Küsnacht

Millionen-Investition gegen Platznot in Küsnachter Schule

Die Schule Küsnacht zeigt sich kreativ. Sie hat eine Lösung in den Schulanlagen Heslibach und Dorf gefunden, um ihr Platzproblem zu reduzieren. Die baulichen Massnahmen würden mehr als 2 Millionen Franken kosten.

Im Unterstufen-Schulhaus Wiltisgasse soll dank einer Investition von 1,2 Millionen Franken mehr Platz geschaffen werden.

Im Unterstufen-Schulhaus Wiltisgasse soll dank einer Investition von 1,2 Millionen Franken mehr Platz geschaffen werden. Bild: Manuela Matt

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Die Schülerzahlen steigen in Küsnacht. Während im Schuljahr 2013/14 992 Kinder die Volksschule besucht haben, sind es jetzt schon über 1200. Nun wurden der Schule auch noch die Räumlichkeiten für den Kindergarten an der Weinmanngasse gekündigt, wie die Lokalzeitung Küsnachter berichtet. Er könnte längstens noch bis im Sommer 2019 betrieben werden. Trotz dieser schlechten Nachrichten hat die Schule nun eine Strategie, um ihre Platzprobleme wenn nicht zu beheben dann doch zu mindern. Mit baulichen Massnahmen in den Schulanlagen Dorf und Heslibach will sie neue Räumlichkeiten schaffen. Dafür hat die Schulpflege kürzlich drei Kredite über 1,2 Millionen, 850 000 und 50 000 Franken genehmigt, wie ein Blick in die amtlichen Publikationen zeigt. Zusammengezählt also 2,1 Millionen Franken.

Da es sich um gebundene Ausgaben handelt, müssen sie nicht von der Gemeindeversammlung bewilligt werden. «Die Schulpflege setzt gesetzliche Vorgaben um und schafft dringend benötigten Schul- und Betreuungsraum», sagt Schulpräsidentin Danièle Glarner (FDP) dazu. «Diesbezüglich hat sie inhaltlich, örtlich und vor allem zeitlich keinen respektive keinen erheblichen Ermessensspielraum.» Die Kredite betreffen die Schulhäuser Wiltisgasse und Wiltiswacht in der Schulanlage Dorf, die Schulanlage Heslibach und das Gebäude an der Heinrich-Wettsteinstrasse 18 in der Schulanlage Dorf, wo bislang zwei Kindergärten untergebracht sind.

Kindergärten ziehen um

Während diese beiden Kindergärten so wie derjenige an der Weinmanngasse ins Schulhaus Wiltiswacht umziehen sollen, würden im jetzigen Kindergartengebäude ein zentralisiertes Lehrerzimmer und einige weitere Räume eingerichtet. Im benachbarten Schulhaus Wiltisgasse sollen die Räumlichkeiten der Bibliothek fast halbiert und das Dach des Schulhauses isoliert und damit nutzbar gemacht werden. Damit soll Platz für zusätzliche Unterrichts- und Gruppenräume sowie ein Raum für Psychomotorik-Lektionen geschaffen werden. Kostenpunkt der Bauarbeiten ist 1,2 Millionen Franken.

«Wir sind in allen Schulanlagen daran, den benötigten Schul- und Betreuungsraum zu schaffen.»Danièle Glarner, Küsnachter Schulpräsidentin

Auch im Heslibach sollen Massnahmen ergriffen werden. Dort würde das Parterre des Altbaus für die schulergänzende Betreuung genutzt werden. Die heutigen Werkräume und das alte Lehrerzimmer im Zwischengeschoss sollen ebenfalls für die betreuten Kinder genutzt werden. Nicht nur die Zahl der Schüler, sondern auch diejenige der Kinder, die ausserhalb des Unterrichts betreut werden, nimmt zu.

Schüler müssen ins Erb

Derzeit werden noch Handarbeit und Werken im Parterre des alten Schulhauses unterrichtet. Diese Fächer würden künftig am jetzigen Standort der schulergänzenden Betreuung, im ehemaligen Kindergarten unterkommen. Die Umbauten würden 850 000 Franken kosten und wären damit wesentlich teurer als die ursprünglich geplante Nutzung derjenigen Räume, wo sich die Freizeitanlage Heslibach (Frezli) befindet. Gegen die Umfunktionierung der Frezli-Räume hatte sich aber Widerstand vonseiten der politischen Gemeinde, die Trägerin der Frezli ist, und aus der Bevölkerung geregt. Darauhin verschwanden die Pläne wieder in der Versenkung.

Ob die Umbauten tatsächlich durchgeführt werden, ist noch unklar, da die Baugenehmigungen ausstehen. Trotzdem soll es in absehbarer Zeit losgehen: Durchführen will die Schule die Arbeiten im Schulhaus Wiltisgasse in den Frühlingsferien. So könnte vermieden werden, dass der Unterricht tangiert wird. Das Projekt im Heslibach soll ebenfalls im August 2018 beendet sein. Im Wiltiswacht werden die Bauarbeiten voraussichtlich auf das Schuljahr 2019/20 fertig sein. Wann dort begonnen werden kann, hängt auch von der Fertigstellung der Schulanlage Goldbach ab. Der Unterricht soll nämlich während der Bauarbeiten für gut neun Monate ins Schulhaus Erb ausgelagert werden, wo derzeit die Goldbacher Kinder unterkommen. Diese werden wohl im Herbst 2018 in ihr neues Schulhaus einziehen.

Aktuell hat die Schulpflege einen Kredit über 50 000 Franken gesprochen, um eine Projektierung für das Schulhaus Wiltiswacht und die Heinrich-Wettsteinstrasse 18 auszuarbeiten. Zur Frage wie hoch der Baukredit ausfallen wird, kann Danièle Glarner noch nichts sagen. «Wir stecken in der Vorprojektphase und werden im nächsten Frühling bei Vorliegen des Kostenvoranschlags genauere Angaben machen können.» Es ist aber davon auszugehen, dass der jetzige Betrag von 2,1 Millionen für die Schulraumgewinnung noch deutlich steigen wird.

Problem noch nicht behoben

Ist mit diesen Massnahmen und dem Bau der Schulanlage Goldbach das Platzproblem gelöst? «Wir sind in allen Schulanlagen daran, den benötigten Schul- und Betreuungsraum zu schaffen. Das Ziel ist es, mit den auf der Schulraumstrategie beruhenden aufgegleisten Massnahmen eine nachhaltige Lösung zu erreichen», erklärt Glarner. Dabei konzentriere man sich primär auf die noch bessere Ausnutzung des vorhandenen Raums respektive auf die Nutzung bestehender Raumreserven. Vollständig behoben sei die Raumnot noch nicht. «Es ist und bleibt gleichwohl eine rollende Planung», sagt die Schulpräsidentin. Bereits zeichneten sich wieder zusätzliche Klassen auf das nächste Schuljahr ab, sodass man den Prozess vermutlich nicht als abgeschlossen betrachten könne.

Erstellt: 28.12.2017, 15:42 Uhr

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