Uetikon

Linke fordern Räume für Kultur auf Uetiker Fabrikareal

SP und Grüne haben im Kantonsrat bereits den zweiten Vorstoss lanciert, damit das Gelände der Chemie Uetikon auch für kulturelle Zwecke genutzt wird. Dabei haben die Behörden mit der Planung dafür schon längst begonnen.

Wie geht es weiter mit dem Industrieareal der Chemie Uetikon direkt am See, das die Gemeinde und der Kanton Zürich gemeinsam erworben haben?

Wie geht es weiter mit dem Industrieareal der Chemie Uetikon direkt am See, das die Gemeinde und der Kanton Zürich gemeinsam erworben haben? Bild: Archiv Michael Trost

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Das bald ausgediente Areal der Chemie Uetikon (CU) soll künftig nicht nur als Mittelschule genutzt werden, sondern auch Künstlern offen stehen. Dies fordern drei linke Kantonsräte in einem Postulat, das sie diese Woche im Zürcher Parlament eingereicht haben. Die Zollikerin Esther Meier (SP), der Erlenbacher Thomas Forrer (Grüne) und die Zürcherin Eva-Maria Würth (SP) verlangen in ihrem Vorstoss vom Regierungsrat, dass er in der Planung und im Budget «Räume für die kulturelle Produktion» berücksichtigt, die öffentlich zugänglich sind.

Die drei Kantonsräte denken dabei einerseits an die Mitbenutzung der Sporthalle und der Aula der geplanten Mittelschule, aber auch an Räume, die eigens einer gemischten Nutzung verschiedener Kultursparten vorbehalten sind. Die Förderung des Kulturlebens ausserhalb urbaner Zentren sei von grosser Bedeutung, heisst es im Postulat. Die Kulturförderung sei zudem in der Verfassung verankert.

Zugang ohne grosse Hürden

Den Kantonsräten schwebt ein «niederschwelliges», also ein leicht zugängliches Angebot vor – beispielsweise Räume, die für Workshops und Ausstellungen oder als Ateliers genutzt werden können. Raum sei für Kulturschaffende oft knapp und unerschwinglich. «Stehen Planungen an, ist bereits in einer frühen Phase auf dieses Bedürfnis einzugehen», heisst es im Postulat.

Es handelt sich dabei nicht um den ersten parlamentarischen Vorstoss, der sich mit einem möglichen kulturellen Angebot auf dem Fabrikareal befasst. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Esther Meier und Thomas Forrer – damals noch mit Mitstreiter Tobias Mani (EVP, Wädenswil) – dafür stark gemacht, dass das Chemie-Areal am See auch ein Ort für Kunst und Kultur wird. In ihrer damaligen Anfrage ging es aber nur um die Zwischennutzung der Fabrikhallen, bis der Bau der Mittelschule beginnt.

Der Regierungsrat fühlt sich jedoch für die Zwischennutzung nicht zuständig, wie aus seiner Antwort hervorging. Er verwies auf die Gemeinde Uetikon als zuständige Behörde. Uetikon ist nebst dem Kanton zur Hälfte Miteigentümerin des rund 65 000 Quadratmeter grossen Grundstücks. Die öffentliche Hand hat dieses vom Mutterkonzern der CU, der CPH Chemie + Papier Holding AG, erstanden.

Bald liegt ein Konzept vor

Die Gemeinde Uetikon ist punkto Zwischennutzung schon längst aktiv geworden. Sie hat – gemeinsam mit dem Kanton – die Fischer AG Immobilienmanagement mit einem Konzept beauftragt. Die Firma hat sich auf solche temporäre Nutzungen spezialisiert. Ihr Konzept ist schon fortgeschritten und sollte im Verlaufe des März spruchreif sein. Dies war kürzlich an einem der Workshops zu erfahren, den die Gemeinde und der Kanton für die Bevölkerung durchführen.

Die Bürgerinnen und Bürger sollen in einem Mitwirkungsverfahren Anregungen für die künftige Nutzung des Areals einbringen. Ihre Ideen fliessen soit in die Planung ein. Der Wunsch nach kulturellen Angeboten kam in den Workshops mehrfach zur Sprache. Beispielsweise war von einem möglichen kulturellen Zentrum im sogenannten Düngerbau die Rede, einer denkmalgeschützten Halle in der Mitte des Areals.

Was alles möglich sein wird, ist zwar noch unklar – der Kanton und die Gemeinde haben aber mehrfach betont, dass sie offen sind für kulturelle Nutzungen. Die drei Kantonsräte scheinen dem aber nicht ganz zu trauen: Mit ihrem Postulat möchten sie dafür sorgen, dass es nicht bei einem Lippenbekenntnis bleibt.

Erstellt: 13.02.2018, 18:17 Uhr

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