Männedorf

Männedorf investiert in die Schulraumplanung

Um für die künftigen Schülerzahlen gewappnet zu sein, hat die Gemeinde einen Kredit für vier Machbarkeitsstudien bewilligt.

Beim Kindergartren Wiesli an der alten Landstrasse reicht der Platz nicht mehr.

Beim Kindergartren Wiesli an der alten Landstrasse reicht der Platz nicht mehr. Bild: Michael Trost

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Vor zehn Jahren zählte Männedorf erstmals 10'000 Einwohner. Mittlerweile leben knapp 11'300 Menschen in der Gemeinde – Tendenz weiter steigend. Klar, dass sich diese Entwicklung auch in den Schülerzahlen wiederspiegelt. Um dieser Zunahme Stand halten zu können, hat die Gemeinde im Frühjahr mit Hilfe der Wüest Partner AG eine Schulraumstrategie erarbeitet.

Grosser Handlungsbedarf

Wie sie nun mitteilt, wurde an diversen Orten grosser Handlungsbedarf in der Schulraumplanung ausgemacht. So sei innerhalb der kommenden rund zehn Jahren bei den Kindergärten dauerhaft von einer zusätzlichen Klasse auszugehen. Diese könnte aus Sicht des Gemeinderats allenfalls am Standort Acker realisiert werden. Für eine detailliertere Abklärung hat er nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, wie Erich Meier (GLP), Ressortvorsteher Infrastruktur, sagt.

Zu prüfen sei etwa, ob ein Ersatzneubau des bestehenden Kindergartens realisierbar wäre. Weil das Gebäude im Westen der Gemeinde jedoch im kommunalen Denkmalschutzinventar steht, sei aber auch ein Neubau auf dem Nachbargrundstück in die Überlegungen einzubeziehen, erklärt Meier. Hierfür wiederum würde eine Umzonung erforderlich, da sich das Grundstück in der Freihaltezone befindet.

Neuer Kindergartenkomplex

Neben dem Standort Acker hegt der Männedörfler Gemeinderat auch für den im Osten gelegenen Kindergartenkomplex Wiesli Neubaupläne. Derzeit werden dort vier Kindergartenklassen geführt. Allerdings entsprächen die Platzverhältnisse nicht mehr ganz den heutigen kantonalen Anforderungen, erklärt Meier. «Für einen längerfristigen Schulbetrieb sind zudem erhebliche Sanierungsarbeiten erforderlich.» Ein moderner Neubau habe am heutigen Standort aber wohl keinen Platz.

Weil die Gemeinde aber vor allem in der Peripherie wachse, wolle der Gemeinderat auch künftig einen gut erreichbaren und modernen Kindergartenstandort im Osten, erklärt Erich Meier. Ein Standortwechsel auf das Areal Biberhalde/Brüschhalde solle deshalb ebenfalls mittels Machbarkeitsstudie geprüft werden. Gleichzeitig wurden die Ressortvorsteher Infrastruktur und Bildung ermächtigt, mit dem Kanton Zürich Verhandlungsgespräche über einen Kauf des entsprechenden Grundstücks beziehungsweise ein Baurecht zu führen.

Provisorium während Sanierung

Des weiteren hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die sich dem Themenbereich des temporären Schulraums widmet. Hintergrund der Abklärungen sind der steigende Raumbedarf für den Mittagstisch und die Nachmittagsbetreuung sowie Sanierungsarbeiten, die in den kommenden Jahren insbesondere für die Mittelstufe Hasenacker und das Oberstufenzentrum anstehen. «Als Rochadeflächen für die zu sanierenden Schulgebäude, aber auch für die Kindergartenentwicklung wollen wir ein Schulprovisorium erstellen, dass in den nächsten Jahren vielseitig genutzt werden kann», sagt Meier. Das Wann und Wo hoffe man mit Hilfe der Studie zu klären.

Schliesslich hat die Männedörfler Exekutive noch eine vierte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese betrifft die Liegenschaft an der Blattengasse 10. Heute sind dort die Gesamtleitung der Schule, das Sekretariat der familien- und schulergänzenden Betreuung sowie die Kindergartenleitung untergebracht. Die bisherige Nutzung des denkmalgeschützten Hauses sei jedoch insbesondere aus feuerpolizeilichen Gründen bis Ende 2023 befristet, erklärt Erich Meier.

Auftrag freihändig vergeben

Gemeinderat Erich Meier hält fest, dass es sich bei sämtlichen Themenfeldern bisher nur um Ideen und keineswegs um konkrete Projekte handle. «Die Machbarkeitsstudien sollen uns eine Grundlage geben, konkrete Konzepte zu erarbeiten.» Für die vier Studien hat der Gemeinderat gesamthaft einen Kredit von 105'000 Franken bewilligt. 35'000 Franken davon wurden bereits im Budget 2019, die weiteren 70'000 im Budget 2020 zu Lasten der Erfolgsrechnung veranschlagt.

Aufgrund des engen Zusammenhangs der vier Machbarkeitsstudien hat sich der Gemeinderat zudem entschlossen den Auftrag an ein Büro zu vergeben. Wie er mitteilt, habe die Abteilung Infrastruktur und Hochbau hierzu vier Architekturbüros angefragt. «Nur die Conarenco AG, mit welcher die Gemeinde Männedorf bereits in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet hat, hat eine Offerte eingereicht.»

Der Gemeinderat habe darum beschlossen die Arbeiten im freihändigen Verfahren an das Zürcher Büro zu vergeben. Der Gemeinderat werde im Frühling 2020 erste Ergebnisse erhalten. einige Dinge dauern etwas länger, da wir von externen Stellen abhängen (Denkmalpflege, Kanton Zürich). Dort können keine verbindlichen Aussagen gemacht werden.

Erstellt: 08.11.2019, 14:00 Uhr

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