Stäfa

Stäfa will sich selbst um seinen Klärschlamm kümmern

Die Gemeinde möchte aus dem Zweckverband austreten, von dem bislang der Klärschlamm aufbereitet wurde. Möglich ist dies nur, wenn die Bürger Ja zu einem Kredit von 2,6 Millionen sagen.

Die Stäfner Kläranlage soll für 2,6 Millionen Franken ausgebaut werden. Künftig würde der Schlamm so direkt zur Verbrennung abtransportiert.

Die Stäfner Kläranlage soll für 2,6 Millionen Franken ausgebaut werden. Künftig würde der Schlamm so direkt zur Verbrennung abtransportiert. Bild: Symbolbild/Archiv ZSZ

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Es kling fast, wie aus dem Katalog eines Spa-Zentrums. Beim vierten Traktandum der Stäfner Gemeindeversammlung vom 2. Dezember geht es um Schlammbehandlung. Gemeint ist allerdings nicht Schlamm, welcher der Haut Feuchtigkeit spendet, sondern Klärschlamm aus der Kläranlage. Es geht darum, wie man die behandelten Abwässer und Fäkalien der Stäfner wieder loswird. Und hier möchte der Stäfner Gemeinderat neue Wege gehen.

Bislang ist die Gemeinde nämlich Mitglied im Zweckverband Schlammbehandlungsanlage Pfannenstiel (ZSA), welchem auch die Gemeinden Hombrechtikon, Männedorf, Oetwil, Egg und Möchaltorf angehören. Nun will der Stäfner Gemeinderat aus dem Zweckverband austreten und die Kläranlage in Stäfa aufrüsten, damit der Schlamm dort vorbehandelt werden kann. Wenn er mindestens 20 Tage alt ist, würde er dann auf direktem Weg nach Zürich in die Klärschlammverwertungsanlage Werdhölzli transportiert, wo der Schlamm verbrannt wird.

Schlamm wird getrocknet

Bislang ist der Stäfner Klärschlamm zwar auch im Zürcher Werdhölzli gelandet, doch machte er noch eine Zwischenstation beim Zweckverband in Männedorf an der Winterhaldenstrasse, wo er für die Verbrennung aufbereitet wurde.Dies soll künftig in Stäfa selbst geschehen: Ein Vorhaben für das die Exekutive der Gemeindeversammlung einen Kredit von fast 2,6 Millionen Franken beantragt.

Dafür sollen unter anderem zwei neue Belüftungsbecken mit einem Fassungsvermögen von 2300 Kubikmetern gebaut beziehungsweise die zwei bestehenden Vorklärbecken zu solchen umgerüstet werden. Dies bedingt den Einbau von zwei neuen Siebrechen,die Abdeckung der Becken mit entsprechenden Platten sowie das Installieren von zwei Kranen, um diese Platten bewegen zu können. Aber auch das Erstellen zweier Rücklaufschlammsysteme sowie die Demontage der bestehenden Frischschlammpumpen müsste noch erledigt werden. «Der Schlamm wird in der ARA Stäfa soweit behandelt, dass er trocken genug ist, um in dieser Form direkt in die Verbrennung gebracht zu werden», begründet Tiefbauvorsteherin Claudia Hollenstein (GLP) die neue Infrastruktur. Damit passt Stäfa seine Ara nahe dem Dorfzentrum derjenigen in Ürikon an, wo dieses Verfahren bereits praktiziert ist.

«Kein Nenner»

Doch weshalb will die Gemeinde ihren Schlamm selbst behandeln, wenn dies doch auch einfach und bequem im benachbarten Männedorf möglich wäre? In der Weisung zur Gemeindeversammlung ist unter anderem die Rede davon, dass der Gemeinderat aufgrund verschiedener Vorkommnisse innerhalb des Zweckverbands beschloss eine Kündigung zu prüfen. «Hauptsächlich geht es aus unserer Sicht darum, dass es nicht gelungen ist einen gemeinsamen Nenner für die Weiterentwicklung des Zweckverbandes zu finden», sagt Hollenstein. «Dabei ging es um Themen wie Notwendigkeit des Zweckverbandes und Alternativen der Rechtsform.»

Doch auch Kosten- und Umweltgründe spielen eine Rolle für das Vorgehen Stäfas. So geht die Gemeinde von CO2-Einsparungen von 7,2 Tonnen jährlich aus. Diese würden sich auf die kürzeren Transportwege beziehen, sagt Hollenstein. Ausserdem berechnete ein Ingenieurbüro die Betriebskosten mit dem aktuellen und mit dem künftigen Verfahren: Dabei ergaben sich Minderkosten von fast 230 000 Franken pro Jahr, wie der Weisung zu entnehmen ist.

Geplante Bauzeit für die ARA wären gut drei Jahre, so dass die neue Infrastruktur auf das Jahr 2023 in Betrieb genommen werden könnte. Dies hängt auch mit der Kündigungsfrist des Zweckverbands zusammen, welche drei Jahre beträgt. So wäre ein nahtloser Übergang möglich. Ob es dazu kommt, liegt allerdings an der Gemeindeversammlung, die am 2. Dezember über den Austritt aus dem Zweckverband und den Kredit zum Ausbau entscheidet.

Gemeindeversammlung, Montag, 2. Dezember, 20 Uhr in der Reformierten Kirche in Stäfa.





Erstellt: 18.11.2019, 22:18 Uhr

Teilrevisionen bei Abfall und Elektrizität

Ein weiteres Traktandum der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember ist die Teilrevision der Elektrizitätsverordnung. Dabei geht es unter anderem darum. die kommunale Verordnung an die neue Gemeindeordnung anzupassen. Dort wurde der Aufgabenkreis um die Beschaffung elektrischer Energie erweitert. Bei der Teilrevision der Abfallverordnung sollen vor allem neue Grundsätze zu Unterflurcontainern eingefügt werden.Weitere Traktanden, über die diese Zeitung schon berichtete, sind Budget und Steuerfuss, der neue Bushof, ein Sanierungsbeitrag an die Musikschule sowie ein Betriebsbeitrag an die Sport- und Mehrzweckhalle Frohberg. (phs)

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