Zollikon

Viele «Aktenzeichen XY»-Fälle um den Zürichsee bleiben ungelöst

Die Kultsendung «Aktenzeichen XY ungelöst» feiert derzeit ihr 50-Jahr-Jubiläum. In dieser Zeit wurden auch ­mehrere Fälle aufgerollt, die sich rund um den Zürichsee ­zugetragen hatten. Die meisten bleiben bis heute mysteriös.

«Der Mörder von Zollikon»: Aufgrund Augenzeugenberichten, die den Mörder am Zollikerberg gesehen haben, wurde von der Kantonspolizei Zürich dieses Phantombild erstellt.

«Der Mörder von Zollikon»: Aufgrund Augenzeugenberichten, die den Mörder am Zollikerberg gesehen haben, wurde von der Kantonspolizei Zürich dieses Phantombild erstellt. Bild: Screenshot Youtube.com

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Ein schwarzer Mercedes fährt auf der Bergstrasse in Zollikon. Plötzlich fallen im Wageninnern Schüsse, das Auto gerät ins Schleudern. Der angeschossene Fahrer versucht zu fliehen und stürzt auf die Strasse. Der Beifahrer steigt aus und feuert erneut auf den Verletzten. Dann springt er ins Auto und rast davon. Die beschriebene Szene ereignete sich am 16. März 1998 und stellte die Ermittler vor ein Rätsel.

Ein halbes Jahr später wurde der Fall in der Fahndungsserie «Aktenzeichen XY...ungelöst» nachgestellt. Die Kultsendung, die Ermittler in der Schweiz, in Deutschland und Österreich bei öffentlichen Fahndungen unterstützt, feiert derzeit ihr 50-jähriges Jubiläum.

Der Täter flieht vom Tatort in Zollikon über Weesen und Näfels nach Brunnen am Vierwaldstättersee. Bild: Screenshot Youtube.com.

Das Opfer im beschriebenen Fall, der homosexuelle Unternehmensberater Roland Glaser, stirbt noch am Unfallort. Der Täter flieht über Weesen und Näfels nach Brunnen am Vierwaldstättersee. Mit fast 200 Stundenkilometern rast er durch die Ortschaft, bis er schliesslich von der Strasse abkommt. Wenig später findet die Polizei den Wagen, vom Fahrer fehlt aber jede Spur. «Mörder von Zollikon ist noch auf der Flucht», titelt die ZSZ daraufhin auf der Front.

Dank Phantombild gefasst

Die Fahndung bringt, trotz der Hinweise, die während der Sendung vor allem aus dem Homosexuellenmilieu eingehen, keinen Erfolg. Erst drei Jahre später geht der Mörder den Ermittlern zufällig ins Netz.

Ein junger Pole wird wegen der Vergewaltigung einer Prostituierten festgenommen. Einem Beamten fällt die Ähnlichkeit zum Phantombild des Täters im Fall Glaser auf. Es stellt sich heraus, dass der Mörder eine Beziehung mit Glaser hatte. Er wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Aktenzeichen XY-Sendung vom 25.09.1998 konnte nicht zur Verhaftung des Mörders beitragen. Quelle: youtube.com

Andere Fälle verjährt

In der Schweiz wurde die Sendung «Aktenzeichen XY» von 1969 bis 2003 von SRG ausgestrahlt. Im Verlaufe der Jahre wurden neben dem Fall Glaser noch andere Verbrechen rund um den Zürichsee thematisiert: Etwa der Mord an einer jungen Studentin im Zumiker Wald, eine Briefbombe in Thalwil und der Mord an einem Metzgers in Pfäffikon.

-> 50 Jahre «Aktenzeichen XY...ungelöst»: In Teil 2 (Di, 20.2.) unseres Rückblicks geht es um den Zumiker Studentinnen-Mord von 1980. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.02.2018, 15:44 Uhr

Die Sendung

«Aktenzeichen XY...ungelöst»

Am 20. Oktober 1967 ging «Aktenzeichen XY ungelöst» zum ersten Mal auf Sendung. Seither hat das Fahndungsformat einen Kultstatus erreicht. In den über 500 Sendungen wurden mehrb als 4000 Fälle rekonstruiert. 40 Prozent davon konnten dank der Sendung gelöst werden. Die Idee stammt von Eduard Zimmermann, der von den Zuschauern auch «Ganoven-Ede» genannt wurde. Nach über 300 Sendungen als Moderator trat er 1997 zurück, als er an Demenz er­krankte. Seit 2002 moderiert Rudi Cerne die Sendung.

Das Schweizer Fernsehen beteiligte­ sich von 1969 bis 2003 an der Sendung. In den letzten 50 Jahren wurden 463 Schweizer Fälle gezeigt, fast die Hälfte davon konnte aufgeklärt werden. In der vom ZDF produzierten Sendung werden weiterhin Schweizer Fälle gezeigt.(lko)

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