Bundesgericht

Sekretärin wird als Betrügerin verurteilt

Eine 47-Jährige hat ihren Ex-Chef um 5,2 Millionen Franken gebracht. Ihre Beschwerde gegen die Verurteilung als Betrügerin hat jetzt auch das Bundesgericht abgewiesen.

78 mal hat eine Sekretärin unbefugt die Kreditkarte ihres Chefs verwendet – und ihm so viel Geld abgeknöpft. (Symbolbild)

78 mal hat eine Sekretärin unbefugt die Kreditkarte ihres Chefs verwendet – und ihm so viel Geld abgeknöpft. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Die Zahlen lassen einen staunen: Während acht Jahren soll eine Sekretärin ihrem Chef über fünf Millionen Franken abgeknöpft haben. 58 gefälschte Einzahlungsscheine habe sie ihm vorgelegt, 78 mal unbefugt seine Kreditkarte benutzt und 42 mal habe sie sich ganz einfach Bargeld auszahlen lassen.

Der betagte Verlagschef aus dem Bezirk Meilen, der wohl nicht mehr im besten geistigen Zustand war, sei von der 47-Jährigen ausgenutzt worden, lautete der Vorwurf, den das Bezirksgericht Meilen und das Obergericht 2017 beziehungsweise 2018 bestätigten. Das Geld habe sie sich mit sexuellen Leistungen erschlichen.

Das Strafmass aus Meilen wegen gewerbsmässigem Betrug und gewerbsmässigem betrügerischen Missbrauch einer Datenanlage und mehrfacher Urkundenfälschung reduzierte das Obergericht um ein Jahr auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren. Da sie am Obergericht aufzeigte, dass sie über die Jahre etwa zwei Millionen zurückbezahlt hatte, wurde sie verpflichtet die restlichen 3,1 Millionen Franken zurückzuzahlen.

Keine Willkür

Die Sekretärin hatte eine ganz andere Geschichte aufgetischt. Es sei zwar zu sexuellen Handlungen gekommen, aber nicht weil sie es so wollte. Vielmehr habe sich der alte Herr aufgedrängt und sie für die Dienste bezahlt. Sie schäme sich dafür, dass sie nicht abgelehnt hatte, sagte sie am Obergericht.

Offenbar weiterhin überzeugt von ihrer Unschuld forderte die Beschwerdeführerin auch am Bundesgericht, sie sei von jeglicher Schuld freizusprechen. Das Obergericht habe willkürlich entschieden und sei nicht auf ihre Beweisanträge eingetreten. Das Bundesgericht kann aber keine Willkür feststellen. Die Beweiswürdigung und Sachverhaltsfeststellung der Oberrichter sei nachvollziehbar, die Schlussfolgerungen der Beschwerdeführerin hingegen nicht.

Auf die Beschwerde, dass die rechtliche Würdigung falsch sei, kann das Bundesgericht gar nicht eingehen, da sie diesen Behauptung gar nicht begründet. Das Bundesgericht weist die Beschwerde ab. Die ehemalige Sekretärin, die heute arbeitslos ist, muss auch noch die Gerichtskosten von 1200 Franken übernehmen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.03.2019, 14:41 Uhr

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