Herrliberg

Alterswohnen und Pflege an einem Standort vereint

Die Gemeinde gibt das Wohnen im Alter an Externe ab. Damit soll die finanzielle Belastung langfristig sinken.

Im Rücken die Rebberge: Die Alterswohnungen liegen in zwei Gebäuden mit einem verbindenden Sockel. Rechts das bestehende Altersheim.

Im Rücken die Rebberge: Die Alterswohnungen liegen in zwei Gebäuden mit einem verbindenden Sockel. Rechts das bestehende Altersheim. Bild: Architekt Bob Gysin + Partner / Visualisierung maaars

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70 Herrliberger Senioren oder solche, die es bald sein werden, möchten sich etwas leisten. So viele Namen stehen auf der Warteliste für eine der geplanten Alterswohnungen mit Service an der Schulhausstrasse. Am begehrtesten sind die grössten Wohnungen. Sieben davon sind geplant, à 4½ Zimmer auf 130 Quadratmetern für 3700 Franken monatlich. Die meisten Wohnungen, nämlich rund 20, bieten 3½ Zimmer. Davon gibt es kleinere und grosszügigere, zu 3000 respektive 3300 Franken. Schliesslich sind 14 Wohnungen mit 2½ Zimmern für 2400 Franken geplant.

Die Mietzinse liegen laut der Weisung zur Gemeindeversammlung am 9. Dezember, die über das Projekt abstimmt, leicht tiefer als ursprünglich gedacht. Sie würden durch den «eher tiefen» Baurechtszins ermöglicht. Erstellen wird die Seniorenwohnungen nicht die Gemeinde, sondern die Versicherungsgesellschaft Mobiliar. Ihr soll das Grundstück für 60 Jahre im Baurecht abgetreten werden. Herrliberg erhält dafür jährlich 130'200 Franken ab Bezugsbereitschaft der ersten Wohnung. Der Vertrag beruht auf einem Landwert von rund 800 Franken pro Quadratmeter.

Hat der Gemeinderat zu wenig erfolgreich verhandelt, wie der Hinweis auf den «eher tiefen» Baurechtszins vermuten lässt? Dieses Thema sei an einer Infoveranstaltung aufs Tapet gekommen, sagt Gemeindeschreiber Pius Rüdisüli. Bei einem höheren Baurechtszins wären allerdings auch die Wohnungsmieten teurer ausgefallen. Der jetzige Antrag ist laut Rüdisüli ein guter Kompromiss.

Defizite eingefahren

Die Vermietung der Alterswohnungen, die frühestens 2018 bezugsbereit sind, wird in den Händen der Senevita AG liegen. Dieses Unternehmen übernimmt, wenn es nach dem Willen der Behörde geht, bereits ab 2017 auch den Betrieb des gemeindeeigenen Seniorenheims. «So entsteht die ideale Basis, um die angestrebte Synergiewirkung des Standorts der Alterswohnungen neben dem Alters- und Pflegeheim zu erreichen», heisst es in der Weisung.

Einen Mietzins von jährlich 730?000 Franken erhält die Gemeinde von der Senevita AG erst ab dem fünften Betriebsjahr. Dies sei in der Branche «nicht unüblich», sagt Gemeindeschreiber Rüdisüli. Es brauche eine gewisse Zeit, bis die Umstrukturierungen unter der neuen Führung zum Tragen kämen. Im Übrigen habe das Alters- und Pflegeheim bisher zwar gut funktioniert, jedoch grosse Defizite eingefahren. Falls die Senevita AG damit einen Gewinn erwirtschaftet, erhält die Gemeinde die Hälfte davon.

Die jetzigen Bewohner können ihren Platz behalten. Für das Personal gilt eine Arbeitsplatzgarantie für ein Jahr. Nicht im Paket enthalten ist mit der jetzigen Lösung die Spitex. Ursprünglich war vorgesehen, dass sie ebenfalls in die Nähe von Alterswohnungen und Heim ziehen würde. Mittlerweile hat der Spitex-Verein Herrliberg aber mit der Spitex Zürichsee (Männedorf, Uetikon und Meilen) fusioniert. Aus Sicht der Gemeinde sei dies sinnvoll, sagt Rüdisüli, weil die Spitex in einem grösseren Verbund am besten funktioniere. «Für uns ist das ein Happy End.»

Erstellt: 26.11.2015, 16:16 Uhr

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