Meilen/Küsnacht

Meilemer Senioren ziehen nach Küsnacht an den See

Drei Gebäude des Alterszentrum Platten in Meilen müssen einem Neubau weichen. Die Senioren finden während der Bauzeit in Küsnacht eine neue Unterkunft.

Drei Gebäude des Alterszentrums Platten müssen geräumt werden. Sie werden abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen.

Drei Gebäude des Alterszentrums Platten müssen geräumt werden. Sie werden abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Bild: Manuela Matt

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Vor dem Haupteingang der Alterszentrum Platten (AZP) in Meilen stehen Zügelwagen. Kartonkisten stapeln sich im Foyer, die Tische der Kantine sind nur noch zur Hälfte da. Gerade wird die Kaffeemaschine demontiert. Senioren sind in dem weitläufigen Gebäude erstaunlich wenige anzutreffen.

Die meisten der rund 60 Bewohner sind schon in ihrem neuen Zuhause in Küsnacht. Für die nächsten zweieinhalb Jahre finden die Rentner des Altersheims und der Demenzstation des AZP dort im Seniorenheim am See Asyl. Währenddessen werden drei der vier Gebäude in Meilen abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen.

Jetzt zog die dritte und letzte Gruppe nach - zusammen mit Küche und Büros. Nur die Pflegestation im «Berghaus» bleibt zurück und kann der Baustelle quasi aus «Logeplätzen» zuschauen. Das Gebäude ist um einiges jünger als seine über 50-jährigen Nachbarn.

Ein schwerer Abschied

Der Umzug wird von einer Zügelfirma mit Hilfe des Zivilschutzes durchgeführt, während die Senioren bei Angehörigen oder Betreuern waren, um sich aus dem Trubel fernzuhalten.

«Die Zivis packen die persönlichen Sachen der Bewohner ein», sagt Direktorin Gisela Kessler-Berther. «Sie sind sehr engagiert.» Bisher klappe alles wie geplant, vom Umzug der Küche, bis zum sonnig trockenen Wetter.

Die Gänge des Altersheims sind ungewohnt still. Kessler-Berther zeigt wehmütig in ein leeres Zimmer. Der helle Anstrich und der Balkon sehen bewohnbar und nicht nach Abriss aus. Doch ohne Duschen entsprechen die Zimmer nicht mehr den heutigen Standards. «Und Doppelzimmer werden heute kaum mehr gebraucht», sagt die Direktorin. Auch die Demenzabteilung habe zu wenig Plätze für die heutigen Bedürfnisse.

«Wir haben uns lange überlegt, ob ein Umbau möglich ist», sagt Kessler. «Doch schlussendlich hätte dieser länger gedauert und die Senioren hätten in einer Baustelle wohnen müssen.» Auch günstiger wäre es nicht geworden. Also muss ein Neubau her.

Anfangs waren die Bewohner skeptisch. Wie würden die Zimmer in Küsnacht ausschauen? Was muss alles zurückgelassen werden? Gerade für ältere Menschen kann so ein Grossumzug Stress bedeuten. «Wir hatten aber eine lange Vorbereitungszeit», sagt Kessler-Berther. «Nach dieser Woche sind wir froh, den ganzen Umzug hinter uns gebracht zu haben und wieder in den Alltag einzusteigen.»

Ende Mai wurden die alten Gebäude in einem grossen Fest gebührend verabschiedet. Eine Wand konnte mit Grüssen vollgeschrieben werden, Stofffähnchen wurden bemalt und auch die ein oder andere Träne verdrückt.

Direkt am See

Auch das blaue Fänchen von Meilemer Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP) flattert nun neben anderen bunten Stofffetzen über dem Eingang des Hauptgebäudes der neuen Unterkunft.

Die Gänge und Zimmer des von der Gemeinde Küsnacht gemieteten Provisorium sind älter und verwinkelter als in Meilen. «Doch die Lage macht es wert», sagt Kessler-Berther. Das Seniorenheim ist keine hundert Meter vom See entfernt, direkt an der Schiffhaltestelle Küsnacht Heslibach. Die Demenzabteilung kommt in der angrenzenden Villa unter. Die alte Fassade bildet einen Kontrast zu den neu gestrichenen Gängen.

Das AZP ist nicht das erste Seniorenheim, das wegen Umbauten dort vorübergehend untergebracht wurde. Nach den Senioren aus der Küsnacher Tägerhalde und denjenigen aus dem Gehren in Erlenbach sind die Meilemer Rentner nun die dritten in Folge.

Die Zimmer in Küsnacht sind schon fast ganz eingerichtet und geben einen heimeligen Eindruck ab. Der eine oder andere muss sich noch etwas einleben, aber Bewohnerin Elisabeth Kirchner hat keine Einwände. «Ich konnte sehr gut schlafen.»

Sie schwärmt von den Zivis und den Zügelmännern, die sich sehr gut um alles gekümmert und sich beim Einpacken solche Mühe geben. «Es war in dem ganzen Chrüsimüsi immer jemand für uns da», sagt die Seniorin. «Und ich habe eines der schönsten Zimmer bekommen.»

Ganz alles konnte nicht mitkommen. «Jetzt erbt meine Tochter den Klimt halt schon etwas früher.» Auch auf einen Balkon musste sie verzichten. «Ich wollte lieber meine eigene Dusche.»

Noch bis Ende Woche fahren die letzten Lastwagen von Meilen nach Küsnacht, während einige Zügelmänner die Kaffeemaschine an ihrem neuen Ort installieren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.07.2018, 16:32 Uhr

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