Herrliberg

Lärmklage hat auch für Hallensportler Folgen

Die Herrliberger Lärmklage blockiert die Errichtung eines zweiten Kunstrasens. Weil der FC Herrliberg auf die Sporthallen ausweichen muss, stehen Hallensportvereinen weniger Trainingszeiten zur Verfügung.

Selbst die Erlenbacher Allmendli-Halle  ist für Spiele auf Nationallige-Niveau eigentlich nicht normgerecht.

Selbst die Erlenbacher Allmendli-Halle ist für Spiele auf Nationallige-Niveau eigentlich nicht normgerecht. Bild: Dominik Fricker

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Die Lärmklage gegen den FC Herrliberg wirft Wellen weit über die Goldküstengemeinde hinaus. Schweizweit fürchten Vereine einen Präzedenzfall, der zum Masstab für ähnliche Klagen werden könnte. Indirekt sind aber bereits heute viele weitere Vereine im Bezirk neben dem FC Herrliberg vom laufenden Verfahren betroffen. Die Sporthallen in der Region sind überlastet. Im Winter spitzt sich die Situation zu, wenn sich auf den Aussenfeldern Matschlachen bilden und auch die Fussballer vermehrt drinnen trainieren müssen – insbesondere dort wo ihnen Kunstrasenplätze fehlen.

Der FC Herrliberg wäre mit seinen über 600 Spielern und 32 Mannschaften eigentlich dringend auf einen zweiten Kunstrasenplatz angewiesen. Das Projekt musste jedoch wegen des laufenden Prozesses gestoppt werden. Die Langackerhalle in Herrliberg ist als Folge praktisch vollständig durch den Fussballclub besetzt. Gekickt wird zudem in den Hallen der Schule Herrliberg und seltener auch in der Allmendli-Halle in Erlenbach. Das hat Folgen für die Hallensportvereine – auch ausserhalb Herrlibergs. Sie bekunden Mühe, genügend Trainingszeiten zu bekommen. «Wir stehen seit fünf Jahren auf der Warteliste für eine einzige Trainingseinheit in der Langackerhalle, obwohl wir Schulbasketball für Herrliberg in Erlenbach anbieten», sagt Robert Gerritsma, Präsident vom Basketball Club Küsnacht-Erlenbach.

Kunstrasen als Lösung

Die Fussballer sind sich des Problems bewusst. «Für die Hallensportvereine ist die Situation suboptimal», sagt Benjamin Benz, Geschäftsführer des FC Herrliberg. Benz ist davon überzeugt, dass sich das Problem mit einem weiteren Kunstrasenplatz lösen liesse. «Hätten wir zwei Kunstrasen, könnten wir etwa 15 Stunden Trainingszeit pro Woche an Hallensportarten abgeben.»

«Sollten weitere Vereine hinzukommen, dürfte es schwieriger werden.»Hans Wyler, Gemeindeschreiber von Erlenbach

Für die Gemeinden scheint das Problem indessen weniger dringlich. Weder in Erlenbach noch in Herrliberg gibt es derzeit Pläne für neue Sporthallen. Die Nachfrage sei zwar gross, aber die Platzprobleme habe man bisher irgendwie lösen können, lautet der Tenor. «Sollten weitere Vereine hinzukommen, dürfte es schwieriger werden», sagt Hans Wyler, Gemeindeschreiber von Erlenbach. Die Küsnachter sind bereits einen kleinen Schritt weiter: Dort steht die Idee einer Dreifachhalle im Raum. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.12.2017, 16:19 Uhr

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