Meilen

Nachwuchs für die Feuerwehren zeigt viel Einsatz

Am kantonalen Jugendfeuerwehr-Wettkampf in Meilen haben angehende Feuerwehrmänner und -frauen den Ernstfall geprobt. Von der Jury erhielten sie viel Lob.

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Es ist kurz vor Mittag, als sich die Wintifighters am Samstag auf dem Dorfplatz in Meilen beim Posten 1 mit der Bezeichnung «Leitungsbau ab Hydrant» einfinden. Sieben aufgeweckte Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren bilden die Gruppe mit dem Fantasienamen, der eigentlich für Jugendfeuerwehr des Bezirks Winterthur steht. Sie bilden eines der 16 Teams, dieam 20. Jugendfeuerwehr-Wettkampf des Kantons Zürich teilnehmen.Postenchef Ueli Müller, Feuerwehrmann im Bezirk Affolternam Albis, instruiert die Gruppe, welche Aufgabe sie zu lösen hat. Es gilt, ab einem Hydranten eine Löschleitung zu legen, die im Ernstfall zu einem Brandherd führen würde. Der Haken an der Sache: Die Leitung muss über und durch verschiedene Hindernisse – wie eine Leiter und eine Betonröhre – gelegt werden.

Namen alle Ehre gemacht

Die Wintifighters machen ihrem Namen alle Ehre und kämpfen auf dem Parcours mit viel Einsatz. Die Kommandos gibt der Schlauchführer. Zuschauer klatschen, als die Leitung funktionstüchtig ist. Müller stoppt die Uhr, ruft die Gruppe zu sich, macht ein paar Notizen auf ein Merkblatt und sagt: «Gratuliere, ihr habt die Übung ohne Fehler in 7 Minuten und 34 Sekunden absolviert.» Das Team jubelt und beklatscht sich. «Wir sind stolz, es geschafft zu haben», sagt Gabriel Ledergerber, einer der Wintifighters. «Wir können uns aufeinander verlassen und helfen uns gegenseitig», ergänzt Martina Wüthrich.

Angehende Feuerwehrmänner und -frauen stehen auch am Posten «Atemschutz» im Einsatz. Der Aufgabe stellt sich die Jugendfeuerwehr des Bezirks Horgen. Wiederum zu siebt tragen sie in der prallen Sonne Helm, Stiefel, Atemschutzgerät und Druckluftflasche. Mit verbundenen Augen müssen sie sich auf einer grossen, viereckigen Flasche auf die Suche nach Kanistern begeben.

Im Ernstfall müssten sie Personen in dickem Rauch ausfindig machen. Die Luft reicht für rund 30 Minuten. Die Horgner kommen tüchtig ins Schwitzen, meistern den Wettkampf aber mit Bravour, heimsen das Lob des Postenchefs ein und stillen danach den Durst. «Wir üben solche Sachen einmal im Monat», sagt Lukas Weilenmann. «Uns zeichnet ein gutes Teamwork aus», fügt Rebekka Gisiger an.

Nachwuchs nicht im Überfluss

Viel trinken, lautet auf allen Wettkampfstätten die Devise. Die Grundausbildung müssen die jugendlichen Feuerwehrleute auch im Seilbinden und Anfertigen von Knoten, beim Retten einer Person über eine Leiter und im Erkennen von Gefahren bei Chemie- und Ölunfällen beweisen. Über 100 Jugendliche mit ihren rund 30 Betreuern haben sich auf dem Dorfplatz eingefunden.

Sie kommen ebenso aus den Bezirken Bülach, Pfäffikon, Hinwil, Uster und Dielsdorf. Auch der Bezirk Meilen stellt ein Team. Die Jugendfeuerwehr des Bezirks Meilen und ihre Betreuer sind auch Organisator des Anlasses, der eine Vielzahl von Schaulustigen anzieht. Mit dem Nachwuchs bei den Feuerwehren ist es aber nicht zum Besten bestellt. «Die jungen Leute verbringen die Freizeit meist anderswo als bei der Feuerwehr», sagt OK-Mitglied Tamara Läubli von der Feuerwehr Oetwil. OK-Präsident Dominik Emmenegger, Kommandant der Jugendfeuerwehr des Bezirks Meilen sowie vollamtlicher Material- und Gerätewart bei der Feuerwehr Männedorf, hält fest: «Nicht jeder ist bereit, mitten in der Nacht per Pager für einen Einsatz aus dem Schlaf gerissen zu werden.» Umso wichtiger sind für ihn Anlässe wie derjenige in Meilen. «An solchen Tagen können wir Werbung in eigener Sache machen.»

Erstellt: 30.08.2016, 08:53 Uhr

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