Obergericht

Serien-Einbrecher erhält eine weniger lange Freiheitsstrafe

Die Freiheitsstrafe für einen Albaner, der zahlreiche Einbrüche im Bezirk Meilen verübte, wurde vom Obergericht von 54 auf 42 Monate reduziert.

Das Obergericht milderte die Freiheitsstrafe des 25-jährigen Albaners von 54 auf 42 Jahre.

Das Obergericht milderte die Freiheitsstrafe des 25-jährigen Albaners von 54 auf 42 Jahre. Bild: Keystone

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Der heute 25-jährige Mann aus Albanien war am 11. April dieses Jahres vom Bezirksgericht Meilen zu einer Freiheitsstrafe von 54 Monaten und acht Jahren Landesverweis verurteilt worden. Der Mann hatte ab Ende Dezember 2016 innerhalb von drei Monaten rund 30 Einbrüche in Privathäusern und Wohnungen verübt – davon acht im Bezirk Meilen. Dabei hatte er Schmuck, Uhren und Bargeld im Wert von rund 70 000 Franken erbeutet und Sachschäden in der Höhe von 40 000 Franken verursacht.

Dazu kam, dass der Automechaniker, der sich illegal in der Schweiz aufhielt, vorher schon in Deutschland mehrmals straffällig geworden war. In der Schweiz hatte er seine Einbruchserie durchgezogen, obwohl er von der Staatsanwaltschaft See/Oberland bereits im März 2017 eine bedingte Geldstrafe erhalten hatte. Das heisst: Er hatte trotz einer Probezeit von zwei Jahren munter mit Straftaten weitergemacht.

Schon länger im Strafvollzug

Das Urteil des Bezirksgerichts wegen gewerbsmässigen Diebstahls sowie mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs ist jetzt vom Obergericht bestätigt worden. Die Dauer der Freiheitstrafe wurde jedoch von 54 auf 42 Monate verringert. Die 567 Tage, die der Verurteilte seit dem April 2017 bereits in der Untersuchungshaft und im vorzeitigen Strafvollzug abgesessen hat, werden angerechnet. Zudem muss der Verurteilte zwei Drittel der Kosten für das Berufungsverfahren übernehmen. Auch die Geldstrafe in der Höhe von 600 Franken, die er im März 2017 erhalten hatte, muss der Mann bezahlen – sie wird nicht widerrufen.

Der Verteidiger hatte während des Berufungsverfahrens für ein tieferes Strafmass plädiert. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren und sprach sich für einen bedingten respektive teilbedingten Vollzug aus. Die Strafe der Vorinstanz sei zu hoch und unangemessen, argumentierte der Verteidiger. Er verwies dabei auf einen vergleichbaren Fall im Bezirk Horgen, wo ein Serien-Einbrecher trotz einer viel höheren Deliktsumme zu drei Jahren Haft verurteilt worden war. Er kritisierte zudem die Argumentation des Bezirksgerichts Meilen, wonach der junge Mann professionell, gezielt und mit grosser krimineller Energie gehandelt habe.

Notlage geltend gemacht

Sein Mandant habe aus einer grossen wirtschaftlichen und familiären Notlage heraus gehandelt, erklärte der Verteidiger. Sein primäres Motiv sei es gewesen, Geld für seine Familie respektive seinen Vater zu beschaffen, der bei einem Verkehrsunfall in Albanien schwer verletzt worden war. Der Verurteilte habe zudem alle Einbrüche schon früh zugegeben, obwohl es gar nicht in allen Fällen Beweise für seine Täterschaft gegeben habe. Er habe sich auch mehrmals entschuldigt, spürbar Reue gezeigt und sich immer anständig und kooperativ verhalten.

Es gebe also viele Faktoren, die als strafmildernd zu berücksichtigen seien, bilanzierte der Verteidiger. Die von der Vorinstanz erhobenen Zweifel gegenüber der Glaubwürdigkeit des Angeklagten seien überdies nicht gerechtfertigt gewesen. Behauptungen, er habe die Einbrüche nur schrittweise oder spät zugegeben, seien nachweislich falsch. Das Tatverschulden seines Mandanten sei nicht als «mittelschwer, sondern als leicht» zu werten, betonte der Verteidiger.

Mehrere Vorstrafen

Der verurteilte Mann selber zeigte sich während der Befragung durch das Obergericht einmal mehr reuig. Gleich mehrmals entschuldigte er sich für seine Taten. Auf die Frage des Richters, warum er trotz mehreren Vorstrafen in Deutschland und einer Vorstrafe in der Schweiz in so kurzer Zeit so viele Einbrüche gemacht habe, konnte der Mann aber nur bedingt plausible Antworten liefern. Er habe in seiner Not und wegen der Probleme seiner Familie keinen anderen Ausweg gesehen, erklärte er unter anderem.

Erstellt: 24.10.2018, 15:38 Uhr

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