Hombrechtikon

Messerstecher muss in Therapie

Ein 31-Jähriger wird zu einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten verurteilt. Unter anderem, weil er in Feldbach eine Kollegin niedergestochen hat. Er muss in die «kleine Verwahrung», gegen die er sich stark gewehrt hat.

Messerstecher verurteilt: Ein 31-Jähriger hat seine Kollegin in Feldbach niedergestochen. Davon ist das Bezirksgericht Meilen überzeugt.

Messerstecher verurteilt: Ein 31-Jähriger hat seine Kollegin in Feldbach niedergestochen. Davon ist das Bezirksgericht Meilen überzeugt. Bild: Symbolbild/Keystone

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«Übertherapiert» werde er, wenn das Gericht eine stationäre Massnahme ausspreche. Der 31-jährige Schweizer hatte am Prozess vom 6. Juni klare Vorstellungen davon, was er nicht machen will. Doch das Bezirksgericht Meilen hat den schwer Drogensüchtigen jetzt genau dazu verpflichtet, wie dem Urteilsdispositiv zu entnehmen ist. Vorgeworfen wurde ihm als Hauptdelikt, im Februar 2017 in Feldbach auf offener Strasse mit einem Sackmesser eine Kollegin niedergestochen zu haben. Dafür wurde er wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt. Er hatte wichtige Organe nur knapp verfehlt. Seinen Beteuerungen, er sei an dem Abend einfach weggelaufen und habe nichts getan, schenkt das Gericht keinen Glauben.

Ebenfalls schuldig ist er der einfachen Körperverletzung, der Tätlichkeit, des Diebstahls, versuchten Diebstahls, Hausfriedensbruchs und der mehrfachen Sachbeschädigung. Freigesprochen wurde der Mann einzig vom Vorwurf des räuberischen Diebstahls. Für die diversen Taten spricht das Gericht eine Gesamtstrafe von 42 Monaten Gefängnis aus. Die Staatsanwaltschaft hatte 51 Monate gefordert. Die Strafe wird aber zugunsten der stationären Therapie aufgeschoben. Dass der Beschuldigte kein Interesse an einer Therapie zeige, konterte der Staatsanwalt an der Verhandlung damit, dass man keine Verwahrung aussprechen wolle.

Schwieriges Leben

Die stationäre Massnahme gilt allerdings als «kleine Verwahrung». Zwar wird sie nur für fünf Jahre ausgesprochen, doch kann die Massnahme verlängert werden, wenn nötig. Gegen den 31-Jährigen wurde schon früher eine Massnahme ausgesprochen. Diese dauerte ungewöhnlich lange, weil er immer wieder in Probleme geriet.

Einmal draussen, lief es ihn nicht besser. Aus betreuten Einrichtungen flog er wegen Verstössen, etwa Drogenkonsum oder Therapieverweigerung, raus. Oft lebte er auf der Strasse, in Notunterkünften oder bei Kollegen. Am Prozess gab er an, eine «einfache» Arbeit suchen zu wollen, in einem Geschäft oder Schnellimbiss. Auch das dürfte schwierig werden für den 31-Mann, der kaum je richtig gearbeitet hat.

Neben dem Messerstich hat der Beschuldigte auch Alkoholflaschen und eine Glastüre in einem Restaurant zerstört, diverse Gegenstände aus einem Polizeiauto gestohlen, ein Kleidungsstück im Globus geklaut und sich ein Gerangel mit zwei Ladendetektiven geliefert. Bei Letzterem folgt das Gericht der Anklägerin nicht. Diese folgerte, dass der Fluchtversuch mit Angriff auf die Detektive als räuberischer Diebstahl zu gelten hat. Als einzelne Delikte wiegen der Diebstahl und die Körperverletzung weniger stark. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.06.2018, 16:37 Uhr

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