einsprachen sorgfältig zu prüfen, sagt Didier Mayenzet. Dies soll gemäss dem Gemeindeschreiber in Zusammenarbeit mit dem Kanton passieren. «Zwar ist es in erster Instanz Aufgabe der Gemeinde zu entscheiden, ob die Anliegen der Rekurrenten berücksichtigt werden, danach wird jedoch der Kanton, namentlich die Abteilung für Gewässerschutz (AWEL), über die Vergabe der wasserrechtlichen Konzession bestimmen», erklärt Mayenzet. Wann genau mit einem Entscheid der Gemeinde zu rechnen ist, kann der Gemeindeschreiber nicht sagen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.03.2019, 15:41 Uhr

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