Stäfa

Noch fehlt viel Geld für eine Seesauna

Die Initianten für eine Stäfner Seesauna präsentierten ihr Projekt erstmals der Öffentlichkeit und stiessen damit auf viel Anklang. Nun gilt es, die für den Umbau benötigten 250'000 Franken zusammenzubekommen.

Das alte Garderobenhäuschen im Seebad Lattenberg in Stäfa soll schon 2020 als Seesauna von der Öffentlichkeit genutzt werden können.

Das alte Garderobenhäuschen im Seebad Lattenberg in Stäfa soll schon 2020 als Seesauna von der Öffentlichkeit genutzt werden können. Bild: Michael Trost

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«Erholung an bester Lage mit Blick auf See und Berge»: Mit dieser Botschaft warben die Verantwortlichen der Genossenschaft Seesauna Stäfa am Dienstagabend vor rund 50 Interessierten für ihre Idee einer Sauna- und Wellnessanlage in Stäfa. Im Visier haben sie dafür das alte Garderobengebäude der Seebadi Lattenberg, welches sie von der Gemeinde für mindestens fünf Jahre mieten können. Finanziell wird sich die Gemeinde jedoch nicht an dem Projekt beteiligen. Die Gründungsmitglieder der Genossenschaft Seesauna Stäfa sind darum auf der Suche nach Interessierten, die das Saunaprojekt als Genossenschafter oder Gönner finanziell unterstützen.

Vater des Seesaunaprojekts ist Raymond Gillardon. Der Produktemanager ist selbst begeisterter Saunagänger, wie er den Anwesenden im Rösslisaal verriet. Wolle er sich für ein paar Stunden in der Sauna entspannen, müsse er aber bis nach Pfäffikon,Wald oder Zürich fahren. Gemeinsam mit Kollege Michael Kistler entwickelte er deshalb die Idee einer Sauna in der eigenen Gemeinde.

Zum Vorbild nahmen sich die beiden das Seebad Enge. Dort wird in den Wintermonaten gleich in drei Kabinen sauniert. Überzeugt von ihrer Idee lancierten die beiden im Dezember 2015 eine Petition. In knapp zwei Monaten kamen so über 500 Unterschriften zusammen. Die grosse Unterstützung überzeugte schliesslich auch die Gemeinde, dem Projekt eine Chance zu geben.

Modulare Bauweise

Die grösste Herausforderung bei den Planungsarbeiten der letzten Jahre sei die wärmetechnische Beschaffenheit des Gebäudes gewesen, erklärte Susanne Pfeifer, neben Kistler, Gillardon und Harry Leonhardt eines von vier Gründungs- und Vorstandsmitgliedern der Genossenschaft Seesauna Stäfa. «Das alte Garderobenhäuschen ist nämlich nicht gedämmt. Das heisst, sämtliche Räume sind kalt.» Die ausgebildete Architektin präsentierte in der Folge ein Modulkonzept, mit welchem das Problem in einem wirtschaftlich tragbaren Rahmen gelöst werden könne. So sollen sämtliche Räume als Holzkubi in das Gebäude hineingebaut werden.

Im Erdgeschoss sollen dereinst die Haupträume zu stehen kommen. Neben der rund 16 Quadratmeter grossen Sauna soll es Platz für einen Ruheraum sowie ein Tearoom geben. Im Obergeschoss sollen der Empfang sowie die WC- und Umkleideräume entstehen. Via Treppe sind die beiden Stockwerke miteinander verbunden. Über einen aussenliegenden Holzsteg gelangen die Besucher zur Abkühlung in den See. Die Kosten für die sieben Grundmodule belaufen sich auf rund 250 000 Franken. Wobei in den Erstellungskosten die Betriebskosten für das erste Jahr mit eingerechnet sind. Weitere Module wie ein Dampfbad, ein Massageraum oder ein Jakuzzi könnten je nach Interesse und Unterstützung durch Gönner und Genossenschafter dereinst das Saunaangebot ergänzen.

Inbetriebnahme 2020

Das Ziel der Genossenschaft ist es, nun erst einmal die Viertelmillion Franken für die Grundinfrastruktur in den kommenden drei bis sechs Monaten zusammenzubekommen. Erst dann werde der Vorstand bei der Gemeinde die Baueingabe für das Projekt machen, erklärte der für die Finanzierung zuständige Harry Leonhardt. Im besten Fall rechnen die Verantwortlichen damit, die Sauna noch im ersten Quartal 2020 oder dann spätestens ab Oktober des selben Jahres in Betrieb nehmen zu können. Die Sauna wird nur während der Wintermonate (Oktober bis Mai) geöffnet sein.

Beiträge in der Kritik

Aus der Runde der Veranstaltungsbesucher gab es am Dienstagabend mehrheitlich positive Rückmeldungen zum Projekt. So bedankten sich mehrere Teilnehmer denn auch beim Vorstand für dessen Engagement. Kritisch hinterfragt wurde vor allem die Höhe der Beiträge für Genossenschafter. Diese liegen bei 2000, 5000 und 9000 Franken. Die Einstiegshürde liege damit zu hoch, monierten einige der Anwesenden. «Einen Tausender würde ich viel eher geben», meinte etwa eine Stäfnerin. Jemand anderes führte derweil das Beispiel der Aktiengesellschaft Frohberg Stäfa ins Feld. Dort könne man sich bereits mit 500 Franken an der Zukunft des Restaurants beteiligen.

Die Beträge für die Anteilsscheine seien in den Statuten so festgelegt und könnten darum nur noch schwer geändert werden, erklärte Gillardon. Ausserdem bräuchte es bei kleineren Beträgen dementsprechend mehr Leute, die bereit seien, Genossenschafter zu werden. Das wiederum mache die administrativen Abläufe komplizierter, was man verhindern wollte.

Trotz der kritisierten Beträge entschied sich eine Handvoll Teilnehmer noch vor Ort, sich als Genossenschafter an dem Saunaprojekt zu beteiligen. Gut zwei Dutzend nahmen das Anmeldeformular indes nach Hause.

Alles zum Projekt unter www.seesauna-staefa.ch (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 24.10.2018, 17:33 Uhr

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