Spital Männedorf

Anlaufstelle für Übergewichtige am Spital Männedorf

Immer mehr Menschen in der Schweiz sind massiv übergewichtig – und legen sich deshalb unters Messer. Das Spital Männedorf hat für Betroffene ein neues Angebot eingerichtet.

Die Versicherungen übernehmen die kostspielige Operation erst ab einem BMI von 35.

Die Versicherungen übernehmen die kostspielige Operation erst ab einem BMI von 35. Bild: Archiv ZSZ

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In der Schweiz nehmen Operationen zur Reduktion von Übergewicht zu. Während sich 2011 rund 2000 Personen einer Magenoperationen unterzogen hatten, waren es 2015 bereits über 5000. Bei einem solchen Eingriff wird der Magen verkleinert oder ein Magenbypass gelegt, um krankhaftes Übergewicht zu reduzieren. Davon spricht man, wenn eine Person einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder mehr aufweist. Der medizinische Fachbegriff für die Erkrankung lautet Adipositas.

Die Anzahl Übergewichtsoperationen könnte nun nochmals deutlich steigen. Eine Studie des Swiss Medical Board empfiehlt, die Kriterien für die Kassenzulässigkeit zu lockern.

Über 100 Eingriffe

Eine Änderung würde auch das Spital Männedorf betreffen: 2015 sind dort 109, letztes Jahr 113 sogenannte bariatrische Eingriffe durchgeführt worden. Derzeit gilt, dass die Grundversicherung die Kosten eines Eingriffes in der Höhe von 15 000 bis 20 000 Franken erst ab einem BMI von 35 übernimmt.

Geht es nach den Verfassern der Studie, zahlt die Kasse eine Magenoperation künftig bereits ab einem BMI von 30 – falls Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Gelenkbeschwerden vorliegen. Über die Änderung entscheidet das Innendepartement, sofern das Swiss Medical Board die Lockerung beim Bund beantragt. Damit ist zu rechnen.

Bis dann ändert Männedorf nichts an seiner Operationspraxis. «Wir halten uns an die aktuellen Richtlinien», sagt Dominik Schneider, Leitender Arzt des Spitals. Selbst wenn Betroffene den Eingriff selbst berappen würden, operiere man vorläufig erst ab einem BMI von 35. «Nur in absoluten Einzelfällen stellen wir bei der Krankenkasse ein entsprechendes Gesuch.»

Grundsätzlich kann Schneider sich aber vorstellen, dass eine frühere Operation bei einer bestimmten Patientengruppe Sinn machen würde: wenn bereits Begleiterkrankungen bestünden und die Betroffenen unzählige Diäten ausprobiert hätten. «In solchen Fällen ist es nur noch ein Abwarten, bis der Patient einen BMI von 35 erreicht hat.»

Viele Folgeerkrankungen

Seit letztem Jahr hat das Spital Männedorf eine neue Anlaufstelle für Menschen mit starkem Übergewicht: das Adipositaszentrum. Eine Behandlung umfasst konservative oder operative Therapien. Bei der konservativen Therapie optimieren die Betroffenen die Ernährung sowie die körperlichen Aktivitäten und werden psychotherapeutisch begleitet. Unter der operativen Therapie versteht man chirugische Massnahmen.

In der zweiten Jahreshälfte 2016 sind 34 Personen behandelt worden. Das Angebot sei geschaffen worden, weil die Ärzte viele Folgeerkrankungen des Übergewichts wie Diabetes oder Bluthochdruck sehen würden, sagt Dominik Schneider. «Zudem steigt die Zahl der Betroffenen.» Eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Gesundheit bestätigt dies: Demnach sind 12 Prozent aller 18- bis 64-jährigen Schweizer adipös. 2007 waren es noch 8. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.02.2017, 16:17 Uhr

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