Männedorf

Unterhaltung mit Mimik, Gestik und Akrobatik

Die Artisten des Zirkus Circolino Pipistrello haben auf dem Schulhausareal Hasenacker in Männedorf ihr Können unter Beweis gestellt.

Ein Spass für Jung und Alt: Die Artisten des Circolino Pipistrello bei ihrem Auftritt in Männedorf.

Ein Spass für Jung und Alt: Die Artisten des Circolino Pipistrello bei ihrem Auftritt in Männedorf. Bild: Sabine Rock

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Der Zug von Männedorf nach ­Paris hatte am Freitag enorme Verspätung. Auch sonst sollte die Zug­reise nicht nach Plan verlaufen. Alle paar Minuten wurde das Gleis geändert, und die Wartezeit verlängerte sich erneut. Solche Szenen sind praktisch, wenn die Passagiere allesamt Künstler, Zauberer und Musiker sind.Sie stammen vom Team des Zirkus Circolino Pipistrello, welches vergangene Woche auf dem Schulhausareal Hasenacker in Männedorf gastierte und gemeinsam mit den Kindern aus der Umgebung eine Zirkusvorstellung einstudierte. Bevor aber die Kinder ihr Können am Samstag unter Beweis stellen konnten, hatten die Profis des Pipistrello am Freitagabend ihren eigenen Auftritt. Das 16-köpfige Team ist mit seinem neuen Programm «Gleis 17» auf Tournee. Die Idee für das Stück ist simpel: ein Zug, der nicht eintrifft, und eine Wartezeit, die es zu verkürzen gilt.

Die Reihen im Zirkuszelt sind bei unserem Besuch gut gefüllt. Viele der Kinder sind Teil des Mitspielzirkus und haben die letzte Woche mit den Zirkusartisten verbracht, die gleich ihr Stück präsentieren werden. Sie winken ihnen zu. Man sieht den Kindern förmlich an, wie stolz sie sind, jeman­den von denen zu kennen, die mitten in der Ma­nege stehen. Der Duft von Popcorn liegt in der Luft. Das Licht geht aus, die Band verstummt, das Klatschen wird lauter.

Wahre Multitalente

Die wartenden Zugpassagiere ­haben durch die unbestimmte Verspätung des Zuges, der sie in die französische Hauptstadt bringen sollte, plötzlich viel Zeit. Das unge­plante Innehalten führt zu einer genaueren Betrachtung der Bahnhofszenerie. Da ist beispiels­weise die blonde Sängerin, die mit hohen Schuhen und schwarzem Samtkleid ständig auf der Suche nach ihrer Kofferträgerin Lulu ist. Diese wiederum verzweifelt ab den unzähligen Koffern, die sie tragen muss.

Weiter sind da drei Halunken, die ihr Unwesen auf den Perrons des Bahnhofes treiben. Keine Tasche und kein Koffer ist sicher. Nicht nur die Pendler stehen im Fokus des Schauspiels. Auch Bahnhofangestellte wie Kioskverkäuferin Frau Brösmeli, die gerne mit dem Herrn Bahnhofvorsteher schäkert, oder die beiden tanzenden WC-Putzfrauen sind Teil des Stücks.

Heitere Klänge

Die ganze Vorstellung kommt praktisch ohne Worte aus. Gestik und Mimik sorgen dafür, dass die Geschichte richtig interpretiert wird. Untermalt wird das Schauspiel von heiteren Klängen der Zirkusband, die ebenfalls aus den Darstellern zusammengesetzt ist. Eben stand einer der Diebe noch in der Ma­nege, Sekunden später steht er am Mikrofon oder mit einem Instrument in der Hand und untermalt die nächste Szene musikalisch.

Nicht nur das schauspie­le­rische und musische Talent der Künst­ler ist beeindruckend. Auch als Artisten überzeugen sie das Publi­kum. So schwingen sie mal in luftiger Höhe, um dann Feuer zu spucken oder mit Kegeln zu jonglieren. Je länger das Stück dauerte, desto grösser wurden die Augen der Kinder im Publikum. Als der Zug endlich einfuhr, wurde er mit einem lauten Klatschen verabschiedet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.07.2017, 18:26 Uhr

Infobox

Aufführungen im Circolino Pipistrello finden am 9. August um 16.30 Uhr und am 11. August um 19 Uhr beim Dorfplatz in Zumikon statt.

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