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An einem Mäuerchen scheiden sich die Geister

Die Erlenbacher Strassenkreuzung Erlenhöhe wird derzeit saniert. An einer Stelle soll eine sogenannte Ruderalfläche – eine freie Fläche – entstehen. Die detaillierten Pläne geben der Gemeinde bei der Ausführung jedoch Freiheiten.

Die Baustelle an der Kreuzung Erlenhöhe: Das Mäuerchen links im Bild soll abgerissen und wieder aufgebaut werden.
Die Baustelle an der Kreuzung Erlenhöhe: Das Mäuerchen links im Bild soll abgerissen und wieder aufgebaut werden.
Frank Speidel

Am 23. Juni 2014 hat die Erlenbacher Gemeindeversammlung Ja gesagt zu einem Kredit von rund einer Million Franken für die Sanierung der Kreuzung Erlenhöhe. Inzwischen sind die Bauarbeiten in vollem Gang. Die Einmündungen der Quartierstrassen Neue Allmendstrasse, Kappelistrasse und Hanggässli in die Lerchenberg- und Forchstrasse werden sicherer gemacht. Die Neugestaltung sieht verschiedene Massnahmen vor. So werden unter anderem Trottoirs gebaut und Strassen verbreitert oder neu geführt.

In den Plänen, die der Gemeindeversammlung im Weisungsheft vorlagen, sind auch sogenannte Ruderalflächen eingezeichnet. Dabei handelt es sich um meist brach liegende Rohbodenflächen. Häufig sind diese mit Kies bedeckt und müssen nicht bewirtschaftet werden.

Eine der Ruderalflächen an der Kappelistrasse wird nun aber doch nicht realisiert. Dies stört Anwohner Marc Westermann. «Weshalb wird nicht so gebaut, wie es auf den Plänen vorgesehen war?», fragt er. «Schliesslich haben wir darüber abgestimmt.» Die Gemeindeversammlung hat die Vorlage damals klar angenommen.

Ein vereinfachter Plan

An der Stelle, an der die Ruderalfläche hätte entstehen sollen, steht heute ein Mäuerchen, auf dem ein Zaun montiert ist. Es gehört einer privaten Eigentümerin. Im Zuge der Sanierung wird die Kappelistrasse neu geführt. Das alte Mäuerchen wird abgerissen. Doch statt an der Stelle eine Ruderalfläche zu erstellen, wird das Mäuerchen wieder aufgebaut.

Während an der Kappelistrasse gemäss dem im Weisungsheft enthaltenen, vereinfacht dargestellten Situationsplan ausschliesslich eine Ruderalfläche vorgesehen war, sind gemäss den detaillierten Bauprojektplänen mehrere Ausführungen möglich. Zur betreffenden Fläche heisst es: «Ruderalflächen beziehungsweise Anpassungen Vorgartengebiet zulasten der Gemeinde Erlenbach.» Demnach muss nicht zwingend eine Ruderalfläche erstellt werden. «Im vorliegenden Fall wird das Mäuerchen auf Wunsch der Grundeigentümerin wieder errichtet», sagt Erlenbachs Gemeindeschreiber Hans Wyler.

Nicht bis ins kleinste Detail

Die ausführlichen Pläne zeigen: Die Projektverantwortlichen können auch bei anderen Details zwischen verschiedenen Ausführungen wählen. «Anpassungen Vorplätze (z. B. Walzasphalt)», steht im Plan zur Erlenhöhe. «Die Weisungshefte würden viel zu ausführlich, wenn jedes kleinste Detail erwähnt wäre», sagt Wyler. Wer die Projektpläne genau studieren will, kann dies tun, wenn sie vor der Gemeindeversammlung in der Gemeindeverwaltung öffentlich aufliegen. Dies war auch bei der Strassensanierung in der Erlenhöhe der Fall.

Kleine Abweichungen vom Plan sind laut Wyler nicht aussergewöhnlich. «Bei Bauprojekten tritt immer wieder Unvorhergesehenes ein», sagt er. So komme es bei der effektiven Ausführung oft zu Änderungen. «Für rudimentäre Planänderungen», sagt Wyler, «kann man nicht nochmals den Souverän befragen.»

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