Zollikon

Muss das Hallenbad Fohrbach seine Türen schliessen?

Noch ist unklar, wie das Schwimmbad Fohrbach in Zollikon saniert werden soll. Es geht gar die Angst um, das Schwimmbad könnte für immer geschlossen werden. Dagegen macht nun der neue Verein Pro-Fohrbach mobil.

Geht es nach dem Verein Pro-Fohrbach, müssen die Türen zum Schwimmbad auch künftig offen bleiben.

Geht es nach dem Verein Pro-Fohrbach, müssen die Türen zum Schwimmbad auch künftig offen bleiben. Bild: Archiv: Manuela Matt

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Marco Pilloud spricht Klartext: «Im Gemeinderat soll es Stimmen geben, die für die Schliessung des Schwimmbads Fohrbach plädieren,» sagt das Vorstandsmitglied des neugegründeten Vereins Pro-Fohrbach. Gemeinderat André Müller (FDP), Ressortvorsteher Sicherheit und Umwelt, will sich dazu nicht äussern. Er lässt aber ausrichten, dass das Vernehmlassungsverfahren zu den verschiedenen Varianten über die Zukunft des Fohrbachs noch nicht abgeschlossen sei.

Klar ist jedoch, dass insbesondere viele bürgerliche Politiker die Kosten für die vorliegenden Sanierungsvorschläge ebenso wie für den fortlaufenden Betrieb des Schwimmbads kritisieren. So strich im vergangenen Dezember die Gemeindeversammlung auf Antrag von Viktor Sauter (FDP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission, den Posten zur Projektierung der Schwimmbadsanierung von 1,5 Millionen Franken kurzerhand aus dem Budget. Vor Anfang 2020 wird die Gemeindeversammlung nicht mehr über einen neuen Projektierungskredit befinden.

Dringliche Sanierung

Gemäss den bisher vorliegenden Sanierungs-Optionen kämen die Umbaukosten auf 32,4 bis 63 Millionen Franken zu stehen. Bei letzterer würde es sich aber gleich um einen Neubau der gesamten Anlage handeln, während die billigsten Option eine Verkleinerung des Schwimmbads vorsieht.

Auf jeden Fall ist die Sanierung der bestehenden Anlage dringlich. «Der Betrieb ist nur noch aufgrund einer kantonalen Sonderbewilligung bis 2021 gewährleistet, danach ist Schluss, falls gerade bei der Heizung bis dann nichts unternommen wurde», gibt Pilloud zu bedenken. Dies bestätigt auch Gemeinderat Müller.

Viel Zuspruch

Was Pilloud und seine Mitstreiter vom Verein Pro-Fohrbach weiter beunruhigt, ist der Umstand, dass das Gelände als Bauland der Gemeinde bei einer Veräusserung viel Geld einbringen würde. Gemäss Pillout soll an einer Führung im Schwimmbad am 26. März dieses Jahres eine Summe von bis zu 50 Millionen Franken genannt worden sein.

«Der Betrieb ist nur noch aufgrund einer kantonalen Sonderbewilligung bis 2021 gewährleistet.»Marco Pilloud, 
Verein Pro-Fohrbach

Für Pilloud, ehemaliger Präsident des Zolliker Schwimmklubs, ist klar, dass jetzt Partei für das Schwimmbad Fohrbach ergriffen werden muss. Ansonsten sei dessen Fortbestehen stark gefährdet. Kürzlich ging in der Turnhalle des Schwimmbads die Gründungsversammlung des Vereins Pro-Fohrbach über die Bühne. «Es kamen knapp hundert Leute», freut sich Pilloud. Neben ihm wurden auch noch drei weitere Personen in den Vorstand des Vereins gewählt. Über 300 Personen hätten sich bereits online dem Verein angeschlossen.

Bessere Wirtschaftlichkeit

Pro-Fohrbach will sich nicht nur für den Erhalt des Schwimmbads einsetzen, sondern macht sich auch bereits jetzt schon Gedanken darüber, wie das Bad künftig wirtschaftlicher betrieben werden könnte. «Uns ist auch klar, dass der Betrieb des Schwimmbads niemals profitabel sein kann. Doch die gegenwärtigen Betriebskosten lassen sich sicher reduzieren», ist Pilloud überzeugt.

Dabei schon konkret angedacht ist eine Traglufthalle, mit welcher das 50 Meter lange Aussenbecken gemäss Pillout relativ leicht zu einem Hallenbad umfunktioniert werden könnte. Die Idee stammt ursprünglich vom Schwimmklub Zollikon und ist von Pro-Fohrbach aufgenommen worden. Diese würde nicht nur eine Erweiterung der im Winter vorhanden Kapazitäten ermöglichen, sondern auch den Zolliker Schülern während den Bauarbeiten eine umständliche Ausquartierung des Schwimmunterrichts nach Zumikon ersparen, wie Pillout findet. Gemeinderat Müller hält hingegen fest, dass das Hallenbad während der Bauarbeiten nicht geschlossen werden müsste.

Pro-Fohrbach möchte nun auf die Parteien zugehen und das Gespräch mit dem Gemeinderat suchen. Gerade auch, weil letzterer noch keine Traglufthalle als Option in seinem Sanierungskonzept vorsehe. Laut Müller habe sich der Verein Pro-Forbach noch nicht bei der Gemeinde gemeldet, habe aber selbstverständlich die Möglichkeit, sich an einer späteren Vernehmlassung zu beteiligen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.05.2019, 16:31 Uhr

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