Zürichsee

Neue Fähre ersetzt die «Meilen»

Die neue Zürichsee-Fähre wird in Linz an der Donau gebaut. Aus der Flotte verschwindet das 36 Jahre alte Fährschiff «Meilen».

Ganz im Zeichen von Meilen: Verwaltungsratspräsident Werner Richi (Mitte) stösst mit dem abtretenden Geschäftsführer Hans Isler und dessen Nachfolger Martin Zemp auf die neue Zürichsee-Fähre «Meilen» an.

Ganz im Zeichen von Meilen: Verwaltungsratspräsident Werner Richi (Mitte) stösst mit dem abtretenden Geschäftsführer Hans Isler und dessen Nachfolger Martin Zemp auf die neue Zürichsee-Fähre «Meilen» an. Bild: André Springer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es bleibt bei fünf Fähren. Daher war klar, dass das neue Schiff die Flotte der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG (FHM) nicht vergrössern würde. Die Entscheidung, die 1979 gebaute «Meilen» auszumustern, hat technische Gründe. Im Gegensatz zur zehn Jahre älteren und etwas kleineren Fähre «Schwan» ist die «Meilen» nie mit Doppelsteuerhäusern umgebaut und modernisiert worden. Zudem fallen bei ihr in den nächsten Jahren grössere Unterhaltskosten an, wie Geschäftsführer Hans Isler an der Generalversammlung der FHM erklärte.

Die neue «Meilen» kostet rund 10 Millionen Franken und wird von der Öswag-Werft in Linz gebaut. Das österreichische Unternehmen setzte sich im Offertverfahren gegen je eine Werft in der Schweiz und in Deutschland durch.

«Ein zuverlässiger Partner»

«Ich bin froh, dass es kein Raunen gegeben hat», sagte Isler. Die ironische Bemerkung war berechtigt. Denn die Öswag hat vor neun Jahren die «Panta Rhei» gebaut. Das Schiff der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) kam in die Schlagzeilen, weil sein Heck zu tief im Wasser lag und hohe Wellen verursachte. Erst teure Umbauten und ein mehrjähriger Rechtsstreit – vor allem mit dem Schiffsarchitekten in Deutschland – glätteten die Wogen.

Die genauen Abklärungen beim Fährenauftrag haben laut Isler «alle Fragezeichen ausgeräumt». Die Öswag sei ein professioneller, zuverlässiger Partner. Das habe sich schon gezeigt, wie die Öswag mit der ZSG die Probleme bei der «Panta Rhei» gelöst habe. Mit der neuen Fähre würden keine Experimente eingegangen. Die Konstruktion im Stahlbau sei konventionell, sagte Isler. In Betrieb genommen wird die neue Fähre im September 2017. Sie wird mit 60 Metern um 5 Meter länger sein als die bisher grössten Fähren «Zürisee» und «Burg» und rund 50 Autos auf dem Deck transportieren können.

Standing Ovations für Isler

Die Generalversammlung mit 387Aktionären fand nicht wie üblich in Horgen, sondern in der Werkhalle der Schneider Umweltservice AG in Meilen statt. Es war die letzte Generalversammlung von Geschäftsführer Hans Isler, der mit Standing Ovations verabschiedet wurde.

Der Meilemer übergibt nach 19 Jahren an der Spitze der Fähre am 30. Juni das Zepter an Martin Zemp. Der 47-jährige Verkehrsmanager war in den letzten zehn Jahren Finanzchef und stellvertretender Direktor der Bahn- und Busbetriebe BDWM Transport AG sowie Limmat Bus AG im aargauischen Bremgarten.

Die normalen Geschäfte der Generalversammlung verkamen diesmal beinahe zur Nebensache. Mit gutem Grund: Das Geschäftsjahr der FHM war unspektakulär, wenn man von der Einführung des elektronischen Zahlsystems «Fährespass» absieht. Dass die FHM vor dem Bundesgericht verloren hat und im November die auch beim Personal unerwünschte neue Pausenregelung einführen muss, kostet zukünftig 200 000 Franken pro Jahr zusätzliche Lohnkosten.

Rotlichtmilieu stört Geschäft

2014 transportierten die Schiffe 2,06 Millionen Personen und 1,3 Millionen Fahrzeuge über den See. Damit wurde das Ergebnis des Vorjahres um 1,2 Prozent gesteigert. Der Verkehrsertrag liegt mit 10,538 Mio. Franken um 1,5% über dem Vorjahreswert. «Das ist ein erfreuliches Jahresergebnis», sagte Verwaltungsratspräsident Werner Richi (Horgen). Die Dividende wurde unverändert auf 100 Franken angesetzt. Einzig das «Rotlichtmilieu am Zürichsee», wie es Richi nannte, spuckte der Fähre in die Suppe. Die vielen Baustellen an der Seestrasse und an den Transitachsen über Hirzel und Pfannenstiel beeinträchtigten das Geschäft. 2015 spielen erneut Grossbaustellen eine Rolle, diesmal zugunsten der Fähre: Die Sanierung der Quaibrücke in Zürich und das Nadelöhr Bellevue schieben die Fähren kräftig an. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.06.2015, 09:00 Uhr

Klassische Linie – nur etwas grösser: Die neue Fähre wird sich punkto Aussehen perfekt in die heutige Flotte integrieren. (Bild: Visualisierung FHM)

Artikel zum Thema

Panta Rhei-Werft baut neue Zürichsee-Fähre

Meilen / Horgen Trotz dem Debakel bei der Panta Rhei: Die neue Fähre wird von der gleichen Werft gebaut. Die Öswag im österreichischen Linz erhielt den Zuschlag. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!