Uetikon

Uetikons Seezugang wird grün

Das Freiraumkonzept für das ehemalige Chemie-Areal sieht eine starke Begrünung und Freiflächen für verschiedene Aktivitäten vor. Der Verlauf des Seeuferwegs wurde an einem Infoabend heftig diskutiert.

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Wie der Zürichseeweg (rot) verläuft, wird erst der Wettbewerb zur Gestaltung des Seeuferparks zeigen. Auf Gestaltungsplanebene sind verschiedene Varianten denkbar - darunter auch kostspielige wie jene direkt am See und die Steglösung (klicken für grössere Ansicht). Quelle: Baudirektion Kanton Zürich.

Noch ist nichts entschieden. Wie es am Uetiker Seeufer in zehn Jahren konkret aussehen wird, ist ungewiss. Denn weder sind die planungsrechtlichen Grundlagen abgeschlossen, noch liegen konkrete Bauprojekte vor. Trotzdem zeichnet sich ab, dass es grün wird am See. Anlässlich eines Informationsabends von letzter Woche präsentierte das vom Kanton und der Gemeinde beauftragte Büro LOIDL mit Salewski & Kretz Architekten seine Arbeit der vergangenen Monate. Es handelt sich dabei um eine inhaltliche Präzisierungen des im Frühling präsentierten Masterplans.

Bernd Joosten vom Berliner Büro LOIDL sprach zu Beginn der Ausführungen davon, dass am See ein durchgehender grüner Freiraum vorgesehen sei. Vom Westen her, wo das Gebiet Rotholz naturnah erhalten werden soll, geht es dem See entlang in Richtung Osten, wo die Nutzungsmöglichkeiten ab dem Düngerbau zunehmen.

Im Bereich der künftigen Mittelschule beim Hafen ist die Rede von einer grosszügige Platzsituation sowie einer Seeterrasse zum Sitzen und Liegen. Der städtebauliche Teil – also die Gestaltung der Gebäudegruppen – müsse wichtige Bezüge des Freiraumkonzeptes aufnehmen, sagte Joosten. Damit sind Dach- und Fassadenbepflanzungen gemeint.

Aufregung um Seeuferweg

Landschaftsarchitektin Xenia Kremlacek hat jeden einzelnen Teilbereich des Areals näher angeschaut und unter anderem auf die Baumbestände überprüft. Bei der Bepflanzung müsse geschaut werden, wie es mit der Belastung der bestehenden Bodenplatten aussehe. «Setzt sich die Unterlage bei einer Aufschüttung zu stark, gibt es Probleme mit den darunter liegenden Leitungen», sagte sie. Die Belastung werde aber erst geprüft, wenn ein konkretes Projekt vorliege. Die ökologische Vernetzung und die Biodiversität der Uferzone soll hingegen bereits im Gestaltungsplan erwähnt werden.

Zum Seeuferweg sagte sie: «Es soll ein abwechslungsreicher Weg werden.» Das bedeutet, dass er nicht zwingend über die ganze Strecke direkt am See entlang führen wird. Ein Fakt, der in der anschliessenden Diskussion unter Anwesenden aus der Uetiker Bevölkerung für Unruhe sorgte. «Ein Weg nicht direkt am See kommt nie und nimmer durch!», warnte ein Anwesender. Die Aufregung legte sich allerdings, als klar wurde, dass es keine Pläne gibt, den Weg in den hinteren Teil des Geländes in Richtung Seestrasse zu legen.

Idee einer Glashülle

Die Sicht auf den See wurde als zentrales Anliegen in das Freiraumkonzept aufgenommen und soll gewährleistet werden. Gewiss ist indes schon jetzt: Eine Steg-Lösung würde teuer, und eine Wegführung direkt auf der Ufermauer ebenfalls, weil die Mauer dann aufwendig saniert werden müsste. Stecke man das Geld in diese Varianten, seinen an anderer Stelle Abstriche notwendig, sagte Kremlacek.

Eine weitere Variante sieht den Seeuferweg durch den Zeitzeugen vor. Dieser besteht aus Gebäudehüllen aus der Zeit der Chemischen Fabrik und soll Bestandteil des Uferparks werden. Seit der letzten Präsentation ist der Zeitzeuge luftiger geworden. Architekt Simon Kretz sprach von drei Nutzungspolen im Uferpark.

Seine Vorschläge für mögliche Nutzungen reichten vom Clubhaus mit Anlegestelle für Ruderboote bis zu einem Gemeinschaftshaus und Kulturraum beim Düngerbau und zu einer Bar und Werkstatt bei der Mittelschule. Zudem brachte er die Idee einer Glashülle ins Spiel, die in einen Teil des Zeitzeugen auch eine Schlechtwetternutzung ermöglichen würde.

Was kommen könnte

So konkret gewisse Ausführungen am Informationsabend auch schienen: Sie dienten lediglich der Veranschaulichung dessen, was dereinst kommen könnte. Anderes, wie der durchgehende Freiraum und die Biodiversität wird verbindlich festgehalten.

Für die weitere Planung ebenso wichtig sind die Abklärungen und Berechnungen technischer Art: zur Entwässerung oder zur Feuerwehrzufahrt etwa. Sie sind ebenfalls im Freiraumkonzept enthalten. Das Konzept wird Bestandteil der Gestaltungspläne, die eigentümerverbindlich und parzellenscharf die Eckwerte und Grundsätze für die Bauprojekte und Wettbewerbe sichern.

«Es soll ein abwechslungsreicher Weg werden.»Xenia Kremlacek

Beim Seeuferpark handelt es sich um jenen Teil des Riesenprojekts, der als Erstes realisiert werden soll. Es ist zudem jener Teil, dessen Gestaltung viele Uetiker mit besonderem Augenmerk betrachten, forderten sie doch während Jahrzehnten den freien Zugang zum See.

Der Informationsabend zeigte aber auch noch andere ungeklärte Punkte. Was wird beispielsweise aus dem denkmalgeschützten Düngerbau-Gebäude? Wie teilen sich Gemeinde und Kanton das Land auf? Warum sind zwei Gestaltungspläne nötig? Diese und viele andere Fragen müssen erst noch beantwortet werden.

Erstellt: 03.12.2019, 16:36 Uhr

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