Zürichsee

Am Zürichsee nimmt die Zahl der Ausgesteuerten zu

Im Bezirk Meilen und am Obersee hat die Zahl der Ausgesteuerten in den letzten Jahren zugenommen. Betroffen sind vermehrt ältere Personen.

Erst letzte Woche vermeldete die ZSZ einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen am Zürichsee und im Linthgebiet. Die Arbeitslosenquote erzählt aber bloss die halbe Wahrheit. Erfasst werden nur Personen, die bei einem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) registriert sind. Wer während der maximalen ALV-Bezugsdauer von zwei Jahren keinen Job findet, verschwindet aus der Statistik. Das ist problematisch, hat die Zahl der Personen, die ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung verloren haben, doch gemäss Angaben des Sekretariat für Wirtschaft (Seco) zugenommen.

Schweizweit sind pro Jahr rund 40 000 Personen betroffen. Im Bezirk Meilen ist die Zahl in den letzten Jahren von 275 Aussteuerungen 2015 auf 318 Fälle im Jahr 2017 angestiegen. Am linken Seeufer nahmen die Aussteuerungen von 428 Fällen im Jahr 2015 auf 479 im Jahr 2016 zu. Letztes Jahr gab es jedoch wieder weniger Fälle – genauer 427. Im Wahlkreis See-Gaster wurden 2015 195 Personen ausgesteuert, im Jahr 2017 waren es 228.

Ältere haben es schwerer

Die Zahlen erfassen nicht die kummulierte Anzahl der Ausgesteuerten, sondern die neuen Fälle. Laut Angaben des Bundesamts für Statistik findet rund die Hälfte der Betroffenen innerhalb eines Jahres nach der Aussteuerung wieder eine Arbeit. Betrachtet man eine Zeitspanne von vier bis fünf Jahren, liegt der Anteil bei etwa 70 Prozent. Schwer bei der Jobsuche haben es ältere Personen. Viele von ihnen finden innerhalb der Zweijahresfrist keine Arbeit und landen in der Sozialhilfe. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) gab Anfang März bekannt, dass die Zahl der über 55-jährigen Sozialhilfebezüger sehr stark gestiegen ist. Die Zahl der älteren Ausgesteuerten dürfte laut Skos sogar noch höher sein: Viele von ihnen müssen keine Sozialhilfe beziehen, sondern überbrücken die Zeit bis zur Pensionierung mit privaten Reserven.

In der Stadt Rapperswil-Jona hat sich die Zahl der Sozialhilfebezüger über 56 Jahren seit 2007 von fünf auf zehn Prozent verdoppelt. Das RAV Rapperswil-Jona verzeichnete aber in den letzten drei Jahren für den gesamten Wahlkreis See-Gaster einen Rückgang bei den über 50-jährigen Ausgesteuerten von 38 Prozent im Jahr 2015 auf 33 Prozent 2017.

Für die Bezirke Meilen und Horgen gibt das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit aus Datenschutzgründen keine demografischen Angaben über die Betroffenen heraus. Eine Umfrage bei ausgewählten Gemeinden zeichnet aber für das linke und rechte Ufer ein ähnlich uneinheitliches Bild wie für den Obersee. In Thalwil hat die Zahl der Sozialhilfebezüger über 55 leicht abgenommen. In Wädenswil hingegen nimmt die Gruppe der über 55-Jährigen zu.

In Meilen blieb die Zahl der Ausgesteuerten in den letzten Jahren unverändert. Betroffen sind aber vermehrt ältere Personen. Anders ist die Situation in Stäfa: Hier konnte kein massiver Anstieg von älteren Betroffenen beobachtet werden. (Linda Koponen) (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.03.2018, 15:05 Uhr

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