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Post stoppt den Verkauf von Abfallmarken und Güselsäcken

Die Post verkauft in Männedorf keine Abfallmarken mehr. Dabei handelt es sich um einen Grundsatzentscheid: Auch in anderen Gemeinden wird die Post künftig auf Märkchen oder Güselsäcke im Sortiment verzichten.

In der Männedörfler Postfiliale gibt es bereits keine Abfallmarken mehr – die anderen Gemeinden sollen folgen.

In der Männedörfler Postfiliale gibt es bereits keine Abfallmarken mehr – die anderen Gemeinden sollen folgen. Bild: Patrick Gutenberg

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Seit mehr als 25 Jahren werden in der Männedörfler Postfiliale Abfallmarken verkauft. Doch nun gehört dieser Service der Vergangenheit an Seit kurzem gibt es in der Poststelle keine Güselmärkli mehr. «Kehrichtsäcke und Abfallmärkchen gehören zu Drittprodukten, die wir laufend überprüfen», sagt Markus Werner, Mediensprecher der Post. Dabei sei herausgekommen, dass das Produkt für die Post nicht wirtschaftlich sei.. «Daraufhin haben wir uns entschieden, dass wir Abfallmärkchen nicht länger verkaufen.» «In unserer Filiale Männedorf haben wir seit rund zwei Wochen keine Abfallsäcke mehr auf Lager», sagt Werner. «An den anderen Standorten in der Region verkaufen wir noch Abfallsäcke – solange vorrätig.»

Was in Männedorf nämlich schon Tatsache ist, soll auch in allen anderen Gemeinden Schule machen. «Es ist ein grundsätzlicher Entscheid, dass wir bis Ende 2018 auf den Verkauf von Abfallsäcken oder -märkchen verzichten», sagt Werner und verweist erneut auf die fehlende Deckung des Aufwands, beispielsweise für das Personal oder die Logistik. «Wichtig ist aus unserer Sicht, dass den Bürgerinnen und Bürgern für dieses Produkt weiterhin eine grosse Zahl von Verkaufsstellen in der Region zur Verfügung steht.»

Höhere Provision verlangt

Auch in Männedorf ist die Postfiliale bei weitem nicht der einzige Ort, wo Abfallmarken erhältlich sind. Diese gibt es unter anderem bei den Grossverteilern oder der Gemeindeverwaltung. Gemeindeschreiber Jürg Rothenberger zeigt sich dennoch enttäuscht angesichts des Entscheids der Post: «Es ist ein Abbau von Dienstleistungen für die Bevölkerung, und das bedauern wir.» Der Verkauf von Märkchen sei ein geschätzter Service gewesen.

«Es ist ein Abbau von Dienstleistungen für die Bevölkerung.»Jürg Rothenberger,
Gemeindeschreiber Männedorf

Ein Thema sind bei den Gemeinden zudem die Provisionen, die sie der Post für den Verkauf bezahlen. Die Obersee-Gemeinde Schmerikon wurde vor einigen Wochen von den Post über den Service-Abbau informiert. «Wir haben allen Verkaufsstellen eine Provision von 7 Prozent angeboten», sagt Gemeindepräsident Félix Brunschwiler (parteilos). Nun habe die Post mindestens 10 Prozent verlangt. Diese Konzession wollte die Gemeinde nicht eingehen. Brunschwiler ist zwar enttäuscht, dass die Post keine Gebührensäcke mehr verkaufen will, verweist aber auf die vielen alternativen Verkaufsstellen.

Keine Säcke mehr nachgefragt

Dass der Verkauf von Abfall-Entsorgungsprodukten in den Postfilialen einem Bedürfnis der Bevölkerung entspricht, bestätigt Romano Wild, Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallverwertung Horgen, welcher für alle Gemeinden im linksufrigen Bezirk zuständig ist. «Die Post hat uns grössere Mengen an Abfallsäcken abgenommen.» Doch auch am linken Ufer, wo die Gebühren durch den Verkauf spezieller Säcke eingenommen wird, ist ein Ende des Verkaufs in den Poststellen absehbar. Seit Frühling hat die Post von uns keine Abfallsäcke mehr bezogen», sagt Wild.

«Es war eine gute Sache», bedauert er das Ende des Verkaufs in den Poststellen der Region. Enttäuscht ist Wild vor allem von der Kommunikation der Post. «Ich habe es letzte Woche durch einen Lieferanten erfahren.» Es wäre schön gewesen, wenn die Post uns aktiv mitgeteilt hätte, dass sie Abfallsäcke aus dem Sortiment streicht. «Wir entschuldigen uns, dass der Geschäftsführer des Zweckverbandes nicht persönlich von uns informiert wurde», sagt Postsprecher Werner dazu. Man habe in der Zwischenzeit mit dem Zweckverband Kontakt aufgenommen, um dieses Versäumnis nachzuholen und um Herrn Wild die entsprechenden Information zukommen zu lassen. Ansonsten habe man Gespräche mit den Gemeinden geführt.

Fokus aufs Kerngeschäft

Laut Werner will sich die Post künftig in ihren Filialen mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. «Das Angebot an Abfallsäcken hat nichts mit der postalischen Grundversorgung zu tun», kontert Postsprecher Werner die Kritik. «Die Post ist vom Bund beauftragt, eine Grundversorgung mit Postdienstleistungen zu gewährleisten – und diesen Auftrag erfüllen wir.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.07.2018, 17:41 Uhr

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