Küsnacht

Schule hat neu eine Raucherzone

Früher wichen Schüler der Schule Tempus am See in Küsnacht zum Rauchen auf Nachbargrundstücke aus. Jetzt hat die Schule eine offizielle Raucherzone, versuchsweise für ein Jahr. An Berufs- und Mittelschulen der Region gibt es solche Zonen seit längerem.

Die Tempus-Schule in Küsnacht hat neu eine Raucherzone.

Die Tempus-Schule in Küsnacht hat neu eine Raucherzone. Bild: Symbolbild/Keystone

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In der Tempus-Schule in Küsnacht hatten Raucher bisher nichts zu lachen. Die Hausordnung verbot das Rauchen auf dem ganzen Areal, und das Verlassen des Areals während der Schulzeit ist nicht erlaubt.

Jetzt gibt es neu eine Raucherzone. «Es ist ein Pilotversuch bis Ende Schuljahr», sagt Danièle Glarner. Sie ist Präsidentin der Schulgemeinde Küsnacht. Dieser untersteht auch die berufsvor­bereitende Tempus-Schule. Die Schüler dort sind zum Teil schon gewohnheitsmässige Raucher. Manche von ihnen rauchten darum unerlaubterweise auf benachbarten Privatgrundstücken. Das ist jetzt nicht mehr nötig.

Pragmatische Lösung

«Mit der Raucherzone haben wir einen pragmatischen Lösungs­ansatz gewählt», sagt die Schulpräsidentin. Für die benachbarte Küsnachter Sekundarschule gilt nach wie vor gänzliches Rauchverbot. Eine Pausenaufsicht kon­trolliert, dass nur berechtigte Tempus-Schüler die Raucher­­zone benützen.

Für die Tempus-Schule ist die Raucherzone etwas Neues. An der Kantonsschule Küsnacht hin­gegen ist es den Schülerinnen und Schülern seit über zehn Jahren möglich, zu rauchen. Dafür stehen zwei Raucherzonen zur Verfügung. Sie sind im Freien und nicht gedeckt. «So ist der Anreiz zum Rauchen bei Regen nicht sonderlich gross», sagt Rektor Christian Grütter.

Allerdings ist die Nutzung dieser Zonen den Schülern ab dem 10. Schuljahr vorbehalten. Für die Gymnasiasten der unteren Klassen ist das Rauchen auf dem Pausenplatz verboten ­— unabhängig davon, ob sie schon 16-jährig sind. «Dank der übersichtlichen Grösse unserer Schule erkennt man schnell, welche Schüler nicht rauchen dürfen», sagt Grütter. Mit diesen suche man den Dialog und mache auf die Suchtgefahr der Tabakwaren aufmerksam.

Die Lehrpersonen der Kantonsschule nutzen dieselben Rau­cherzonen wie die Schüler. Dadurch würden immer wieder gute Begegnungen und Gespräche entstehen, sagt Grütter. «Dies soll aber nicht zum Rauchen animieren.»

BZZ mit Raucherpausenplatz

Ähnlich sieht es im Bildungszen­trum Zürichsee (BZZ) in Stäfa aus. Es existieren hier zwei Pausenplätze. Auf dem oberen gilt striktes Rauchverbot, das untere Areal ist für die Raucher vorgesehen. Die Schülerschaft ist beim BZZ zwischen 16 und 20 Jahre alt und somit älter als jene, die das 10. Schuljahr an der Tempus am See absolviert. «Wir ermutigen aber unsere Schüler immer, sich das Rauchen abzugewöhnen oder gar nicht erst damit zu beginnen», sagt Andreas Häni, Rektor des BZZ. An einem offiziellen Programm wie «Rauchfreie Lehre» nimmt die Schule noch nicht teil. Beim Projekt der rauchfreien Lehre werden Lernende unterstützt, Nichtraucher zu bleiben oder das Rauchen aufzugeben.

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum in Rapperswil-Jona (BWZ) empfiehlt den Schülern das Programm. «Wir wollen aber nicht missionieren», sagt Tanja Zwicky, stellvertretende Rektorin. Natürlich wäre es besser, wenn die Schüler nicht rauchen würden. Die Aufgabe der Schule sei es aber, die jungen Menschen über die gesundheitliche Auswirkung und die Kosten des Rauchens zu informieren.

Das BWZ setzt ebenfalls auf abgegrenzte Raucherzonen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Eingänge rauchfrei bleiben. «So zieht der Rauch nicht ins Gebäude und die Nichtraucher werden geschützt», sagt Zwicky. Weiter gebe es an der Schule keine Möglichkeit, Zigaretten zu kaufen. «Es gibt bei uns allenfalls vereinzelte Lernende, die noch nicht 16 Jahre alt sind und nicht rauchen dürften», sagt Zwicky. Allerdings sei eine entsprechende Kontrolle bei insgesamt 1100 Schülern nicht realistisch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.08.2016, 17:36 Uhr

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