Tourismus

Mit Starregisseur Oliver Stone zum Picknick auf der Halbinsel Au

Am Tourismusforum Zürichsee in Meilen erzählte Nadja Schildknecht, Co-Leiterin des Zurich Film Festival, vom hohen Berg und vom kalten Wasser.

Der Berg war hoch, das Wasser kalt. Nadja Schildknecht erzählt im Gespräch mit Stefan Peter von den Anfängen des Zurich Film Festival.

Der Berg war hoch, das Wasser kalt. Nadja Schildknecht erzählt im Gespräch mit Stefan Peter von den Anfängen des Zurich Film Festival. Bild: Michael Trost

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Es ist kühl in der grossen Halle der Meilemer Jachtwerft Portier, und Nadja Schildknecht zieht die Wolldecke fester um sich. So bekommt das sprichwörtliche Aufwärmen vor dem Auftritt plötzlich einen ganz wörtlichen Sinn. Doch der Veranstaltungsort passt zum Thema des diesjährigen Tourismusforums: vom Sprung ins kalte Wasser.

Nadja Schildknecht hat als Co-Leiterin des Zurich Film Festival (ZFF) aus bescheidenen Anfängen einen Grossanlass geschaffen. Im ersten Jahr, 2005, kamen 8000 Besucher, letztes Jahr waren es fast 100 000. Der Start sei jedoch alles andere als einfach gewesen, sagt Schildknecht im Gespräch mit Stefan Peter, Oberstufenlehrer und Vorstandsmitglied von Rapperswil Zürichsee Tourismus. «Der Berg war hoch. Wenn ich im Voraus gewusst hätte wie hoch, hätte ich wohl nicht angefangen.»

Schiff mit goldenem Auge

Schildknecht, die ihre erste Karriere als Model gemacht hatte, musste mit Vorurteilen kämpfen. Auf ein neues Filmfestival hatte die Branche nicht gewartet, auf sie als Leiterin ebenso wenig. «Das Wasser war kalt, ich musste schnell und gut schwimmen lernen», sagt sie. Und dann die Finanzen: 7,2 Mio. Franken Budget hat das ZFF, Locarno hat das Doppelte, Berlin das Dreifache. Das Geld kommt aus der Privatwirtschaft und von Stiftungen. Wichtig sind die 150 Partnerschaften, die das Festival nach aussen sichtbar machen. Die Leiterin erwähnt als Beispiel die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft, die ihre Verbundenheit mit dem Festival auch schon mit einem grossen goldenen Auge auf einem ihrer Schiffe bekundete.

Die Filmwelt entwickelt sich rasend schnell. Nadja Schildknecht illustriert das mit anschaulichen Beispielen. Am Anfang, vor dreizehn Jahren, seien die Filme noch auf grossen Rollen in ihrem Büro gelandet, allein die Transportkosten seien immens gewesen. Heute genügt ein digitaler Code, um den Film im Kino zu starten.

Klar, dass Moderator Stefan Peter auch auf die #MeToo-Debatte zu sprechen kommt, welche die Branche seit geraumer Zeit kräftig durchschüttelt. Schildknecht bleibt diplomatisch, spricht sich dafür aus, dass mehr Frauen in wichtige Positionen kommen, warnt aber auch vorunguten Übertreibungen. Ebenso klar, dass der Moderator von ihr die eine oder andere Anekdote über die berühmten Hollywoodstars hören will, mit denen sie so viel zu tun hat. Schildknecht erzählt vom ersten wirklich grossen Star, der nach Zürich kam: Regisseur Oliver Stone. Als er gelandet sei, sei er kreidebleich und schlecht gelaunt gewesen.

Abgereist sei er nach einigen Tagen mit einem Lächeln. Dieses hatte ihm unter anderem ein Picknick auf der Halbinsel Au ins Gesicht gezaubert. Der schönste Ort der Schweiz müsse das sein, habe der Starregisseur frohlockt. Später, so will Moderator Stefan Petererfahren haben, sei Stone auch noch im Hotel Schwanen in Rapperswil gesichtet worden. Auf die Frage, wo in der Region sie noch touristisches Potenzial sehe, antwortet ZFF-Direktorin Schildknecht, dass es an einigen schönen Plätzen am See noch einRestaurant vertragen würde. Vielleicht meint sie ja den Schwanen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 09:26 Uhr

GV Rapperswil Zürichsee Tourismus

850 000 Franken für Visitor Center bewilligt

850 000 Franken sind für eine Organisation mit einem Jahresbudget von rund 1,6 Millionen Franken kein Pappenstiel. Dennoch stimmten die 65 anwesenden Mitglieder an der gestrigen Generalversammlung dem Beitrag an ein neues Visitor Center auf dem Rapperswiler Fischmarktplatz ohne Wortmeldung zu. Der Betrag setzt sich wie folgt zusammen: 650 000 Franken sind für den Innenausbau der neuen Tourismusinformation vorgesehen. 150 000 Franken muss Rapperswil Zürichsee Tourismus als Stockwerkeigentümerin an die Sanierung des Gebäudes bezahlen, das ansonsten der Stadt gehört. Etwa 50 000 Franken veranschlagt man für das Provisorium, das während der Umbauzeit nötig sein wird. Der ganze Baukredit beträgt gut 3 Millionen Franken.

Präsident Simon Elsener war sichtlich erleichtert, dass der Beitrag so schlank durchging, und konnte berichten, dass 25 beteiligte Gemeinden insgesamt bereits eine knappe Viertelmillion zugesichert hätten. Jetzt gelte es, das fehlende Geld zusammenzubringen. Zunächst aber muss noch die Bürgerversammlung der Stadt Rapperswil-Jona am 7. Juni Ja zum Projekt sagen.

Visitenkarte für Region

Das in die Jahre gekommene Gebäude soll zu einer Visitenkarte für Stadt und Region werden. Geplant sind unter anderem eine Dachterrasse und ein weiterer Ort zum Verweilen. Ob es sich dabei um ein Bistro handeln wird, ist zurzeit noch in Abklärung. Zum Fischmarktplatz hin wird eine neue Rampe gebaut, ansonsten bleibe die Gebäudekubatur etwa gleich wie heute, versicherte Elsener.

Der Start von Rapperswil ­Zürichsee Tourismus als fusionierte Organisation sei geglückt, führte der Präsident weiter aus. Die Zürichseeregion werde als «Erlebnisregion» immer besser vermarktet. Elsener verwies etwa auf das neue Produkt «Kinderregion», auf die erste Coop-Familienwanderung im Atzmännig oder auf die «Regional Games» der Organisation Special Olympics. Diese Spiele für geistig behinderte Menschen werden am 22. September in Rapperswil-Jona durchgeführt.

Die Jahresrechnung schliesst mit einem Verlust von rund 70 000 Franken. Die Kurtaxeneinnahmen sind wegen mehrerer Hotelschliessungen um 20 Prozent eingebrochen.

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