Küsnacht

Projekt für Sozialwohnungen wird konkret

Küsnacht will beim Seewasserwerk 25 Sozialwohnungen bauen. Läuft alles nach Plan, könnten bereits im Frühjahr 2022 die ersten Mieter einziehen.

Auf dem Grundstück direkt neben dem Seewasserwerk will die Gemeinde Küsnacht 25 Sozialwohnungen bauen.

Auf dem Grundstück direkt neben dem Seewasserwerk will die Gemeinde Küsnacht 25 Sozialwohnungen bauen. Bild: André Springer

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Wer in Küsnacht nach einer mittleren 4-Zimmer-Wohnung sucht, der muss mit durchschnittlichen Mietpreisen von 2700 Franken rechnen. Für jene Menschen, die von der Sozialhilfe leben ist dies eine unvorstellbare Summe, erhält eine vierköpfige Familie im Kanton Zürich doch gerade einmal 2110 Franken pro Monat. Genau für solche Menschen will die Gemeinde Küsnacht nun bezahlbaren Wohnraum schaffen. Auf dem gemeindeeigenen Grundstück hinter dem Seewasserwerk sollen 25 Sozialwohnungen entstehen.

Die Idee ist nicht neu. Bereits 1999 liess der Küsnachter Gemeinderat auf dem Grundstück an der Freihofstrasse 19, das gegenwärtig als Lagerplatz der Werke am Zürichsee dient, ein Wohnhaus projektieren. Der Bau sollte als Notunterkunft für gut 60 Asylbewerber dienen. Weil die Zahl Asylsuchender in der Folge deutlich zurück ging, wurde das Projekt letztlich jedoch nicht weiterverfolgt. 2010 kam das Thema in überarbeiteter Form erneut aufs Tapet. Erstmals wurde nun von Wohnungen für Leute mit bescheidenem Einkommen gesprochen.

37 Teams wollten bauen

Wegen der Möglichkeiten, die die 2012 verabschiedete kommunale Bau- und Zonenordnung bietet, entschied sich der Gemeinderat schliesslich aber dazu, ein neues Projekt ausarbeiten zu lassen. Die neue Ordnung gewährt nämlich einen Ausnützungsbonus von 10 Prozent, wenn ein Viertel der Hauptnutzfläche aus Familienwohnungen besteht. Das Bauvolumen, welches nun auf dem 1583 Quadratmeter grossen Grundstück möglich ist, vergrössert sich damit markant.

Im März 2016 bewilligte der Gemeinderat darum schliesslich einen Kredit über 170 000 Franken für die Durchführung eines Projektwettbewerbs. 37 Teams bewarben sich um den Auftrag. Deren drei wurden ausgewählt einen Projektvorschlag auszuarbeiten. Das Architekturbüro Peter Moor aus Zürich erhielt schliesslich den Zuschlag.

Mietpreise noch nicht

Für die Projektierung des Neubaus mit dem Namen «Zweiheit» sprach die Gemeindeversammlung im Juni 2017 einen Kredit über 420 000 Franken.

Derzeit liegt nun das Baugesuch für die Erstellung des Mehrfamilienhauses mit 25 hindernisfreien Wohnungen (ein Studio, vierzehn mal 2-Zimmer, eine 2-1/2-Zimmer, fünf mal 3-1/2-Zimmer und vier mal 4-1/2-Zimmer) und 12 oberirdischen Parkplätzen auf. Der dreigeschossige Baukörper besteht aus zwei versetzten Rechtecken. Der Innenausbau der Wohnungen soll gemäss dem Baugesuch einfach und zweckmässig sein.

Wie hoch die Mieten der Wohnungen dereinst liegen, ist noch nicht bekannt. Und auch über die Kosten des Bauprojekts kann die Gemeinde Küsnacht zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben machen. In den Unterlagen zur Gemeindeversammlung vom Juni 2017 war indes von 6,2 Millionen Franken die Rede.

Das Baugesuch liegt noch bis Ende Februar im Bausekretariat der Gemeinde Küsnacht auf. Gehen bis zum Ende der Frist keine Einsprachen gegen das Projekt ein, rechnet die Gemeinde im Sommer mit der Baubewilligung. Damit die Sozialwohnungen tatsächlich gebaut werden können, braucht es aber noch das Ja der Gemeindeversammlung. Gemäss Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola soll das Projekt sowie der dafür benötigte Kredit den Stimmbürgern im Dezember vorgelegt werden. In der zweiten Jahreshälfte 2020 könnte dann der Baustart erfolgen. Nach diesem Szenario würden die Wohnungen im Frühling 2022 bezugsbereit sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.02.2019, 16:34 Uhr

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