Stäfa

Stäfner Ausflugsbeiz steht vor dem Aus

Die private Aktiengesellschaft, die das Restaurant Frohberg oberhalb von Stäfa modernisieren und betreiben wollte, ist gescheitert. Sie wird sich wohl auflösen. Erneut dürfte die Gemeinde einspringen.

Hin und Her ohne Ende: Über die Zukunft des Frohbergs diskutieren die Stäfner nun schon seit zehn Jahren.

Hin und Her ohne Ende: Über die Zukunft des Frohbergs diskutieren die Stäfner nun schon seit zehn Jahren. Bild: Archiv: Sabine Rock

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Diese Geschichte findet kein Ende. Zehn Jahre dauert nun schon der Versuch, das Ausflugsrestaurant Frohberg oberhalb von Stäfa zu retten. 2009 beschloss die Gemeindeversammlung, die Beiz für 3,2 Millionen Franken zu kaufen. Die Stäfner wollten damit verhindern, dass dem Restaurant ein ähnliches Schicksal widerfährt wie manch anderem in der Region, das seine Türe für immer schloss – beispielsweise «Hurter's Seehus» direkt am See.

Der Gemeinderat wollte aber nie, dass die Gemeinde das Restaurant selber betreibt. 2016 gab er deshalb den Frohberg - erneut mit dem Segen der Gemeindeversammlung - im Baurecht an eine private Aktiengesellschaft ab. Sie sollte das Restaurant modernisieren und – ähnlich wie die Vorbilder in Meilen, dem «Löwen» und dem «Vorderen Pfannenstiel» – betreiben.

Nur schlechte Nachrichten

Über 400 Aktionäre schossen Geld ein und zeichneten Aktien. Auch die Gemeinde ist Aktionärin. Unter der neuen AG ging die Entwicklung aber nur noch schleppend voran. Das Restaurant Frohberg ist zwar nach wie vor offen. Die Beiz bedarf aber dringend einer Sanierung, unter anderem ist die Küche veraltet. Ein Projekt, das aus einem Architekturwettbewerb der Gemeinde hervorgegangen war und eine Modernisierung der Liegenschaft vorsieht, liegt zwar vor. Es entpuppte sich aber als zu teuer. Die Frohberg Stäfa AG buchstabierte zurück. Zunächst hiess es, das neue Restaurant solle nun etwas kleiner werden. Parallel dazu versuchte der Verwaltungsrat verzweifelt, zusätzliches Geld aufzutreiben. Im vergangenen Herbst legte er das Projekt schliesslich auf Eis.

Nun folgt die nächste Hiobsbotschaft: In einem Brief, der dieser Zeitung vorliegt, lädt der Verwaltungsrat die Aktionäre zur Generalversammlung, an der er die freiwillige Liquidation der AG beantragen wird. Aufgrund der «negativen Entwicklung bezüglich Investitionssumme, Pachtzinseinschätzungen und ungenügender Eigenmittel» könne die AG die Finanzierung des baureifen Projektes nicht sicherstellen, heisst es darin. «Eine Realisierung des Projekts im Baurecht ist deshalb vom Tisch.»

Was bedeutet dies konkret. Walter Egli, Präsident des Verwaltungsrats, will sich auf Anfrage nicht äussern. Er verweist auf die Generalversammlung vom 20. Juni, die vor der breiten Öffentlichkeit informiert werden soll.

Was passiert mit dem Geld?

Es bleiben somit viele Fragen offen. Klar ist lediglich, dass der Verwaltungsrat den Aktionären nicht nur die Liquidation der AG beantragen wird, sondern auch von ihnen auch ermächtigt werden will, den Frohberg samt Vorprojekt an die Gemeinde abzutreten. Der Gemeinderat, so heisst es im Brief, sei zum Schluss gekommen, das baureifes Neubau-Projekt weiter zu bearbeiten.

Was die Behörde aber im Detail zu tun gedenkt, ist derzeit nicht in Erfahrung zu bringen. Der Gemeinderat habe verschiedene Varianten ausgearbeitet und sich für eine entschieden für den Fall, dass der Frohberg wieder zurück an die Gemeinde falle, sagt Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP) auf Anfrage. «Wir wüssten, was wir dann tun würden.» Konkret werden möchte der Gemeindepräsident aber zu diesem Zeitpunkt nicht. Der Grund: Die Gemeinderat will der Aktionärsversammlung, die am 20. Juni über das weitere Vorgehen entscheidet, nicht vorgreifen.

Unklar bleibt vorerst auch, was mit dem Geld geschieht, das die Aktionäre investiert haben. Es geht um viel: Die Gemeinde ist mit einer halben Million Franken die grösste Aktionärin, die übrigen rund 400 Aktionäre bringen gesamthaft aber weitere 930 000 Franken ein. Der Verwaltungsrat der Frohberg-AG will ihnen erst an der Generalversammlung darlegen, wie es für sie weitergehen könnte. «Wir freuen uns, Ihnen an der GV einen Vorschlag zu präsentieren, wie Sie als Aktionäre das Projekt gleichwohl unterstützten und ihm damit hoffentlich zum Durchbruch verhelfen können.»

Der Anfang ist das Ende

Der allfällige Durchbruch wird jedoch voraussichtlich nicht mehr mit der Frohberg Stäfa AG stattfinden. Denn folgen die Aktionäre den Anträgen, lösen sie die Gesellschaft bereits an ihrer ersten ordentlichen Generalversammlung wieder auf.

Erstellt: 06.06.2019, 16:16 Uhr

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