Männedorf

Männedorf nimmt Sportplatz-Altlasten genauer unter die Lupe

Unter einem Fussballfeld der Sportanlage Widenbad liegt verschmutzte Erde. Wie viel – lässt der Gemeinderat jetzt detailliert abklären. Zudem sollen die nötigen Sanierungsmassnahmen und die Kosten evaluiert werden.

Die Erde unter diesem Fussballplatz in der Sportanlage Widenbad ist von Verschmutzungen betroffen – und daher sanierungsbedürftig.

Die Erde unter diesem Fussballplatz in der Sportanlage Widenbad ist von Verschmutzungen betroffen – und daher sanierungsbedürftig. Bild: Archiv Manuela Matt

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Büchsen, Blech und Rohre kamen zum Vorschein, als Fachleute letztes Jahr das Terrain eines Fussballfeldes auf dem Sportplatz Widenbad in Männedorf untersuchten. Wenige Dezimeter unter dem grünen Rasen liegt eine Schicht Erde, die mit Deponieabfall vermischt ist, vor allem mit Bauabfällen wie Backsteinen, Beton, Keramik, Glas und Ziegeln.

Gesetzlich vorgeschrieben

Das war eine unliebsame Überraschung. Die Gemeinde Männedorf hatte die Bodenbeschaffenheit prüfen lassen, nachdem die Gemeindeversammlung grünes Licht für die Projektierung eines Kunstrasenfelds gegeben hatte. Dieses soll an der Stelle des Rasenfeldes, das vor über 50 Jahren erstellt wurde, entstehen. Nach der Entdeckung der Altlasten bremste der Gemeinderat die Projektierung und stoppte sie im Januar dieses Jahres ganz. Denn nach gesetzlichen Vorschriften müssen die Altlasten entsorgt werden, bevor man ein neues Fussballfeld bauen kann, und das treibt die Kosten in die Höhe.

Zuerst wird nun ein Masterplan für das ganze Freizeitgebiet Widenbad erstellt. Dieses umfasst heute neben vier Fussballplätzen auch einen Spielplatz, die Bocciabahn und den angrenzenden Schiessplatz Widenbad. Der Masterplan soll bis Ende Jahr vorliegen und aufzeigen, welche Freizeitangebote mittel- und langfristig auf dem Areal möglich und erwünscht sind. Dementsprechend sind auch Anlagen und Gebäude vorzusehen.

Beginn noch diesen Monat

Bevor aber weitere Bauten ins Auge gefasst werden, wollen die Behörden über den Baugrund Bescheid wissen. «Der Gemeinderat möchte für alle zukünftigen Bautätigkeiten im Widenbad Projekt- respektive Kostensicherheit erlangen», teilt Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger mit.

Die beiden Rasenplätze auf dem Widenbad werden darum noch in diesem Monat sondiert, sofern das Wetter die Arbeiten zulässt. Wenn alles nach Plan läuft, reicht die Zeit, um den Rasen über den Bohrlöchern wieder instand zu stellen, bevor für den FC Männedorf der Spielbetrieb nach der Winterpause wieder beginnt.

Der südliche Rasenplatz wird sicherheitshalber auch untersucht. Aufgrund seiner Lage im Terrain ist anzunehmen, dass er ohne wesentliche Aufschüttungen erstellt worden ist. Mehr Löcher bohren werden die Techniker in den nördlichen Platz. Die Sondierungen im vergangenen Jahr ergaben, dass dort eine 60 Zentimeter bis zwei Meter dicke Schicht Erde verborgen liegt, die mit Abfall vermischt ist. Der Anteil an Abfall variiert von unter 1 Prozent bis zu etwa 50 Prozent. Neben Bauabfällen und Metall sind auch Textilien, Holz und Plastik vorhanden.

Höchstwahrscheinlich ist die Menge an verschmutzter Erde so gross, dass sie gemäss Bundesvorschriften nicht einfach auf einer Deponie abgelagert werden darf, sondern zur Hälfte in industrielle oder natürliche Stoffkreisläufe zurückgeführt werden muss.

Kredit genehmigt

Was das im Fall Widenbad für Kosten verursacht, darüber sollen die geplanten Untersuchungen Aufschluss geben. Der Männedörfler Gemeinderat hat einen Kredit von knapp 60 000 Franken genehmigt, damit ein Ingenieurbüro ein Sanierungskonzept erstellen kann, das die Kosten aufzeigt. Im Kredit für das Konzept enthalten ist der Aufwand für die Sondierbohrungen und die Wiederinstandstellung der Plätze.

Die Ausgaben sind gebunden, ist dem Auszug aus dem entsprechenden Gemeinderatsprotokoll auf der Website der Gemeinde zu entnehmen. Denn der Umgang mit Altlasten ist von Gesetzes wegen vor dem Beginn von Bauarbeiten zu regeln. Der politische Auftrag zu einem Ausbau ist da: Die Zustimmung der Gemeindeversammlung zur – inzwischen gestoppten – Projektierung eines erneuerten Platzes hat gezeigt, dass der stark gewachsene Fussballclubs Unterstützung für die Verbesserung der Anlagen findet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 15:24 Uhr

Sportanlage Widenbad

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