Küsnacht

Radweg neben Raserstrecke soll die Sicherheit erhöhen

Zwischen dem Rütihof und der Forch will der Kanton einen kombinierten Rad- und Fussweg bauen. Dieser soll der Hohrütistrasse entlangführen, die durch Unfälle schon traurige Berühmtheit erlangt hat.

Nicht alle Autofahrer halten sich auf der Hohrütistrasse an die vorgeschriebenen 80 Kilometer pro Stunde.

Nicht alle Autofahrer halten sich auf der Hohrütistrasse an die vorgeschriebenen 80 Kilometer pro Stunde. Bild: Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer mit dem Velo von Herrliberg auf die Forch fahren will, erlebt spätestens auf Höhe des Weilers Rütihof eine böse Überraschung: Der Rad- und Fussgängerweg endet dort nämlich. Nun plant der Kanton mit einem neuen, kombinierten Rad- und Fussweg die 2,8 Kilometer lange Lücke zu schliessen. Ein Vorhaben, das auf der kantonalen Radwegstrategie beruht, die einst vom Regierungsrat beschlossen wurde. Dass der neue Weg der Herrliberger Forch- und der Küsnachter Hohrütistrasse entlangführen soll, wirft aber Fragen auf.

Letztere ist in der Region nicht nur als Strecke bekannt, wo gerne schnell gefahren wird, es ereignen sich dort auch immer wieder schwere Unfälle. So starb im Mai 2015 ein Motorradlenker nach einer Kollision mit einem Auto. Auch eine Frontalkollision im Herbst 2012 endete für eine der Unfallbeteiligten tödlich.

Von der Strasse abgetrennt

Es sei in einem Zeitraum von 2008 bis 2013 zu 34 Unfällen mit einem Todesopfer, fünf Schwer- und vier Leichtverletzten gekommen, bestätigt Thomas Maag, Sprecher der kantonalen Baudirektion. Maag führt an, dass gerade der Veloweg zu einer besseren Verkehrssicherheit für die Velofahrenden beitrage, da diese heute auf der Strasse unterwegs sind. «Beim betroffenen Abschnitt handelt es sich grösstenteils um eine Strecke, auf der Fahrzeuge mit 80 km/h die Velofahrer überholen.» Zu mehr Sicherheit beitragen soll ein 1,5 Meter breiter Grünstreifen, der die Velofahrer und Fussgänger von der Fahrbahn abschirmt. Bei den Ein- und Ausfahrten sowie an einer weiteren Stelle wurde auf den trennenden Streifen verzichtet. In diesem Abschnitt sei ein abgetrennter Radweg aus topografischen Gründen nicht realisierbar, erklärt Maag und verweist auf die steile Böschung sowie einen Bachdurchlass.

Gedanken zur Sicherheit machte sich auch der Förchler Rolf Geiger in einem Leserbrief. Er kritisiert, dass die Velofahrer die Kantonsstrasse zweimal überqueren müssen sowie mehrere Zufahrtsstrassen kreuzen.

«Häufige Wildunfälle»

Als Konsequenz daraus schlägt Geiger vor, den Weg auf die Bergseite der Strasse zu verlegen. Diese Lösung sei geprüft worden, sagt Maag. «Sie kommt nicht infrage, weil unter anderem auf der Bergseite der Wald ist und für den Velo­weg viele Bäume gerodet werden müssten.» Ausserdem bedeute Laub für Velofahrende immer auch ein Unfallrisiko. Trotz der Unfallzahlen schreibt der Kanton in seinem technischen Bericht, die Strecke sei kein Unfallschwerpunkt. Im gleichen Dokument steht allerdings auch, dass es im Strassenabschnitt Hohrüti häufig zu Wildunfällen komme. Diese sind zwar in erster Linie eine Gefahr für Autofahrer, aber eben nicht nur: Einem Rennvelofahrer an der deutsch-schweizerischen Grenze wurde im Frühling 2012 eine Wildschweinrotte zum Verhängnis. Er musste nach einer Kollision mit einem der Tiere schwer verletzt ins Spital eingeliefert werden.

Nicht nur die Sicherheit, auch die Kosten von 2,6 Millionen Franken geben zu reden. Ein Teil davon ist auf den Grunderwerb zurückzuführen. Insgesamt 15 Parteien sind davon betroffen. Die Verhandlungen finden allerdings erst nach der öffentlichen Auf­lage statt, die noch bis Montag läuft. Es muss sich noch zeigen, ob sich die Kosten dadurch weiter erhöhen. Der Kanton listet die «Verhandlungen mit den Grundeigentümern» zumindest unter dem Punkt «Kostenrisiken» auf. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.12.2016, 09:22 Uhr

Google Map

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben