Uetikon

Pfarrhaus soll sieben neuen Wohnungen weichen

Die reformierte Kirchgemeinde Uetikon will eines ihrer Pfarrhäuser abreissen. Stattdessen soll auf dem Gelände ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen entstehen.

Aus dem 46 Jahre alten Pfarrhaus soll ein Mehrfamilienhaus werden. Aktuell lebt noch eine junge Familie darin, deren Mietvertrag läuft aber nächstes Jahr aus.

Aus dem 46 Jahre alten Pfarrhaus soll ein Mehrfamilienhaus werden. Aktuell lebt noch eine junge Familie darin, deren Mietvertrag läuft aber nächstes Jahr aus. Bild: Manuela Matt

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In vielen Gemeinden im Bezirk Meilen werden Pfarrhäuser überflüssig, weil Pfarrpersonen nicht mehr darin wohnen wollen und seit diesem Jahr auch nicht mehr müssen: Die neue Kirchenordnung schreibt vor, dass nur noch eine Pfarrperson pro Kirchgemeinde tatsächlich den Wohnsitz in der Gemeinde haben muss. Die Kirchgemeinden vermieten die Häuser daher oder reissen sie gleich ganz ab, wie zum Beispiel in Zollikon, wo zurzeit ein Mehrfamilienhaus auf dem Grundstück eines ehemaligen Pfarrhauses gebaut wird.

Die reformierte Kirchgemeinde Uetikon möchte nun den gleichen Weg gehen. Das Pfarrhaus an der Gartenstrasse 2 soll durch einen Neubau ersetzt werden. «Das Pfarrhaus ist stark renovationsbedürftig, und es würde grosse Investitionen bedingen», schreibt die Kirchgemeinde. Das 46 Jahre alte Haus sei noch nie gesamtsaniert worden, fügt Kirchenpflegepräsidentin Christa Gamper hinzu. Zudem sei der Nutzen bei einem Einzelobjekt geringer als bei einem Mehrfamilienhaus. Darum wird an einer ausserordentlichen Versammlung am Sonntag über den Abriss des Pfarrhauses und einen Projektierungskredit von maximal 800'000 Franken abgestimmt.

Zurzeit wohnt eine junge Familie im Pfarrhaus, deren befristeter Mietvertrag im April 2020 ausläuft. Im Gegenzug für eine tiefe Miete hat sie sich um die Pflege des Hauses und des 898 Quadratmeter grossen Gartens gekümmert.

Das Pfarrhaus an der Gartenstrasse 2 in Uetikon.

Abstand von der Arbeit

Im neuen Haus sollen insgesamt sieben Wohnungen entstehen. Eine davon ist ein Studio, der Rest sind 2½- und 3½-Zimmer-Wohnungen. Eine der Wohnungen ist für die Pfarrperson vorgesehen. Gemäss Kirchgemeinde hätten Abklärungen bei den Pfarrpersonen gezeigt, dass diese es vorziehen würden, nicht gleich neben der Kirche zu wohnen, da eine Abgrenzung zur Arbeit so schwierig sei. Das zweite Pfarrhaus der Kirchgemeinde an der Gartenstrasse 26 ist gleich neben der Kirche. Das denkmalgeschützte Gebäude soll künftig nur noch als Bürogebäude und für die Jugend- und Kinderarbeit genutzt werden.

Die Kirchgemeinde möchte die Mieten im Neubau tief halten, um das Leerstandsrisiko zu mindern, wie sie im Antrag an die Versammlung schreibt. Gleichzeitig werde die Kirchenrechnung durch die Wohnungen quersubventioniert. Die kleine Rendite, die das Projekt abwerfe, sei «in der angespannten finanziellen Lage sehr willkommen». Als Mieter sind Ehepaare und Einzelpersonen über 50 mit Bezug zu Uetikon gewünscht. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde es künftig mehr Personen in diesem Alter geben, erklärt Christa Gamper diesen Entscheid. «Diese Personen möchten im Alter wahrscheinlich etwas Kleineres, möchten aber auch im Dorf bleiben.»

Um den Neubau optimal planen zu können, möchte die Kirchgemeinde der politischen Gemeinde Uetikon ein Stück Land abkaufen. Die plant nämlich, entlang der Gartenstrasse sowie der Kreuzsteinstrasse neu ein Trottoir anzulegen. Dadurch werden dem Grundstück der Kirchgemeinde 79 Quadratmeter abgeschnitten. Um diesen Verlust auszugleichen, möchte die Kirchgemeinde im Südwesten ihres eigenen Grundstücks 181 Quadratmeter von der politischen Gemeinde erwerben. Die kleine Zufahrtsstrasse parallel zur Kreuzsteinstrasse wird aufgehoben, sodass ein zusammenhängendes Grundstück entsteht.Die politische Gemeinde hat sich bereit erklärt, das besagte Stück Land für 64 400 Franken an die Kirchgemeinde zu verkaufen.

«Ich kann mir auch vorstellen, dass es negative Stimmen geben wird.»Kirchenpflegepräsidentin Christa Gamper

Gamper hofft auf eine Zustimmung zu den Plänen der Kirchenpflege. Bis jetzt habe sie nur positive Reaktionen erhalten. «Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es negative Stimmen geben wird.» Schliesslich sei es ein sehr schönes Grundstück.

Stimmt die Kirchgemeindeversammlung dem Abriss des Pfarrhauses zu, wird Anfang nächsten Jahres der Neubau geplant und im Juni nochmals darüber abgestimmt. Baubeginn ist gemäss Planung im Juli, der Einzug ein Jahr darauf, im Juli 2021.






Erstellt: 21.10.2019, 17:36 Uhr

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