Erlenbach

SBB schliessen den Schalter in Erlenbach

Der Schalter in Erlenbach ist zu wenig ausgelastet. Die SBB heben ihn deshalb per 1. Oktober auf. Erlenbach könne nichts dagegen unternehmen, sagt der Gemeinderat.

Die Verkaufsstelle beim Bahnhof Erlenbach schreibt gemäss SBB jährlich einen Verlust im sechsstelligen Bereich.

Die Verkaufsstelle beim Bahnhof Erlenbach schreibt gemäss SBB jährlich einen Verlust im sechsstelligen Bereich. Bild: Patrick Gutenberg

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Mehrere Bahnschalter sollen noch dieses Jahr geschlossen werden, darunter auch jener in Erlenbach. Dies berichtete die «Ostschweiz am Sonntag». Die SBB bestätigten diesen Schritt gegenüber der ZSZ. Der Bahnhof Erlenbach werde per 1. Oktober «in eine Station mit Selbstbedienung umgewandelt», sagt Mediensprecher Reto Schärli. «Damit reagieren die SBB auf die abnehmende Nachfrage nach bedientem Verkauf.»

Pro Stunde würden in Erlenbach weniger als ein halbes Dutzend Artikel am Schalter verkauft. Mittlerweile würden in Erlenbach fast 90 Prozent aller Billette über Selbstbedienungs-kanäle – also über den Automaten, die Handy-App oder das Internet – bezogen.

Abbau trifft vor allem Senioren

«Aufgrund des Rückgangs der Nachfrage haben wir überproportionale Betriebskosten», sagt Schärli weiter. «Pro Jahr resultiert ein Verlust im sechsstelligen Bereich.» Dies widerspreche dem Auftrag des Bundesrates, das operative Geschäft nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu führen.

Der Erlenbacher Gemeinderat ist über die bevorstehende Schliessung des Bahnschalters informiert, wie Gemeindeschreiber Hans Wyler auf Anfrage sagt. «Der Gemeinderat nimmt das nicht mit Freude zur Kenntnis. Es gibt aber keine Rekursmöglichkeit.» Die Behörde bringe zwar ein gewisses Verständnis für den Schritt der SBB auf, da der Schalter nicht mehr so oft besucht werde wie früher. «Letztlich ist es aber ein Abbau des Service Public, der vor allem ältere Erlenbacher trifft», sagt Wyler.

Die SBB werden insbesondere für Senioren einen Kurs anbieten, wie man stattdessen die mobile App und den Billettautomaten nutzen kann. Im Erlenbacher Publikationsorgan «Dorfbott», der Ende Juni erscheint, wird der Gemeinderat die Einwohner auf diese Kurse aufmerksam machen und auch die Daten bekannt geben.

Mitarbeiter gehen nach Stäfa

Betroffen sind nicht nur die Bahnkunden, sondern auch die Mitarbeiter in Erlenbach. Gemäss SBB werden sie künftig hauptsächlich in Stäfa eingesetzt. Wie die frei werdenden Räumlichkeiten genutzt werden, wird nun geprüft.

Erlenbach ist nicht die einzige Gemeinde am rechten Zürichseeufer, die sich in jüngster Vergangenheit mit Abbauplänen der Bahn konfrontiert sah. So kündigten die SBB im vergangenen Jahr in Uetikon zunächst den Vertrag mit dem Migrolino-Shop beim Bahnhof. Der Laden hatte bis anhin anstelle des nicht mehr existierenden Schalters Billette verkauft. Er wird dies entgegen der ursprünglichen Absicht der SBB noch eine Weile tun, da die Bahn nach Protesten der Gemeinde zurückgekrebst ist und den Vertrag bis 2020 verlängert hat. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.06.2018, 16:50 Uhr

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