Küsnacht

Tuff Enuff machen ihrem Bandnamen alle Ehren

Der wahre Fan trug an der 13. Country Night auf der Forch einen Cowboyhut, die Festhalle wurde zum Saloon. Stimmung kam beim Auftritt der Lokalmatadoren Tuff Enuff auf.

Tuff Enuff rockten auf der Bühne an der Country Night mit Coversongs von Janis Joplin und Hank Williams.
Video: Flavio Camenzind

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Am Samstagabend beginnt der Wilde Westen bereits in der Schmalzgrueb, einem Weiler im Küsnachterberg. Cowboys und Cowgirls strömen in Scharen zum Festplatz. Sie tragen Westernhüte, dazu die entsprechenden Stiefel. Zur Not genügt auch ein Westernhemd mit Gilet. Fehlt eigentlich nur, dass einer ein Lasso schwingt.

Das Dekor ist perfekt auf den Anlass abgestimmt. Amerikanische Flaggen sind gehisst. Abbildungen von Motorrädern aus dem Hause Harley-Davidson gehören mit zur Ausstattung. Durstige Kehlen werden mit allerlei Getränken gekühlt.

Das Haus ist voll

Bruno Peter, Leiter des Ressort Festwirtschaft vom Verein Flösser Forch, dem Veranstalter der Country Night, ist zufrieden. «Im Vorverkauf haben wir 500 Karten abgesetzt. Innert 45 Minuten sind nun rund 900 Gäste gekommen.» Das bedeute volles Haus.

Country-Musik ist eigentlich der «Blues» der ersten weissen Siedler, die von der amerikanischen Ostküste aus nach Westen zogen, im Gepäck eine Fiedel, eine Mandoline, eine Mundharmonika oder ein Akkordeon. Religiöse Lieder entstanden: Balladen von Leben und Alltag im Niemandsland. Von Nashville aus erfolgte der Siegeszug – auch über den grossen Teich. Die in der Schmalzgrueb auftretenden Musiker im Westernlook ziehen die Zuhörer nun ebenso in ihren Bann. Als Vorband spielen die Enderlin Chicks, zwei singende Appenzellerinnen, begleitet von einer Band, die dem Publikum schon mal tüchtig einheizt.

In Gedenken an «Chrigel»

Headliner ist die Gruppe Tuff Enuff, ein Sextett mit regionalem Bezug und nationalem Bekanntheitsgrad. Peter Burkhardt, Sänger, Gitarrist und Virtuose an der «Schnuregige» war lange Zeit in Männedorf sesshaft, Bassist Dario Dall’Angelo lebt in Hombrechtikon, und Peps Dändliker ist ein Dorforiginal aus Küsnacht, wo er ein Atelier für Fotos, Grafik und Design betreibt. Auf der Bühne spielt er barfuss Waschbrett. «Ich halte das Instrument mit den Zehen, weil ich sonst den Krampf kriege», sagt er über sein Markenzeichen nicht ganz ernsthaft gemeint. «Nein, nein, ich laufe auch sonst gerne barfuss herum.» Die zweite Hälfte der Band kommt aus Dübendorf, Winterthur und dem Weinland. Die Berufspalette der gestandenen Herren reicht vom Gemeindeangestellten, Architekten, Musiklehrer bis hin zum Restaurator von Oldtimern.

Zu Beginn des Auftritts stehen auch der Küsnachter Pfarrer Andrea Marco Bianca und die Mitglieder der Flösser Forch mit Tuff Enuff auf der Bühne. Sie alle intonieren „Eine nähme mer no“. Die Co-Produktion von Polo Hofer und Golä ertönt in Gedenken an den kürzlich verstorbenen Christian Wyder, Gründer der Country-Night und der Flösser Forch sowie Hausherr in der Schmalzgrueb, wo er sein Abbruch- und Aushubunternehmen führte. «Das war eine Applaus- und keine Schweigeminute», sagt Bianca am Schluss seiner kurzen Ansprache. «Chrigel» hätte es sich so gewünscht.

Cash und Elvis wiedererweckt

In der Folge ziehen Tuff Enuff alle Register ihres Könnens. Sie spielen wahrlich tough enough – stark genug – um bei ihren Fans Begeisterungsstürme auszulösen. Sie spielen auch hart genug. Die Cover-Songs tönen eine Spur rockiger als die Original-Stücke. Zu Ehren kommen Cuck Berry, Johnny Cash, King Elvis, Eric Clapton, Muddy Waters, Janis Joplin, Hank Williams und weitere namhafte Rock- Blues- und Country-Interpreten.

Tough kann auch mit «durchsetzungsfähig» übersetzt werden. Ein weiteres Attribut, das zutrifft. Nachlassen kommt für Tuff Enuff jedenfalls nicht in Frage. Zur Zukunft der Band sagt Frontmann Burkhardt: «Wir bleiben dran und wollen unserem Publikum weiterhin Freude bereiten.» (zsz.ch)

Erstellt: 16.07.2017, 15:21 Uhr

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