Küsnacht

Küsnacht sucht Helfer für Amphibienschutz

Jeden Frühling hilft ein Team den Amphibien, sicher in ihre Laichgebiete zu kommen. Nun suchen die Leiter junge Nachfolger.

Ohne Gegenmassnahmen werden tausende Amphibien (im Bild ein Erdkrötenmännchen) auf dem Weg in ihre Laichgebiete überfahren.

Ohne Gegenmassnahmen werden tausende Amphibien (im Bild ein Erdkrötenmännchen) auf dem Weg in ihre Laichgebiete überfahren. Bild: Archiv Sabine Rock

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Nach rund zwanzig Jahren suchen die bisherigen Koordinatoren der Amphibienbetreuung, Marianne und Benno Lüthi, einen bis zwei Nachfolger für ihre ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde Küsnacht. Jahr für Jahr verhelfen die Leiter den Amphibien zusammen mit ihrem Team zu einer sicheren Wanderung in ihre Laichgebiete. «Wir wollen das Feld Jüngeren überlassen – auch wenn wir die Arbeit sehr gerne gemacht haben», sagt Marianne Lüthi.

Immer im Frühling – je nach Temperatur bereits ab Ende Februar – wandern Frösche, Molche und Kröten in Küsnacht zum Schübelweiher oder zum Rumensee. Dort paaren sie sich und legen anschliessend ihren Laich ab. Dabei stellt insbesondere der Verkehr eine grosse Gefahr für die Amphibien dar. Aus diesem Grund werden die Weinmanngasse auf der Höhe des Schübelweihers und die Zumikerstrasse beim Rumensee nachts gesperrt.

Aufgeben ist keine Option

Bevor solche Absperrungen bewilligt worden waren, befestigten die Amphibienbetreuer, wie Hombrechtikon am Seeweidsee, Zäune. Diese führten die Tiere zu Eimern, die im Boden abgesenkt waren. Die Freiwilligen sammelten die Amphibien morgens ein und liessen sie in Wassernähe frei. «Es ist besser, wenn die Tiere von selbst zum Gewässer kommen, als wenn sie bis am Morgen in Eimern warten müssen», sagt Lüthi. Heute dient der Zaun den quakenden Kaltblütern einzig als Wegweiser: Montiert an Stellen, wo die Strasse nicht abgesperrt ist, leitet er sie zu den gesperrten Abschnitten.

Dann wäre die ganze Arbeit der letzten zwanzig Jahre für die Katz.Marianne Lüthi, Leiterin Amphibienbetreuung

«Die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich bisher sehr schwierig», erzählt Lüthi. So habe sich noch niemand gemeldet, der sofort beginnen könnte. «Falls wir niemanden finden, machen wir weiter.» Ansonsten wird die Population im Frühling vermutlich sterben. «Dann wäre die ganze Arbeit der letzten zwanzig Jahre für die Katz», fügt sie mit Nachdruck hinzu.

Schutz gemeinsam tragen

Die Gemeinde Küsnacht arbeitet eng mit den Freiwilligen zusammen. «Der Schutz der Amphibien ist eine öffentliche Aufgabe, welche Kanton, Gemeinden und Freiwillige gemeinsam tragen», sagt Thomas Wälchli, Projektleiter Energie und Raumplanung. Findet sich ein Nachfolger, wird er von den bisherigen Koordinatoren in die Aufgabe eingeführt und anfangs auch unterstützt. Die Arbeit beschränkt sich jeweils auf den Zeitraum zwischen Ende Februar bis Ende März, wenn sich die Amphibien auf die Reise in ihre Laichgebiete begeben.

Marianne und Benno Lüthi, 044 918 26 54, Ortho_Swiss@goldnet.ch, luethi@antarctic-research.de. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.01.2019, 16:29 Uhr

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