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Am Zürichsee stehen weniger Wohnungen leer

Der Leerwohnungsbestand in der Zürichsee-Region ist so tief wie schon seit Jahren nicht mehr. Vor allem an der Goldküste ist es zu einer Trendwende gekommen.

Ein seltenes Bild: Eine leere Wohnung im Kanton Zürich.

Ein seltenes Bild: Eine leere Wohnung im Kanton Zürich. Bild: Symbolbild/Keystone

Der Leerwohnungsbestand gibt Antworten auf zwei wichtige Fragen: Wie entwickelt sich die Bevölkerung und wie gross ist die Bautätigkeit im Wohnsektor. Deshalb ermittelt das Statistische Amt des Kantons Zürich jedes Jahr die Leerwohnungsziffer – den Anteil leerer Wohnungen am Gesamtwohnungsbestand. Am 1. Juni betrug diese 0,89 Prozent bei 6650 unbenutzten Wohnungen im ganzen Kanton. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Effektiv machen die rund 670 leeren Wohnungen weniger im Verhältnis zu 2018 einen Rückgang von 9,2 Prozent aus .

Die beiden Seebezirke folgen dieser Entwicklung, wenn auch mit unterschiedlich grossen Schritten. Während am linken Ufer der Leerwohnungsbestand nur marginal von 441 auf 429 abnahm – was einer Ziffer von 0,71 Prozent (Vorjahr: 0,73) entspricht -, nahm sie am rechten überdurchschnittlich stark ab. Hier stehen nur noch 932 Wohnungen leer (minus 204), die Quote sank von 2,26 auf 1,84 Prozent. Mit Ausnahme einer leichten Zunahme der Leerwohnungsziffer in Langnau, Richterswil, Thalwil, Herrliberg und Hombrechtikon ist in allen übrigen Gemeinden diese Quote im letzten Jahr kleiner geworden.

Für eine Vollbildansicht oder bei Darstellungsproblemen HIER klicken. Quelle: Statistisches Amt Kt. Zh.

Bezirk Horgen homogener

Die Unterschiede zwischen den beiden Seebezirken sind markant. Nicht nur ist der Leerwohnungsbestand an der Goldküste trotz über 20000 weniger Einwohnern mehr als doppelt so hoch. Auch weichen in den Gemeinden im Bezirk Meilen die Leerwohnungsziffern viel stärker voneinander ab als am linken Ufer. Die einzige Gemeinde mit einer Quote unter 1 Prozent ist Erlenbach (0,98 Prozent). Den höchsten Anteil leer stehender Wohnungen weist Küsnacht auf, das mit 3,0 Prozent den dreifachen Wert aufweist. Auch Meilen (2,83) und Uetikon (1,92) liegen weit über dem kantonalen Durchschnitt.

Fast homogen verteilt ist hingegen die Leerwohnungsziffer im Bezirk Horgen. Hier liegen zwischen dem Tiefstwert in Thalwil (0,41) und Langnau (1,02) nur etwas mehr als ein halbes Prozent Differenz.

In absoluten Zahlen stehen in Wädenswil (82) am meisten Wohnungen leer, am wenigsten in Oberrieden (17). Im Bezirk Meilen reicht das Spektrum von 26 in Erlenbach bis 220 in Küsnacht. Auch in Meilen (196) und Stäfa (102) ist der Leerwohnungsbestand dreistellig.

Küsnacht macht es aus

Die hohe Ziffer wie auch die grosse Zahl an unbenutzten Wohnungen in Küsnacht täuscht über eine Entwicklung hinweg: Gerade Küsnacht weist im ganzen Kanton eine der stärksten Rückgänge an leerstehenden Wohnungen auf. Innerhalb eines Jahres ging diese Zahl um 92 Einheiten zurück. Damit sank auch die Leerwohnungsziffer von 4,27 auf die aktuellen 3,0 Prozent.

Magnus Gocke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Statistischen Amts des Kantons Zürich, kann die markante Veränderung in Küsnacht mit einfachen Zahlen erklären. «2015/16 wurden noch 143 Wohnungen gebaut, 2018/19 waren es nur noch 40.» Gleichzeitig stieg seit der letzten Erhebung die Einwohnerzahl um 260 Personen. Das hat sich zusätzlich auf den Leerwohnungsbestand ausgewirkt. Gocke besitzt auch schon Angaben zur Bautätigkeit in naher Zukunft: «Es liegen in Küsnacht Projekte für rund 310 Wohnungen vor, die in den nächsten ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden dürften.» Wächst die Bevölkerung nicht parallel an, würde sich demnach der Leerwohnungsbestand in Küsnacht wieder deutlich erhöhen. Überhaupt ist oft Zufall verantwortlich für die Veränderung der Zahlen, wie Gocke eine Ursache nennt: «In einer Gemeinde kann schon ein einziges grosses Bauprojekt den Leerwohnungbestand schlagartig ändern, vor allem in kleineren Gemeinden.»

Erstellt: 21.08.2019, 14:58 Uhr

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