Natur

Am Zürichsee grassiert eine Bienenkrankheit

Im Bezirk Meilen gibt es mehrere Fälle von Bienenvölkern, die von der Krankheit Sauerbrut befallen sind. Für die betroffenen Bienen bedeutet dies das Todesurteil.

Die Infektionskrankheit Sauerbrut wird unter anderem von Biene zu Biene übertragen.

Die Infektionskrankheit Sauerbrut wird unter anderem von Biene zu Biene übertragen. Bild: Patrick Gutenberg

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Am Montag ist internationaler Weltbienentag. Ein Anlass, der von der Uno eingeführt wurde, um auf die Bedeutung der Bienen etwa für die weltweite Ernährungssicherheit und die Biodiversität hinzuweisen. Den Honigbienen am Zürichsee geht es allerdings nicht überall gut, wie ein Blick auf die Karte der kantonalen Bienenstände zeigt.

Auf dieser sind nämlich Sauerbrutfälle und die daraus resultierenden Sperrkreise verzeichnet. Aktuell gibt es drei Sperrkreise im Bezirk Meilen: je einen in Uetikon, in Oetwil und in Zollikon. Diese werden im Umkreis von einem Kilometer um einen infizierten Bienenstand gezogen. Auch ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass es im Bezirk Meilen immer wieder zu Sauerbrutfällen kam. Anders im Bezirk Horgen: Dort gab es zwischen 2015 und heute einen einzigen Sauerbrutfall.

Hoch ansteckend

Doch was ist Sauerbrut überhaupt? Die für den Menschen ungefährliche Erkrankung wird durch Bakterien übertragen und befällt Larven, also die Babys der Bienen. Diese verfärben sich gelblich bis schwarz-braun und zerfallen zu einer breiigen bis wässrig-körnigen Masse. Die Krankheit ist höchst ansteckend und deswegen meldepflichtig. «Bei der Sauerbrut handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die sich rasch ausbreiten kann», erklärt Mona Neidhart vom kantonalen Veterinäramt. «Es kann jederzeit zur Übertragung auf andere Völker und Bienenstände kommen.»

Aber warum gibt es am linken Seeufer deutlich weniger Sauerbrutfälle als am rechten? «Die Krankheit tritt immer wieder dort auf, wo es schon früher Fälle gab», erläutert Beat Jörger, Präsident des Bienenzüchtervereins Horgen. Eine Hypothese besage, dass es schwierig sei, die Sauerbrut wegzukriegen, weil die Reinigung aller Gerätschaften oft nicht vollständig passiere. Jörger betont aber auch, dass die gesetzlich vorgeschriebene Desinfektion unglaublich aufwändig und fehleranfällig sei.

Diese Reinigung ist nicht die einzige Massnahme in den Sperrkreisen: Alle Völker werden vom jeweiligen Bieneninspektor überprüft. Zudem dürfen keine Bienenvölker bewegt sowie in den Sperrkreis hinein- oder aus diesem herausgebracht werden. Die betroffenen Bienenvölker werden vernichtet, abgeschwefelt, wie es in der Fachsprache heisst. Das bedeutet,dass sie mit einem Gas vergiftet werden.

Erstellt: 17.05.2019, 18:01 Uhr

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