Zollikon

Abbruch rückt in weite Ferne

Eigentlich sollte die um das Jahr 1600 erstellte Wirtschaft zur Höhe abgerissen werden und einem Neubau weichen. Doch nun zeichnet sich eine andere Option für das alte Haus ab.

In Zollikon liegt ein Baugesuch zum Abbruch der Wirtschaft zur Höhe auf – doch nun wird die Schutzwürdigkeit des Hauses geprüft.

In Zollikon liegt ein Baugesuch zum Abbruch der Wirtschaft zur Höhe auf – doch nun wird die Schutzwürdigkeit des Hauses geprüft. Bild: Archiv ZSZ

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Alt ist sie auf jeden Fall, die Zolliker Wirtschaft zur Höhe, geschützt war sie bis anhin nicht. Dies ist deswegen von Belang, weil der Inhaber das Gebäude abreissen und durch einen Neubau ersetzen möchte. Im Zolliker Boten vom 18. Januar ist ein Baugesuch publiziert, in dem von einem «2-Familienhaus mit Unterniveau-Garage und 2 Gartenpavillons» die Rede ist.

Derzeit scheint es aber zweifelhaft, dass die um etwa 1600 erbaute Wirtschaft tatsächlich diesem Neubau weichen muss. Grund dafür ist die Gemeinde Zollikon, die aktiv geworden ist. «Ist unklar, ob ein Umbau oder ein Abbruch schützenswerte Bauten oder Bauteile betrifft, holen die Zolliker Gemeindebehörden denkmalpflegerische Fachgutachten ein» nimmt Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP) schriftlich Stellung. Auch im vorliegenden Fall sei ein solches Gutachten in Auftrag gegeben worden, als sich das Einreichen eines Baugesuchs für einen Ersatz der Wirtschaft zur Höhe abzeichnete.

Heimatschutz setzte sich ein

Bekannt geworden waren die Pläne des Liegenschafteninhabers bereits im Sommer: Damals war die Schliessung des Restaurants Wirtschaft zur Höhe ein Thema. Die Wirte des Gourmettempels, Tony und Esther Scherrer, welche nicht Inhaber der Liegenschaft sind, haben kürzlich ihr Restaurant geschlossen.

Das Abbruchvorhaben rief den Zürcher Heimatschutz auf den Plan, der eine genaue Prüfung forderte. Er reichte im Oktober beim Regierungsrat eine Beschwerde ein, in welcher er sich für eine Aufnahme ins Inventar schützenswerter Bauten einsetzte. Ohne eine vertiefte Untersuchung sei schwer feststellbar, wie viel schutzwürdige Substanz vor allem auch im Inneren des Hauses erhalten geblieben sei. Wenn ein Gebäude oder Teile davon im kommunalen Inventar gelistet sind, stehen sie zwar nicht automatisch unter Schutz. Doch bevor etwas umgebaut oder gar abgebrochen wird, müssen die Behörden die Schutzwürdigkeit eines solchen Hauses abklären lassen.

Gutachten in Auftrag

Der ehemalige Bauernhof ist auf dem Zehntenplan von Zollikon von 1720 zweifelsfrei zu erkennen, wie der Heimatschutz schrieb. Ab ungefähr 1880 sei in der Liegenschaft eine Gastwirtschaft betrieben worden. Die Wirtschaft gehöre vor allem von ihrer Bedeutung her ins kommunale Inventar von Zollikon, betonte der Heimatschutz. «Die Zürcher Vereinigung für Heimatschutz hat bei der kantonalen Baudirektion Anträge auf Inventarisierung/Begutachtung der Wirtschaft zur Höhe gestellt und wurde von der Gemeinde darüber informiert, dass ein Schutzgutachten in Auftrag gegeben worden ist», schreibt Ullmann zur Intervention des Heimatschutzes und fügt an, dass das Gutachten demnächst vorliegen solle. Es könnte also gut sein, dass das kommunale Zolliker Inventar bald um ein Gebäude reicher ist.

Petition für Erhalt

Einer, der sich über das Vorgehen des Gemeinderats freut, ist Felix Wirz. Der Präsident der EVP Zollikon hatte am Mittwoch über Facebook eine Petition für den Erhalt des Hauses gestartet. Auch er fordert die Überprüfung der Schutzwürdigkeit der Wirtschaft zur Höhe, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung sagt. «Viele Zolliker würden es bedauern, wenn die Wirtschaft zur Höhe verschwinden würde», sagt Wirz.

Er habe zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung bekommen, ob man nicht etwas für deren Erhalt tun könne. Alarmiert durch die Einreichung des Baugesuches sei er aktiv geworden. Trotz des Gutachtens - von dem er gestern erfuhr - will Wirz weiterhin Unterschriften sammeln und diese nächste Woche beim Gemeinderat einreichen. «Jetzt läuft die Petition schon, jetzt ziehe ich es auch durch.» Zudem sei es gut, den Druck auf den Gemeinderat aufrecht zu erhalten.

Erstellt: 31.01.2019, 20:42 Uhr

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