Zumikon

Orchester leitet Frühlingserwachen ein

Mit einem Frühlingskonzert war das Orchester Stäfa-Ürikon zu Gast in der reformierten Kirche Zumikon. Die Musik entsprach mit fröhlichen Stücken von Mozart und beschwingten Walzern den aufkommenden Gefühlen dieser Jahreszeit.

Die südkoreanische Sopranistin Soyoung Lee war der eigentliche Stargast des Abends.

Die südkoreanische Sopranistin Soyoung Lee war der eigentliche Stargast des Abends. Bild: André Springer

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Am Samstagabend sind in der reformierten Kirche Zumikon fast alle Plätze besetzt, als die einzelnen Register des Orchesters Stäfa-Ürikon ihre Positionen einnehmen. Frauen bilden im Streichorchester die Mehrzahl, so auch bei den 12 Violinen, die in je zur Hälfte in erste und zweite Geigen unterteilt sind. Zu dritt ist die Bratsche vertreten, flankiert von vier Cellos und einem Kontrabass.

Nun beginnt die Kontrolle über die richtige Stimmung der Instrumente, es erklingt dieses etwas durcheinander tönende Klanggemisch wie vor jedem klassischen Konzert. Gestimmt wird nach der ersten Geige der Konzertmeisterin Ulrike Raible, die den Ton vorgibt. Danach ist es eine Weile mucksmäuschenstill im Raum, ehe der Dirigent die Stufen zur Bühne hochsteigt. Erster Applaus ertönt.

Seit 2015 wird das über 100-jährige Streicherensemble vom Berliner Michael Salm dirigiert. Während seines Violinstudiums belegte der heute 48-Jährige den Umgang mit dem Taktstock im Nebenfach, Nach Engagements an renommierten Musikhäusern musiziert er nun als Violinist am ebenso angesehenen Opernhaus Zürich. Salm begrüsst in der Folge Ulrike Raible per Handschlag. Wie dem Dirigenten kommt auch ihr eine Führungsaufgabe zu. Die Mitmusiker orientieren sich an ihnen beiden, wenn es um Einsätze geht.

Wunderbarer Mozart

Die Musiker des Orchesters ziehen von allem Anfang alle Register ihres Könnens. Es ertönt Wolfgang Amadeus Mozarts Fuge in e-moll, eingeleitet durch ein Adagio, das wie in einer französischen Ouvertüre mit majestätischen Punktierungen eröffnet. Der pompöse Beginn kontrastiert mit suchenden, geheimnisvollen Abschnitten, die harmonisch oft überraschende Wege gehen. Die hervorragende Akustik erlaubt es, die einzelnen Instrumente klar auseinanderzuhören, sie verschmelzen aber auch zu einem klangvollen Ganzen.

Danach liegt es an Salm, den eigentlichen Startgast des Abends zu begrüssen, die südkoreanische Sopranistin Soyoung Lee. Die Wege der mehrfach ausgezeichneten Vokalistin führten ebenso nach Zürich, wo sie Mitglied im Chor des Opernhauses ist. Ihr Vortrag besticht durch höchste Konzentration, ab und zu ein kleines Lächeln verrät zudem ihre Freude am Gesang zweier Arien von Mozart.

Das Orchester legt ihr zuerst den Klangteppich zu «Conservati fedele» hin, der Arie, die das Wunderkind im Alter von 9 Jahren geschrieben hat. Es geht im Stück – ganz im Sinn des Frühlingserwachens – um den Treueschwur zweier Liebenden. Danach folgt mit «Noi donne poverine» eine Passage aus der Oper «La Finta Giardina» ebenfalls ein Thema, das mit Liebe zu tun hat, allerdings besingt die Marchese Violante das Liebesleiden der Frauen.

Hommage an Strauss

Mozart komponierte für Musizierabende im Freundeskreis auch Wiener Serenaden, von denen das Orchester rein instrumental die populäre Nr. 3 mit Allegro, Adagio und Menuett zum Besten gibt. Die rund 150 Konzertbesucher applaudieren fachkundig erst nach dem abschliessenden Menuett, dafür klatschen sie umso begeisterter.

Der zweite Teil des Abends steht im Zeichen des Wiener Walzers. Erst intoniert das Orchester den Dornbacher Ländler, komponiert von Josef Lanner, dessen Werke Mitte des 19. Jahrhunderts die Wiener Tanzmusik auch ausserhalb Österreichs hoffähig machte. Schliesslich kommt der Walzerkönig schlechthin, Johann Strauss, zum Zuge.

Soyoung Lee singt den Konzertwalzer «Frühlingsstimmen.» Der Text beschreibt den Gesang von Lerchen und Nachtigallen, die den Frühling ankündigen. Verabschiedet wird das Orchester Stäfa-Ürikon, der Dirigent und die Solokünstlerin mit nicht enden wollendem Applaus.

Erstellt: 07.04.2019, 18:22 Uhr

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