Kantonsrat

Über 30 Millionen für Strassen am See

Der Zürcher Kantonsrat hat an seiner Sitzung das Bauprogramm Staatsstrassen für die Jahre 2019 bis 2021 zur Kenntnis genommen. Einmal mehr war der Zürichseeweg Thema in der Debatte.

Auf dem Abschnitt zwischen dem Seeplatz Wädenswil und der Halbinsel Giessen soll ein Vorprojekt für einen Zürichseeweg erarbeitet werden.

Auf dem Abschnitt zwischen dem Seeplatz Wädenswil und der Halbinsel Giessen soll ein Vorprojekt für einen Zürichseeweg erarbeitet werden. Bild: Archiv ZSZ

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Über 400 Millionen Franken will der Zürcher Regierungsrat in den nächsten drei Jahren in den Strassenbau investieren. Am Montag stellt er dem Kantonsrat seine Vorhaben vor.

Seit Jahren ein Fixpunkt im Programm ist der Zürichseeweg. Aktuell soll auf dem Abschnitt zwischen dem Seeplatz Wädenswil und der Halbinsel Giessen ein Vorprojekt erarbeitet werden. Es wird eine Variante mit einem festen Steg auf Pfählen entlang des Ufers weiter verfolgt. Rund 20 Millionen Franken würde das 800 Meter lange Stück Seeuferweg kosten. Zudem steht der Kanton mit verschiedenen Gemeinden im Kontakt, um die Fusswege entlang des Ufers attraktiver zu gestalten.

Schleppendes Tempo

Der Regierungsrat schränkt aber auch ein: Die Planung und Projektierung von Uferwegen bleibe komplex. Verschiedene Bestimmungen und neue Gesetze haben den Kantonsrat in den letzten Monaten beschäftigt. Der SP und den Grünen geht die Umsetzung von Teilprojekten zu langsam. Seit 2016 sei der Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Zürisee für alli» in Kraft und müsse endlich umgesetzt werden, moniert Jonas Erni (SP), der auch im Wädenswiler Stadtrat sitzt.

Der Kanton hat den Auftrag, jährlich mindestens sechs Millionen Franken für den Bau von Uferwegen bereitzustellen, mindestens zwei Drittel davon für den Bau des Zürichsee-Seeuferwegs. Doch stattdessen präsentiere der Regierungsrat den Gemeinden überteuerte Luxusweg-Projekte, deren Umsetzung die Finanzkraft der Gemeinden übersteige, sagt Erni.

Ebenfalls kritisch äussert sich Thomas Forrer (Grüne, Erlenbach). Er wirft der Regierungsrätin und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) vor, eine Verzögerungstaktik zu verfolgen. «Dabei sollte der Volksauftrag zur Projektierung ihr Fokus sein», sagt Forrer. Schliesslich gebe es genügend Etappen, die ohne Enteignungen gebaut werden könnten.

Verhandlungen nötig

Im Strassenbauprogramm weiterhin vermerkt ist die Sanierung der Zürichstrasse in Adliswil. Weil zwischen den Gebieten Dietlimoos-Moos, Sunnau und der Stadtgrenze zu Zürich ein neuer Stadtteil mit 400 Wohnungen entsteht, will die kantonale Baudirektion den Durchgangsverkehr auf der Zürichstrasse zwischen dem Adliswiler Zentrum und Wollishofen eindämmen und vermehrt auf die Sihltalstrasse umlenken. Konkret sind drei neue Lichtsignalanlagen geplant. Für die Arbeiten hat der Regierungsrat gebundene Ausgaben von 1,8 Millionen Franken bewilligt und beim Kantonsrat Ausgaben von 12,5 Millionen Franken beantragt. Auch die Stadt Adliswil wird sich mit 5,8 Millionen Franken an den Kosten beteiligen. Der Baustart im Herbst 2019 ist allerdings ungewiss, weil insgesamt vier Einsprachen das Projekt verzögern. Immerhin: Gemäss Thomas Maag, Mediensprecher der Zürcher Baudirektion, «sind die Einigungsverhandlungen mit den Grundeigentümern auf gutem Weg.»

Vorarbeiten laufen

Für den Bezirk Meilen ist die weitere Planung der Oberlandautobahn zentral. Sie weist heute eine Lücke zwischen dem heutigen Ende bei Uster-Ost und dem Grosskreisel Hinwil auf. Noch bis Ende 2019 ist der Kanton Zürich für die Oberlandautobahn zuständig. Dann wird das Bundesamt für Strassen das Projekt übernehmen. Der Zürcher Regierungsrat will bis dahin optimale Voraussetzungen schaffen, damit der Bund rasch an der Lückenschliessung weiterarbeiten kann. Für Vorarbeiten hat der Regierungsrat 2,7 Millionen Franken genehmigt, momentan finden Sondierbohrungen im Gebiet Wetzikon-Gossau-Ottikon statt.

Regierungsrätin Walker Späh stellt die Vorlage eines fertigen Projekts bis 2020 in Aussicht. Nicht richtig glücklich mit dem Vorhaben zeigt sich Thomas Wirth (GLP, Hombrechtikon): «Von der Lückenschliessung profitieren in erster Linie Autofahrere aus den Kantonen St.Gallen, Glarus und Schwyz, die zur Arbeit nach Zürich pendeln.» Für den Bau aufkommen müssten jedoch die Zürcher Steuerzahler.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.11.2018, 17:55 Uhr

Artikel zum Thema

Meilen arbeitet an der Linienführung für Zürichseeweg

Meilen Der Zürichseeweg hat nicht nur Freunde. Die Vollendung dieses kantonalen Vorhabens ist noch in weiter Ferne. Meilen konzipiert nun für sein Gemeindegebiet eine Linienführung – nicht immer direkt dem Seeufer entlang. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!