Meilen

Urner, Bündner und Walliser zu Gast in Meilen

Am kommenden Freitag eröffnet die neue Ausstellung des Ortsmuseums Meilen. Darin stellen die drei Meilemer Partnergemeinden ihr Dorf vor.

Gemeinsam angepackt haben Werner Wunderli (vorne links), Christoph Meichtry (Zweiter von links), Heidi Meier (vorne rechts) und die Helfer.

Gemeinsam angepackt haben Werner Wunderli (vorne links), Christoph Meichtry (Zweiter von links), Heidi Meier (vorne rechts) und die Helfer. Bild: David Baer

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Was hat Meilen mit einem Walliser Dorf mit 650 Einwohnern ­gemeinsam? Was sind die Parallelen zwischen dem Dorf am Zürichsee und dem kleinsten Dorf im Kanton Uri? Und wieso hat Meilen eine Verbindung zu einem Bündner Bergdorf, das von sich behauptet, gleich hinter dem Mond links zu liegen?

Des Rätsels Lösung: Ausserberg VS, Bauen UR und St. Antönien GR sind alle Partnergemeinden von Meilen. Seit Jahren treffen sich die vier Gemeinden am Meilemer Märt. Kennen tut man sich aber nur flüchtig. Die wenigsten Meilemer wissen, was die Partnergemeinden alles zu bieten haben. Um dies zu ändern und so das Bewusstsein für die Partnergemeinden zu stärken, entstand vor einem Jahr am Meilemer Märt die Idee von Werner Wunderli, Präsident des Ortsmuseums Meilen: eine Ausstellung, in der Ausserberg, Bauen und St. Antönien ihr Dorf vorstellen können.

Schweres Mitbringsel

«Für uns war es sofort klar, dass wir mitmachen», sagt Heidi Meier, Gemeindepräsidentin von Bauen. So habe man die Möglichkeit, Meilen für die grosszügigen Spenden zu danken. Als Sponsor unterstützt Meilen die drei Partnergemeinden in verschiedenen Projekten finanziell. Dazu gehört der Bau von Strassen, Gebäuden oder Strassenbeleuchtungen.

Eine Woche vor der Vernissage ist es so weit: Die Gemeindevertreter fahren mit den Ausstellungsstücken in Meilen ein und richten die Räume des Ortsmuseums nach ihrem Gusto ein. Dies gestaltet sich mehr oder weniger einfach, wenn diese Gegenstände Fotos oder Werkzeuge sind. Schwierig wird es erst dann, wenn ein «Chänil», also ein ausgehöhlter Baumstamm, die Region zu ­etwas Besonderem macht.

Über 500 Kilogramm reines Lärchenholz bringt Christoph Meichtry, Präsident der Gemeinde Ausserberg, aus dem Wallis mit. Mit vereinten Kräften wird das monströse Holzkonstrukt aus dem Lastwagen gehievt und im Ortsmuseum Meilen platziert. Wie ein Artefakt aus längst vergangenen Zeiten liegt der Baumstamm nun quer im Raum. Doch: «Die Chänil werden noch immer rege genutzt», sagt Meichtry. Sie seien für die Bewässerung der Matten elementar. Das könne man sich in Meilen gar nicht vorstellen, mit dem vielen Wasser ­direkt vor der Haustür, lacht er. «Als gebürtiger Oberriedner gefällt mir der Zürichsee natürlich», sagt Meichtry.

Weltoffen und gesellig

Heidi Meier geht es ähnlich. Auch sie kommt ursprünglich vom linken Zürichseeufer. «Ich finde Meilen sehr schön und bewundere den modernen Dorfplatz», sagt sie. Leben könnte sie allerdings nicht hier. Sie lebe gerne abgeschieden. «Das 165-Seelen-Dorf Bauen ermöglicht mir das.» Sie müsse aber sagen, dass ihr Dorf trotzdem sehr weltoffen und gesellig sei. Das rege Vereinsleben zeuge davon. Dasselbe gilt auch für Ausserberg: Auf 650 Einwohner kommen 23 Vereine.

Jann Flütsch, Gemeindepräsident von St. Antönien, sieht den grössten Unterschied zwischen Meilen und seinem Dorf in der Geografie. «Die Weitsicht, welche die Meilemer mit dem See haben, fehlt uns wegen der Berge», sagt er. Der Walliser Meichtry entgegnet darauf: «Natürlich sind uns auch die klassischen Zürcher Klischees bekannt.» Doch bis jetzt seien ihm alle sehr sympathisch, sagt er und schmunzelt.


Drei Partnergemeinden, eine ­Ausstellung. 2. bis 25. September, ­immer samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr, Ortsmuseum, Kirchgasse 14, Meilen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.08.2016, 08:00 Uhr

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